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Rezension: „Adrenalin“ – Michael Robotham

14269755_1116777985055008_1956929222_nTitel: „Adrenalin“
Autor: Michael Robotham
Erscheinungsdatum: 2004
Seitenanzahl: 448 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Club Taschenbuch (neue Ausgabe Goldmann Verlag)
Klappentext:
Eine junge Krankenschwester wird grausam ermordet aufgefunden. Als die Polizei den renommierten Psychotherapeuten Joe O’Loughlin um Hilfe bei den Ermittlungen bittet, beschleicht diesen schon bald ein böser Verdacht: Die Verletzungen des Mordopfers stimmen in erschreckender Weise mit den Gewaltphantasien seines Patienten Moran überein. Joe ahnt nicht, dass er Gefahr läuft, in eine heimtückische Falle zu geraten – und dass nicht nur sein eigenes Leben an einem seidenen Faden hängt …

Michael Robotham wird als Bestseller-Autor und neuer Stern am Psychothriller-Himmel gefeiert.
„Adrenalin“ war mein erstes Buch von ihm, da ich alle für mich neuen Reihen, am liebsten in der richtigen Reihenfolge lese.
Ich hatte wirklich auf einen brillanten Psychothriller gehofft, aber nicht nur ich wurde maßlos enttäuscht. Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und wir alle waren der gleichen Meinung: Das war nichts!

Aber von vorne:
Robotham beschreibt zunächst den Protagonisten Joe O’Loughlin und seine Familie. Dies macht er dermaßen detailliert, dass man am Ende des Buches über 100/150 Seiten an Familiengeschichte und Hintergrund zusammen hat, ohne, dass dieser von großer Bedeutung wäre.
Das war einfach zu viel des Guten. Robotham hat sich dabei in wilde Hintergrundgeschichten verstrickt, die nicht zur Haupthandlung gehörten und die mich als Leser auch nicht wirklich interessiert haben. Vieles davon kam danach nie wieder zur Sprache.

Möglicherweise hat er versucht, in diesem ersten Teil viel Wissen einzubringen, welches in späteren Teilen der Reihe nochmal aufgegriffen wird. Ich denke allerdings, dass ein solches Wissen auch später passend hätte eingebracht werden können.

Der Protagonist erscheint einem weder sympathisch, noch unsympathisch. Trotz genauster Beschreibungen konnte ich mir kein Bild von ihm machen und einfach keine Empathie für diese Figur empfinden. Ich habe es während des gesamten Buches leider nicht geschafft, mich in ihn hineinzuversetzen und seine Handlungen zu verstehen.

Ebendiese Handlungen gestaltete Robotham teilweise auch als sehr unsinnig. Gerade zum Ende hin wird der Bogen mehrmals überspannt. Natürlich ist alles reine Fiktion, aber ich denke, gerade damit sollte man vorsichtig umgehen und sie nur portionsweise verteilen, ansonsten wirkt die Geschichte ziemlich realitätsfern.
Und genau das war sie an bestimmten Punkten einfach auch.

Auch die Handlungen von den Antagonisten und des Detective Inspector Ruiz, der weniger vorkam, als ich anfänglich dachte, waren teilweise wirklich nicht gut durchdacht.
Alle Figuren veränderten sich auch während der Handlung rapide.
Zu Anfang hat Robotham scheinbar viel darin investiert, alle möglichen Leute entweder nett oder böse auszuschmücken, um sie zum Ende hin genau in das Gegenteil zu verwandeln.
Dies empfand ich ebenfalls als sehr seltsam, weil dieser Prozess einfach kein Teil des Buches und daher nicht nachzuvollziehen war.

Hat der Autor viel Mühe in die Beschreibung des Protagonisten und seines sozialen Umfeldes gesteckt, so mangelte diese jedoch bei der übrigen Story umso mehr.
Robothams Schreibstil erschien mir als sehr verworren und nicht gut lesbar.
Ich musste teilweise ganze Seiten nochmal lesen, da ich nicht verstand, was geschehen war.
Man hatte häufig das Gefühl, als wären ganze Sätze oder Abschnitte einfach weggelassen worden. An einigen Stellen hätte es auch ein Absatz oder ein neues Kapitel getan.
Eigenes Beispiel: „Joe kaufte einen Donut. Der Zug fuhr schnell, sodass es schwer war, ihn einzuholen.“
Für mich ist sowas komplett zusammenhangslos. Dort würde beispielsweise ein Nebensatz/Zwischensatz, wie „(Joe kaufte [am Bahnhofskiosk] einen Donut) und sah, dass es schon ziemlich spät war. Daher beeilte er sich, um den Zug noch zu bekommen.“, mehr Klarheit schaffen.

Die Schrift an sich ist bei meiner Ausgabe eh ziemlich klein und gedrungen, sodass die Seiten dadurch relativ voll sind. Es gibt keine Absätze, nichts.
Das wird in der neueren Auflage vermutlich überarbeitet worden sein, ist aber ein definitives Minus für meine Originalausgabe.

 

Die Handlung an sich und ihr Ablauf waren in Ordnung, aber nicht besonders spannungsgeladen. Vieles war vorhersehbar, da mehrmals dieselben indirekten Hinweise auftauchten, oder eben kompletter Unsinn.

Der Klappentext allein ist bereits der größte Spoiler für den Leser, was ich als ein Unding empfinde!
In der Story selber kommt nichts Aufregendes oder Geheimnisvolles vor, was nicht schon der kurze Klappentext vorweg genommen hätte.
Man weiß quasi von Anfang an, auf was das Buch hinauslaufen wurde und wer der Täter ist.

Außerdem ