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Rezension: „Das Joshua-Profil“ – Sebastian Fitzek

14012084_1097235183675955_371232320_nTitel: „Das Joshua-Profil“
Autor: Sebastian Fitzek
Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2015
Seitenanzahl: 432 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Hardcover 19,99€
Verlag: Bastei LĂŒbbe
Klappentext:
Der erfolglose Schriftsteller Max ist ein gesetzestreuer BĂŒrger. Anders als sein Bruder Cosmo, der in der Sicherheitsverwahrung einer psychiatrischen Anstalt sitzt, hat Max sich noch niemals im Leben etwas zuschulden kommen lassen. Doch in wenigen Tagen wird er eines der entsetzlichsten Verbrechen begehen, zu denen ein Mensch ĂŒberhaupt fĂ€hig ist. Nur, dass er heute noch nichts davon weiß … im Gegensatz zu denen, die ihn töten wollen, bevor es zu spĂ€t ist.

Das momentan aktuelle Buch von Sebastian Fitzek, „Das Joshua-Profil“, ist wieder ein etwas anderer Thriller vom Bestseller-Autor.
Wie wir es bei „Noah“ oder „Passagier 23“ schon erleben durften, kann Herr Fitzek auch anders, als nur Psycho.

Zuerst war ich etwas skeptisch, da ich von einigen gehört habe, der Inhalt wĂŒrde sich stark auf das Thema „Datenschutz/-missbrauch“ beziehen, was ich persönlich nicht wirklich spannend finde.
Aber genauso dachte ich, bevor ich die beiden anderen oben genannten Titel gelesen habe, die ebenfalls einen sehr wirtschaftlichen Aspekt aufweisen, und beide waren großartig!

Fitzek schafft es einfach immer wieder, fĂŒr manche Leser selbst uninteressante Themen, spannend und lesenswert zu gestalten. Auch wieder mit diesem Buch.
Durch KreativitÀt und Können schafft er es, die Leser in seinen Bann zu ziehen!

Zu Schreibstil, Wortwahl, Kapitelanzahl etc. ist nicht viel zu sagen, außer: Toll!
Es ist und bleibt eben ein Fitzek, wenn auch ein ungewöhnlicher bzw. anderer, als seine ersten Werke.
Mit seinen neueren BĂŒchern versucht er, auf aktuelle Themen aufmerksam zu machen, was ihm großartig gelingt!

Die Handlung ist angelehnt and das Buch „Die Blutschule“, welches quasi ein ‚Buch im Buch‘ darstellt. Denn Autor Max Rhode ist Protagonist im „Joshua-Profil“ und hat darin „Die Blutschule“ veröffentlicht, was ihm einen Bestseller einbrachte.
Fitzek veröffentlichte dieses also unter einem Pseudonym, was „Das Joshua-Profil“ noch durchdachter und fesselnder gestaltete, als sowieso schon.

„Die Blutschule“ spielt außerdem einen nicht unerheblichen Part im Buch, daher bietet es sich an, diese vor dem „Joshua-Profil“ zu lesen.
Aber auch wenn man dies versĂ€umt hat, fehlt es dem Leser an nichts. Wichtige Passagen und TextauszĂŒge werden im Buch erneut abgedruckt und aufgegriffen, sodass an VerstĂ€ndnis nichts eingebĂŒĂŸt wird.

Die Handlung ist durchgehend, flĂŒssig und rasant. Das Buch besteht nur aus spannungsgeladenen Szenen und ist ein wirklich guter Thriller mit Protagonisten, in die man sich hineinversetzen kann.
Das Buch wird nicht langweilig.
Selbst als es zum bereits angekĂŒndigten Thema kommt, formuliert Fitzek es interessant, passend zum Buch und verstĂ€ndlich fĂŒr jedermann!

Selbst als man denkt, dass es sich zum Ende neigt, setzt Fitzek nochmals einen drauf!
Auch, wenn hier wieder ein Thema angesprochen wird, welches ich eigentlich komplett in BĂŒchern ablehne, versteht er sich darauf, es ‚angenehm‘ zu halten.

Das Nachwort habe ich ebenfalls komplett gelesen und ich wirklich zu empfehlen!
Ich empfand es als sehr aufschlussreich zu erfahren, wie Fitzek persönlich ĂŒber die im Buch angesprochenen Themen denkt und wie er ĂŒberhaupt auf die Idee zu diesem Buch gekommen ist.

„Das Joshua-Profil“ regt, wie „Noah“, bei mir persönlich zum Denken an und ich glaube, dass ich damit nicht alleine bin.
Wenn ein Buch den Leser ĂŒber lĂ€ngere Zeit nach Beenden dieses immer noch begleitet, kann es nur ein grandioses Werk sein!

Von mir gibt es eine mehr als klare Kauf- und Leseempfehlung und 5/5 Sternen! 🙂

 

Hier könnt ihr „Das Joshua-Profil“ kaufen:

https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/thriller/das-joshua-profil/id_5649858

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Rezension: „TrĂ€um was Böses“ – C.L. Taylor

14055541_1097235173675956_61364778_nTitel: „TrĂ€um was Böses“
Autorin: C.L. Taylor
Erscheinungsdatum: 13. Juli 2015
Seitenanzahl: 432 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Piper
Klappentext:
Liebes Tagebuch, ich habe ein Geheimnis. Es zerfrisst mich. Es quÀlt mich. Und niemand darf es erfahren. Niemand.

Der obige Klappentext ist sehr kurz gehalten, was gewisse Neugier schĂŒrt.
Knapp und Knackig.

Der Schreibstil der Autorin ist flĂŒssig und lĂ€sst sich angenehm und schnell lesen.
Es ist mein bisher erstes Buch von der Autorin und ich war ĂŒberrascht, wie rasch man dieses Buch durch haben kann, wenn man sich ranhĂ€lt.

Die Story wird in 2 ErzÀhlstrÀngen erzÀhlt: Die Gegenwart und Vergangenheit der Protagonistin.
Entgegengesetzt einer Erwartungen, handelt das Buch nicht von einem Teenager, sondern von einer erwachsenen Frau.

Diese Hauptfigur finde ich nett, allerdings wirkt sie zwischendurch in der Tat etwas ‚verrĂŒckt‘ und naiv. Besonders in den RĂŒckblenden, die die HĂ€lfte des Buches ausmachen.

Die Handlung an sich finde ich gut, wobei die Spannung an einigen Punkten, vor allem zum Ende hin, etwas mehr hÀtte aufgepeppt werden können.
In diesem Buch hat mir einfach etwas Unerwartetes gefehlt. Es gibt nichts mysteriöses, kein großes Geheimnis, wie es der Klappentext ankĂŒndigt, keinen „Wow-Effekt“.
Es gibt nichts, womit man bis zum Ende des Buches nicht gerechnet hat, daher finde ich das Buch relativ durchschaubar. Das bĂŒĂŸt natĂŒrlich etwas an Spannung ein.

Diese wird zwar konstant und durchweg gehalten und man möchte wissen, was besagte Vergangenheit noch so bereit hÀlt, jedoch ist alles wirklich vorhersehbar.

Zum Ende ist noch zu sagen, dass ein, fĂŒr mich, wichtiger Punkt, nicht geklĂ€rt wurde, was ich sehr schade finde. Denn er ist der eigentliche Ursprung des Buches und der Grund fĂŒr die Geschehnisse in der Story.

Allgemein ist es ein solides Buch und bekommt von mir 3 Sterne. 🙂

 

Hier könnt ihr „TrĂ€um was Böses“ kaufen:

https://www.piper.de/buecher/traeum-was-boeses-isbn-978-3-492-30380-4

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Rezension: „Der Augensammler“ – Sebastian Fitzek

14011891_1097235170342623_1339720594_nTitel: „Der Augensammler“
Autor: Sebastian Fitzek
Erscheinungsdatum: 1. Juni 2011
Seitenanzahl: 464 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Knaur
Klappentext:
Erst tötet er die Mutter, dann verschleppt er das Kind und gibt dem Vater 45 Stunden Zeit fĂŒr die Suche. Das ist seine Methode. Nach Ablauf der Frist stirbt das Opfer in seinem Versteck. Doch damit ist das Grauen nicht vorbei: Den aufgefundenen Leichen fehlt jeweils das linke Auge. Bislang hat der »Augensammler« keine brauchbare Spur hinterlassen. Da meldet sich eine mysteriöse Zeugin: Alina Gregoriev, eine blinde Physiotherapeutin, die behauptet, durch bloße KörperberĂŒhrungen in die Vergangenheit ihrer Patienten sehen zu können. Und gestern habe sie womöglich den Augensammler behandelt 


„Der Augensammler“ war eines von vielen BĂŒchern, die ich bereits von Sebastian Fitzek gelesen habe. Daher hatte ich eine hohe Erwartungshaltung in Anbetracht seiner anderen grandiosen Werke!

Das Buch ist allerdings besonders: Es ist von der Formatierung her so aufgeteilt, dass es vom Epilog vom Prolog lÀuft, also von hinten nach vorn. Ebenso die Seitenzahlen.
ZunÀchst empfand ich das als ziemlich verwirrend, jedoch sollte dies wohl zum Ende des Buches hin aufgelöst werden. Leider konnte ich die Lösung nicht ganz herausfinden.
Da das Buch allerdings mit dem Werk „Der AugenjĂ€ger“ zusammenhĂ€ngt, habe ich die Hoffnung, dass dieses Buch mir etwas mehr Aufschluss darĂŒber gibt.
Ich habe zwar eine Vermutung, dass dieses Buch so etwas wie die Vorgeschichte darstellen soll, bin mir allerdings nicht ganz sicher.

Über Schreibstil, Ideenreichtum, angenehme Wortwahl und flĂŒssigen Leserhythmus brauche ich bei Fitzek nicht viel zu schreiben: Der Mann ist brillant und das wissen wir mittlerweile.
Er konnte mich bisher immer auf irgendeine Art und Weise von sich und seinen Geschichten ĂŒberzeugen, auch, wenn einzelne Teilaspekte in den Storys nicht meine Vorlieben treffen.

Das Buch beginnt sehr spannend und macht eindeutig Lust auf mehr.
Der Protagonist, Alexander Zorbach, wird sehr ausfĂŒhrlich beschrieben und wirkt durchaus sympathisch auf den Leser.
Dies kann ich leider von anderen Charakteren in diesem Buch nicht behaupten.
Teilweise wurden die Polizisten etwas ĂŒberdramatisiert dargestellt, was mich wirklich gestört hat.

Die Handlung an sich ist spannend, dennoch nicht immer schlĂŒssig fĂŒr mich gewesen.
Eventuell lag es an den Perspektivwechseln.
Je Kapitel wird das Geschehen von anderen Figuren, allerdings hauptsÀchlich von Zorbach, beschrieben.
Der Wechsel zwischen Zorbach und anderen ErzÀhlfiguren ist mir manchmal unsinnig erschienen.

Außerdem gibt es durch die ‚Partnerin‘ von Zorbach ebenfalls Einzug von ĂŒbersinnlichen Elementen, die teilweise passend waren. Jedoch fĂ€llt es mir grundsĂ€tzlich schwer, ein Buch durch solche Aspekte realistisch zu betrachten, da ich daran glaube, dass es so etwas nicht gibt.

Leider muss ich gestehen, dass ich genrell von diesem Buch etwas mehr erwartet habe.
Einfach mehr Psycho, Ă€hnlich wie in „Der Seelenbrecher“ oder „Die Therapie“.
Aber darauf warte ich seit besagten BĂŒchern vergeblich.

Das Buch endet mit einem offenen Ende bezĂŒglich Zorbachs, was aber augenscheinlich in „Der AugenjĂ€ger“ weiter verfolgt zu werden scheint.
Ich hoffe, dass meine Kritikpunkte an diesem Buch, im nÀchsten aufgegriffen werden und die gesamte Geschichte abgeschlossen wird.

Dennoch kann ich dem Buch leider nu 3,5/5 Sternen geben, da die Ermittlungen teilweise vor sich hingeplĂ€tschert sind und der TĂ€ter fĂŒr mein Empfinden zu viele Hinweise geliefert hat.
Trotzdem ist es ein durchaus empfehlenswertes Buch und ein Muss fĂŒr jeden Fitzek-Fan!

 

Hier könnt ihr „Der Augensammler“ kaufen:

http://www.droemer-knaur.de/buch/1219629/der-augensammler

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Rezension: „Der Vollstrecker“ – Chris Carter

14018131_1097235167009290_148334751_nTitel: „Der Vollstrecker“

Autor: Chris Carter
Erscheinungsdatum: 15. Juli 2011
Seitenanzahl: 496 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Ullstein
Klappentext:
Ein Priester wird geköpft, seiner Leiche ein Hundekopf aufgesetzt. Eine Frau verbrennt bei lebendigem Leibe in einem verlassenen Haus. Eine weitere wird an den FĂŒĂŸen aufgehĂ€ngt und in ihrer eigenen Badewanne ertrĂ€nkt. Detective Robert Hunter und sein Kollege Garcia sind auf der Jagd nach einem brutalen und gewissenlosen Killer. Ein Killer ohne Erbarmen, der weiß, was seine Opfer am meisten fĂŒrchten.

„Der Vollstrecker“ ist bereits mein zweites Buch vom werten Herrn Carter.
Da mir das erste schon gefallen hat, es aber an Spannung etwas gefehlt hatte, erhoffte ich mir hier ein bisschen mehr.
Und ich habe mir nicht zu viel erhofft:

Die Story handelt wieder von Detective Robert Hunter und Detective Carlos Garcia.
Wie bereits im ersten Teil hat Carter hier wieder ein gewisses FeingefĂŒhl bewiesen und die Charaktere toll, ausfĂŒhrlich und sympathisch beschrieben.
Ich wiederhole mich, aber dieser Punkt ist mir sehr wichtig:
Ich habe bisher kaum solche sympathischen Protagonisten erlebt!

Carters Schreibstil ist auch hier wieder flĂŒssig, stringent und gut zu lesen.
Aber ein kleines, aber bedeutendes Detail gibt es hier zuzĂŒglich:
Die Handlung ist sehr spannungsgeladen und spannungsaufbauend geschrieben, sodass man quasi in rasantem Tempo durch das Buch fliegt.
Ein wahrer Pageturner!

Man bekam als Leser konstant subtile Hinweise auf den TĂ€ter, sowie seine Intention fĂŒr die Taten. Die Ermittlungen schritten kontinuierlich voran, was immer wieder neue HintergrĂŒnde und Informationen zu Tage fĂŒhrte.
Daher brach die Spannung niemals ab, sondern schritt auf fesselnde Art und Weise voran.

In diesem Buch gab es ein paar gewisse „ĂŒbersinnliche“ Elemente inform von Visionen, die hier allerdings passend und keines Falls fehl am Platz waren.
Ich persönlich bin kein großer Fan von Übersinnlichem und schon gar nicht in Thrillern, aber bei dieser Geschichte war es in einem angemessenen Maß vorhanden und daher nicht störend, sondern interessant.

Ich bin voll zufrieden mit diesem Buch und habe keine negativen Kritikpunkte anzusetzen.
Eigentlich bekommen nur psychologisch packende Psychothriller von mir 5 Sterne, da diese mich meistens am ehesten beeindrucken, aber dieses Buch hat mich wirklich vollkommen in seinen Bann gezogen und mir Lust auf mehr gemacht.

Daher bekommt dieses schöne BĂŒchlein volle 5/5 Sternchen von mir. 🙂

 

Hier könnt ihr „Der Vollstrecker“ kaufen:

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Rezension: „Todesfrist“ – Andreas Gruber

14169452_1106761006056706_1952425901_nTitel: „Todesfrist“
Autor: Andreas Gruber
Erscheinungsdatum: 18. MÀrz 2013
Seitenanzahl: 432 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Goldmann
Klappentext:
»Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entfĂŒhrt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie.« Mit dieser Botschaft beginnt das perverse Spiel eines Serienmörders. Er lĂ€sst seine Opfer verhungern, ertrĂ€nkt sie in Tinte oder umhĂŒllt sie bei lebendigem Leib mit Beton. Verzweifelt sucht die MĂŒnchner Kommissarin Sabine Nemez nach einer ErklĂ€rung, einem Motiv. Erst als sie einen niederlĂ€ndischen Kollegen hinzuzieht, entdecken sie zumindest ein Muster: Ein altes Kinderbuch dient dem TĂ€ter als grausame Inspiration – und das birgt noch viele Ideen …

„Todesfrist“ ist mein erster Thriller von Andreas Gruber und ich habe nur positive Meinungen darĂŒber gehört und wollte mich selbst davon ĂŒberzeugen.

Gruber beginnt die Handlung mit einem spannenden und zugleich schockierenden, grausamen Prolog. Hier findet man eine Reihe von medizinischen Fachbegriffen, die mich zuerst ĂŒberrollt haben, aber spĂ€ter simpel erklĂ€rt wurden.
Im Prolog erfĂ€hrt man die Gedanken des Opfers, welches zum Ende des Prologs weiß, wer sie entfĂŒhrt hat.

Das weitere Buch ist in 3 Teilabschnitte eingeteilt, die die Tage der Handlung und Ermittlungen verdeutlichen.
Der erste Teil spielt allerdings 2 Monate nach dem Prolog, was, wie ich finde, eine sehr lange Zeitspanne ist. Vom ersten bis zum dritten Teil vergehen im Buch also 3-4 Tage, welches beim Lesen allerdings lÀnger vorkommt.

WĂ€hrend des Lesens fiel mir sofort auf, dass der Autor zu Beginn des Buches selbst noch seinen Weg der Formulierungen zu finden vermag. Man erkennt viele kurze, manchmal abgehackte SĂ€tze, die hintereinander gereiht wirklich schwierig betont zu lesen sind.
Außerdem störte mich am Anfang die Wortwahl. Mal las man sehr umgangssprachliche Formulierungen, wie „verdammte Kuhscheiße!“ und 2 SĂ€tze weiter hieß es „Vater, verschweige nichts!“, was fĂŒr mich schon fast poetisch klingt.
Daran muss man sich zunĂ€hst gewöhnen, jedoch flacht diese Differenz im weiteren Verlauf immer mehr ab und Gruber scheint bezĂŒglich des Satzbaus und der Wortwahl, sowie Formulierung angekommen zu sein.
Sein Schreibstil ist nichtsdestotrotz gut und flĂŒssig zu lesen, sodass ein angenehmer Leserhythmus entsteht.

Das Buch liest sich in verschiedenen Perspektiven, die durch einen allwissenden ErzÀhler vorgetragen werden. Auch hier wird in der Zeit gesprungen, sodass manche Teile vor der eigentlichen Handlung spielen.
SpÀter verdichten sich diese Perspektiven allerdings zu einer Story, was aber bis fast zum Ende des Buches anhÀlt.

Mit den Protagonisten musste ich mich ehrlich gesagt zunÀchst etwas anfreunden.
Die Protagonistin erschien mir am Anfang sehr burschikos, naiv und eventuell auch unqualifiziert.
Der Protagonist war mir zu Beginn einfach nur unsympathisch. Mir gefiel sein Umgang mit anderen Leuten nicht, sein allgemeines Verhalten, seine Gewohnheiten, seine Sprache. Das, was alle anderen Leser so zu begeistern schien und was alle augenscheinlich lustig fanden, empfand ich persönlich eigentlich eher als störend.
Allerdings muss ich sagen, dass nach ca. 100 Seiten beide Figuren immer sympathischer wurden und sich darauf verstanden, in gewissen Teilaspekten doch zu kooperieren.
Kurz: Eine Entwicklung von unsympathisch zu sympathisch.
Trotzdem konnte ich mich durch die beschriebenen Eigenschaften beider nicht wirklich in sie hineinversetzen, was ich allerdings als nicht ganz so schlimm empfand.

Die Geschichte an sich ist konstant spannend und interessant und bietet hintergrĂŒndlich verknĂŒpfte Informationen, die nach und nach ans Tageslicht kommen.
Hier ist allerdings zu sagen, dass der TĂ€ter fast seit Beginn des Buches fest stand und das Buch dadurch viel zu durchschaubar wurde. Ich hĂ€tte mir mehr GeheimniskrĂ€merei und am Ende den gewissen „Wow-Effekt“ gewĂŒnscht.
Leider erhĂ€lt man lediglich immer mehr Informationen ĂŒber den TĂ€ter und seine Intention, was zwar ebenfalls durchaus spannend gestaltet ist, aber nicht zu einem rasanten Spannungshöhepunkt hinauslĂ€uft.
Die Geschichte hat ebenfalls etwas mit einem bekannten, grausamen Kinderbuch zu tun, welches ich zwar vom Namen her kannte, mir die einzelnen Storys darin allerdings nicht bekannt waren. Deshalb musste ich zwischenzeitlich googlen bzw. HintergrĂŒnde erfragen, womit ich aber vermutlich alleine bin.

Schlussendlich war es fĂŒr mich ein gutes, unterhaltsames Buch, das allerdings fĂŒr meinen Geschmack zu offensichtlich gehalten war.
Ich vergebe 3,5/5 Sternchen fĂŒr das Buch, bin aber auf die weitere Reihe sehr gespannt! 🙂

 

Hier könnt ihr „Todesfrist“ kaufen:

http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Todesfrist/Andreas-Gruber/Goldmann-TB/e412835.rhd

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Rezension: „Alles muss versteckt sein“ – Wiebke Lorenz

14030886_1097235130342627_690006835_n.jpgTitel: „Alles muss versteckt sein“
Autorin: Wiebke Lorenz
Erscheinungsdatum: 3. September 2012
Seitenanzahl: 349 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Klappenbroschur 15,95€
Verlag: Thriller Blessing
Klappentext:
Was tust du, wenn deine Mordfantasien Wirklichkeit werden?

Ihre Gedanken sind mörderisch, ihre eigene Angst davor unaussprechlich: Nach einem Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken, betrachtet sich als Gefahr fĂŒr sich selbst und andere. Monatelang kĂ€mpft sie gegen die grausamen Mordfantasien an, die wie Kobolde durch ihren Kopf spuken, stĂ€ndig verbunden mit der Panik, sie könne diese furchtbar realen Fantasien eines Tages nicht mehr kontrollieren und in die Tat umsetzen. Und dieser Tag kommt, als Marie neben ihrem toten Freund erwacht, der mit einem Messer auf grausamste Weise niedergemetzelt wurde. Am Ende eines Gerichtsprozesses wird sie aufgrund ihrer SchuldunfĂ€higkeit zum Maßregelvollzug in der forensischen Psychiatrie verurteilt. Dort sucht Marie verzweifelt nach Erinnerungen an die Mordnacht, denn fĂŒr Marie selbst sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen und ihr helfen zu wollen. Aber schon bald wĂ€chst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit vielleicht nichts so gewesen ist, wie es scheint 


 Wiebke Lorenz schreibt fĂŒr viele BlĂ€tter und Zeitschriften, nicht zuletzt aber auch eigene Romane und Thriller.
Ihr erster Thriller „Alles muss versteckt sein“ erhielt viel positive Kritik und RĂŒckmeldung.

FĂŒr mich war es der erste Thriller von Wiebke Lorenz, der zweite „Bald ruhest du auch“ liegt allerdings schon auf meinem SuB.

Der Schreibstil der Autorin ist flĂŒssig zu lesen, jedoch störte mich die Wortwahl und der Satzbau an manchen Stellen. Es klang fĂŒr mich teilweise einfach zu kindisch fĂŒr eine 38-jĂ€hrige Protagonistin.
Dementsprechend unpassend empfand ich die Darstellung der Protagonistin, denn sie verhÀlt sich teilweise absolut nicht ihrem Alter entsprechend.

Die Handlung spielt in der Gegenwart in der Psychiatrie, greift aber durch GesprÀche den eigentlichen Handlungsstrang, der in der Vergangenheit liegt, auf und entlarvt einige bisher offene Fragen.
Die wichtigen Szenen aus der Vergangenheit werden im Laufe des Buches nacherzĂ€hlt, aber mehr auch nicht. Darauf hĂ€tte man viel mehr Wert legen mĂŒssen, um es interessanter und authentischer zu gestalten.

Der Verlauf der Handlung an sich plĂ€tschert etwas unspektakulĂ€r vor sich hin und erzĂ€hlt die Lebensgeschichte der Protagonistin, und ĂŒber das Leben in der Psychiatrie, was durchaus spannend sein kann, wĂ€re es packender formuliert worden.
So erscheint es wie ein Protokoll eines Klinikalltags.

Meiner persönlichen Meinung nach finde ich, dass in diesem Buch weniger auf das fesselnde ErzÀhlen einer Geschichte gepocht wird, als auf allgemeine Informationen.
Einige Aspekte sind in der Tat informativ, werden jedoch von der QuantitĂ€t her nicht von der Spannung ĂŒberdeckt, was das Ganze etwas langatmig macht.
Spannung an sich findet man vorrangig auf den letzten 50 Seiten.

Das Ende des Buches empfand ich ebenfalls als nicht besonders spektakulÀr. Es war durchaus interessant und geschickt mit den Ereignissen in der bisherigen Story verstrickt, jedoch fehlte mir auch hier einfach ein packendes, unerwartetes Ereignis.

FĂŒr mich war dieses Buch ein netter Zeitvertreib fĂŒr zwischendurch und eine informative Geschichte zu den Themen „Psychiatrie und ihr Alltag“ und „Zwangserkrankungen“, aber nicht mehr.

Da ich mir etwas mehr erhofft hatte und mir etwas unheimliches“mysteriöses gefehlt hat, kommt das Buch bei mir leider nur auf 3/5 Sternen. 😩

 

Hier könnt ihr „Alles muss versteckt sein“ kaufen:

http://www.randomhouse.de/Paperback/Alles-muss-versteckt-sein/Wiebke-Lorenz/Blessing/e397228.rhd#|vita

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Rezension: „Der Kruzifix-Killer“ – Chris Carter

14055597_1097235127009294_943090839_n.jpgTitel: „Der Kruzifix-Killer“
Autor: Chris Carter
Erscheinungsdatum: 10. Juni 2009
Seitenanzahl: 480 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,95€
Verlag: Ullstein
Klappentext:
Er kennt keine Gnade. Er tötet grausam.
Und er ist teuflisch intelligent.
Los Angeles: Die Leiche einer wunderschönen Frau wird gefunden, zu Tode gequĂ€lt und bestialisch verstĂŒmmelt. Keinerlei Spuren. Bis auf ein in den Nacken geritztes Kreuz, ein Teufelsmal: das Erkennungszeichen eines hingerichteten Serienmörders. Detective und Profiler Robert Hunter wird schnell klar, dass der Kruzifix-Killer lebt. Er mordet auf spektakulĂ€re Weise weiter. Und er ist Hunter immer einen Schritt voraus – denn er kennt ihn gut. Zu gut.

Chris Carter wurde mir mehrfach empfohlen und ich war wirklich gespannt, was mich bei seinem ersten Buch erwartet.
Ich wurde nicht enttÀuscht.

Das Buch beginnt sehr rasant mit einem der spÀteren Spannungshöhepunkte, was mir nicht so zusprach, da ich in besagter Szene den Prolog nochmals nachlesen musste, da er dort rausgenommen wurde.

Bei Carter scheint sich das Buch quasi von hinten aufzurollen:
Erst die Spannung, dann die Vorstellung der Charaktere und des Falles.
Besagte Vorstellungen sind aber sehr detailliert und tiefgrĂŒndig, sodass man sich die Figuren bildlich vor Augen fĂŒhren kann.
Da die Beschreibungen jedoch fĂŒr meinen Geschmack relativ spĂ€t einsetzen, hatte ich mir schon mein eigenes Bild von den Protagonisten gemacht, was durch die zugehörigen Merkmale lediglich ergĂ€nzt wurde.

Der Autor schafft es, dass beide Protagonisten wirklich sehr sympathisch auftreten.
Damit hat Carter mich ĂŒberzeugt, dass Detective-Geschichte nicht immer stumpf sein mĂŒssen. Ich habe selten in BĂŒchern so nette Ermittler erlebt.

Carters Schreibstil ist flĂŒssig, wortgewandt und sehr gut zu lesen. Die SĂ€tze sind nicht zu lang und nicht zu kurz, was das Ganze angenehmer macht.
Ebenso sind die Kapitel in einem angemessenen Maß gehalten, unter-/und ĂŒberspannen den Bogen mit der LĂ€nge nicht.

Die Spannungskurve hÀlt sich wÀhrend des ersten Teils des Buches relativ flach und wird erst zum Ende hin interessanter.
Die Ermittlungen werden sehr breit geschildert, sowie die Vorkommnisse wĂ€hrenddessen ausfĂŒhrlich beschrieben, was jedoch auf Dauer sehr langatmig erscheint, da kaum Fortschritt erzielt wird.

Allerdings ist es natĂŒrlich ein ermittlungslastiger Thriller, in dem das Hauptaugenmerk auf der Polizeiarbeit liegt.

Trotz aller wirklichen positiven EindrĂŒcke fehlt mir im Buch der gewisse „Wow-Effekt“, auch bezĂŒglich der AufklĂ€rung.
Es gibt kleinere Ungereimtheiten im Buch, die mehr oder weniger auffallen mögen, aber nicht zueinander passen.

FĂŒr mich jedoch nichtsdestotrotz ein gutes Buch und ein Auftakt, der mich dazu bewegt, seine weiteren BĂŒcher zu lesen.
Von mir gibt es 3,5/5 Sternchen. 🙂

 

Hier könnt ihr „Der Kruzifix-Killer“ kaufen:

http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/der-kruzifix-killer-9783548281094.html

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Rezension: „Der Trakt“ – Arno Strobel

14017755_1099976603401813_937350789_n.jpgTitel: „Der Trakt“
Autor: Arno Strobel
Erscheinungsdatum: 9. Januar 2016
Seitenanzahl: 312 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Taschenbuch 6,66€ BILD Sonderausgabe
Verlag: Eder & Bach; Auflage 1
Klappentext:
»Wer bin ich wirklich?« Als Sybille Aurich aus dem Koma erwacht, ist die Erinnerung an den nĂ€chtlichen Überfall im Park noch da, den sie fast unversehrt ĂŒberlebt hat. Allerdings kann sich niemand mehr an sie erinnern. Ihr Mann erkennt sie nicht, ihre Freundin verleugnet sie, ihr Sohn scheint nicht mehr zu existieren. FĂŒr Sybille beginnt eine alptraumhafte Suche nach ihrer wahren IdentitĂ€t. Kann sie das perfide Spiel entschlĂŒsseln?
Ein Psychothriller par excellence, spannend bis zur allerletzten Seite.

Arno Strobel, der zu Beginn einige Schwierigkeiten hatte seine Geschichten an den Mann zu bringen, veröffentlichte 2010 im Fischer Verlag seinen ersten Psychothriller „Der Trakt“ und erhielt damit gute Platzierungen in Bestseller-Listen.

„Der Trakt“ wurde mir von einigen Stellen bereits empfohlen und ist gleichzeitig mein erstes Buch von Strobel. Aber ich will zunĂ€chst erst so viel sagen: Es wird nicht das Letzte gewesen sein!

Das Buch beginnt bereits in rasantem ErzÀhltempo, welches durchgehend beibehalten wird.
Als Leser wird man zu Beginn in den Ursprung des Buches hineingeworfen, ohne vorher Genaueres ĂŒber die Charaktere und deren Geschichte zu erfahren.
Aber genau das macht es um einiges spannender, denn dies findet man selber wÀhrend der Handlung heraus.

Strobels Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Man kann das Buch flĂŒssig „in einem weg“ lesen, ohne, dass es langweilig wird oder man sich an bestimmten Formulierungen stört.

Geschrieben ist das Buch aus der Sicht eines allwissenden ErzÀhlers. Es gibt zwischendrin Perspektivenwechsel zu einer geheimnisvollen Person, die augenscheinlich etwas mit dem Mysterium das die Protagonistin Sibylle umgibt, zu tun hat.
Dort wird einiges ĂŒber die Vergangenheit der Person verraten, aber nicht zu viel, sodass eine gewisse Unsicherheit weiterhin besteht. Man weiß bis zum Ende nicht, wie diese unbekannte Person in das Geschehen passt, genauso wie die Person, ĂŒber die in diesen Perspektiven gesprochen wird.

Der Handlungsverlauf ist wirklich sehr packend. Der Leser fiebert durchgehend mit der Protagonistin mit und wird stetig zwischen RealitÀt und Wahn hin und her geschmissen.
Dadurch entsteht eine gewisse Empathie zur Hauptfigur und ihrer Verwirrtheit bezĂŒglich der ganzen Szenarien.
Ebenso wie sie, weiß man selber nicht, welchen Menschen man trauen kann und welchen nicht.
Das Buch bietet emotionale GefĂŒhlsausbrĂŒche, sodass ich zwischenzeitlich die Protagonistin schĂŒtteln wollte, um ihr zu sagen, dass sie meiner Meinung nach einen Fehler begeht!

Die gesamte Handlung baut sich auf einem Katz-und-Maus-Spiel auf, in das man selbst als Leser gefangen ist.
Ich selbst konnte zwischenzeitlich nicht mehr erkennen, was surreal war und was nun der RealitÀt entsprach; wem man vertrauen konnte und wem nicht.
Strobel inszenierte Situationen so, dass genau diese GefĂŒhle dabei hervorgerufen wurden und hat es grandios umgesetzt.

Bis zur letzten Seite hin bleibt es spannend und man möchte das Buch nicht aus der Hand legen!
Mich persönlich erinnert die Anfangsszenerie an „Splitter“ von Sebastian Fitzek, baut sich im Laufe des Buches jedoch zu einer völlig anderen und nicht ganz abstrusen ErklĂ€rung auf.

Das Ende empfand ich als sehr gut gelungen und sogar informativ.
Auf den letzten Seiten hegt man einen Verdacht, um was es sich bei dem Ganzen handeln könnte, jedoch hat man keine Ahnung, was fĂŒr Ausmaße das annehmen wĂŒrde.
(Hierbei ist zu sagen, dass ich persönlich so etwas in der RealitĂ€t noch nicht mitbekommen habe, ich aber durchaus davon ĂŒberzeugt bin, dass es diese Dinge in dunklen Ecken wirklich gibt.)
Ich kann nur so viel sagen: Biologie LK in der Oberstufe hat schon etwas beim VerstÀndnis geholfen.
Zwingend nötig ist dieses Wissen zwar nicht, allerdings sollte man bereit sein, sich mit der Materie auseinanderzusetzen und darauf einzulassen.

FĂŒr mich ein rundum packendes und fesselndes Buch, dass ich so gerne weiter von Strobel erleben möchte!
Volle Punktzahl und 5/5 Sternchen fĂŒr diesen Psychothriller! 🙂

 

Hier könnt ihr „Der Trakt“ in der Original-Ausgabe fĂŒr 8,95€ kaufen:

http://www.fischerverlage.de/buch/der_trakt/9783596186310

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Rezension: „Eisige Schwestern“ – S.K. Tremayne

14030803_1097235083675965_1757200201_nTitel: „Eisige Schwestern“
Autor: S.K. Tremayne
Erscheinungsdatum: 14. Mai 2015
Seitenanzahl: 400 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Broschiert 14,99€
Verlag: Knaur
Klappentext:
Ein Jahr nachdem die sechsjÀhrige Lydia durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, sind ihre Eltern Sarah und Angus psychisch am Ende. Um neu anzufangen, ziehen sie zusammen mit Lydias Zwillingsschwester Kirstie auf eine atemberaubend schöne Privatinsel der schottischen Hebriden. Doch auch hier finden sie keine Ruhe. Kirstie behauptet steif und fest, sie sei in Wirklichkeit Lydia, die Eltern hÀtten den falschen Zwilling beerdigt.
Bald hĂŒllen Winternebel die Insel ein, Angus ist beruflich oft abwesend, und bei Sarah schleicht sich das unheimliche GefĂŒhl ein, etwas stimme nicht. Zunehmend fragt sie sich, welches ihrer MĂ€dchen lebt. Als ein heftiger Sturm aufzieht, sind Sarah und Kirstie komplett isoliert und den Geistern der Vergangenheit ausgeliefert…

Der Autor S.K. Tremayne wurde aufgrund dieses Buches hochgelobt. Ich hatte ebenfalls ehr viele positive Bewertungen zu dem Buch gelesen und musste es daher einfach selbst lesen.

Die Grundidee, einen Psychothriller mit einer Zwillingsgeschichte zu schreiben, finde ich grandios.
Allerdings fehlt es hier eindeutig an einer angemessenen Umsetzung!
Ein Spannungsaufbau beginnt erst ab Seite 200, was definitiv zu spĂ€t ist. Vorher besteht das Buch gefĂŒhlt aus reinen Landschaftsbeschreibungen der schottischen Highlands.
Aber auch nach den besagten 200 Seiten fÀllt die Spannung wieder rapide ab.

FĂŒr mich hatte das Buch als Ganzes ebenfallsviele Defizite, die es wirklich anstrengend machten, ĂŒberhaupt weiterzulesen:

Die beiden Protagonisten sind viel zu undetailliert ausgearbeitet. Man erfĂ€hrt immer nur dieselben Punkte, die man schon gefĂŒhlte fĂŒnfmal zuvor gelesen hat. Auch bei den Kindern verhĂ€lt es sich so. Genau genommen erfĂ€hrt man nur, dass die Kinder außergewöhnlich hĂŒbsch sind, was wirklich sehr aufgebauscht wird.
Ebenso sind beide sehr unauthentisch in ihrer Wortwahl, sowie dem gesamten Verhalten, welches wirklich absolut unrealistisch dargestellt wird. Keine Eltern wĂŒrden sich in RealitĂ€t so ihren Kindern gegenĂŒber verhalten.
Beide empfand ich als ĂŒberaus störend und unsympathisch, wobei die weibliche Protagonistin deutlich anstrengender war, als der mĂ€nnliche Part.
Auch ihre Beziehung zueinander stellt sich als sehr absurd und verquer dar.

Manche Gedanken sind absolut unpassend zur Handlung und lassen sich demnach nicht wirklich nachvollziehen.
Ein eigenes Beispiel: In einer Story wird ein Kind vermisst und die Mutter geht seelenruhig einkaufen, wÀhrend ihr Kind vermutlich in Gefahr ist.
Genauso abstrus stellte sich die Handlung in diesem Buch dar, die teilweise einfach in den Raum geworfen wird, ob sinnvoll oder nicht (meistens nicht), und sich daher total realitÀtsfremd verhÀlt.

Ebenfalls gibt es einige WidersprĂŒche im Laufe der Handlung und Tippfehler, die einfach nicht passieren dĂŒrfen, damit das Buch authentisch wirkt:
Auf dem Cover sind beide MĂ€dchen rotblond, im Buch werden sie allerdings als wasserstoffblond beschrieben.
Die Protagonistin fĂ€hrt nach Bradford einkaufen (Bradford liegt in Großbritannien), 2 Seiten spĂ€ter heißt es Broadfort und wieder 2 Seiten spĂ€ter ist es Broadfoard. Vielen wird dies vermutlich nicht auffallen, aber aus eigenem Interesse heraus kenne ich Bradford und weiß um die geographische Lage. Dementsprechend verwirrt war ich, als ich las, dass jemand von Schottland nach England fahren wollte, lediglich um EinkĂ€ufe zu tĂ€tigen.

Weiterhin hat man als Leser das GefĂŒhl, dass der Autor alles in seiner Macht stehende versucht hat, möglichst viele Themen in das Buch einfließen zu lassen.
Man wurde als Leser in ein Meer von mehreren möglichen Ursachen fĂŒr ein Problem geworfen, wovon gefĂŒhlte 99% Unsinn waren. Das Ganze machte das Buch sehr unstimmig und anstrengend zu lesen.

Das Ende des Buches empfand ich ebenfalls als unpassend. Ich hÀtte in jedem Fall mehr erwartet.

Leider gibt es von mir nur gut gemeinte 2/5 Sternen fĂŒr das Buch. 😩

 

Hier könnt ihr „Eisige Schwestern“ kaufen:

http://www.droemer-knaur.de/buch/7997428/eisige-schwestern

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Rezension: „Phobia“ – Wulf Dorn

14088894_1099597280106412_1475384971_nTitel: „Phobia“
Autor: Wulf Dorn
Erscheinungsdatum: 13. Oktober 2014
Seitenanzahl: 400 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Heyne
Klappentext:
Angst hat ein Zuhause

Eine Dezembernacht im Londoner Stadtteil Forest Hill. Sarah Bridgewater erwacht, als sie ihren Mann ĂŒberraschend frĂŒh von einer GeschĂ€ftsreise nach Hause kommen hört. Doch der Mann, den sie in der KĂŒche antrifft, ist nicht Stephen. Er trĂ€gt jedoch den Anzug ihres Mannes, hat dessen Koffer bei sich und ist mit Stephens Auto nach Hause gekommen. Der Fremde behauptet, Stephen zu sein, und weiß Dinge, die nur Sarahs Mann wissen kann.
FĂŒr Sarah und ihren sechsjĂ€hrigen Sohn Harvey beginnt der schlimmste Alptraum ihres Lebens. Denn der Unbekannte verschwindet ebenso plötzlich wieder, wie er bei ihr aufgetaucht ist, und niemand will ihr glauben. Nur ihr Jugendfreund, der Psychiater Mark Behrendt, kann ihr jetzt noch helfen. Ein psychologisches Duell mit dem Unbekannten beginnt. Und von Stephen Bridgewater fehlt weiterhin jede Spur 


Dieses Buch von Wulf Dorn erweckt schon allein durch den Klappentext den Anschein, dass er sich diesmal an etwas anderem versucht hat.
„Phobia“ erscheint in britischer Manier und spielt in London und nicht, wie in vorherigen BĂŒchern, im fiktiven Fahlenberg.

Das Buch beginnt direkt und rasant, man wird als Leser mit einer geballten Wucht von Spannung ĂŒberhĂ€uft, die man zunĂ€chst nicht recht zuordnen kann.
Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt, was, fĂŒr mich persönlich, keinen Unterschied zu nicht-unterteilten BĂŒchern macht. Es stört nicht, aber es muss auch nicht zwingend sein.

Wie immer glÀnzt Herr Dorn mit Ideenreichtum, Detailliertheit und gefuchster Brillanz.
Sein Schreibstil ist flĂŒssig, die AusfĂŒhrungen sind klar und deutlich, die SĂ€tze nicht zu sehr verschachtelt. Kurzum: Man kann den Handlungen einwandfrei und angenehm folgen.

Die Protagonistin ist gut umgesetzt und beschrieben. Man kann sich sofort perfekt in sie, ihre Gedanken und Ängste hineinversetzen, denn Dorn greift ein nicht allzu realitĂ€tsfremdes Thema auf, mit dem Sarah zu Beginn konfrontiert wird.
Man empfindet sofort Empathie und steigt in die Story ein.

Ebenfalls hat es mich sehr gefreut, einen alten Bekannten aus seinem Erstlingswerk „Trigger“ wiederzutreffen. Seit dem Ende des Buches habe ich mich gefragt, was auch aus dieser Person geworden sei und freute mich dies nun zu erfahren. Hoffentlich geht die Geschichte weiter!

Die Handlung an sich ist gut aufgebaut, jedoch wird sie aus 2 Perspektiven erzÀhlt: Aus der von Sarah und aus der des TÀters.
FĂŒr mich macht es das ganze Buch weniger spannend, da man durchweg mehr und mehr ĂŒber den TĂ€ter, seine Intention und sein Vorhaben erfĂ€hrt. Dies fĂŒhrt dazu, dass der weitere Spannungsverlauf und das Ende keine weiteren Überraschungen zu bieten hat und demnach an Spannung verliert.

Auch bei diesem Buch erschließt sich gegen Ende hin, wieso das Coverdesign in dieser Form gewĂ€hlt wurde. Die ErklĂ€rung ist schlĂŒssig und gut durchdacht.

Leider konnte mich Dorn trotzdem mit diesem Werk nicht so sehr packen, wie mit seinen BĂŒchern davor.
Etwas hat mir einfach gefehlt.
Zu der Tatsache, dass der TÀter kein Geheimnis mehr war gesellte sich die andere, dass es in dem Buch weniger um die menschliche Psyche ging, als um das Leben an sich. Um reale Begebenheiten, die tatsÀchlich so passieren können.

Zum Ende hin wird noch ein aktuelles Thema aufgegriffen, das ich zu diesem Zeitpunkt nicht vorweg nehmen möchte, was aber durchaus interessant und zeitnah ist.
Besagtes Ende empfand ich allerdings dennoch als relativ unbefriedigend, da es viele Fragen und Dinge offen lĂ€sst, die ich mir noch gewĂŒnscht hĂ€tte, zu erfahren.
Dabei hoffe ich allerdings, dass darauf im nÀchsten Buch weiter eingegangen wird, wie wir es teilweise schon von Dorn gewohnt sind.
Trotzdem enttÀuschte mich das Buch damit.

In Anbetracht seiner durchaus packenden vorherigen Werke und meiner Bewertungen, kann ich diesem Buch leider nur 3,5/5 Sternen geben, da mich das Buch nicht so sehr in seinen Bann gezogen hat, wie ich es von diesem Autor gewohnt bin und mir an manchen Stellen einfach die mysteriöse, ungewisse Spannung gefehlt hat. 😩

 

Hier könnt ihr „Phobia“ kaufen:

http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Phobia/Wulf-Dorn/Heyne/e449130.rhd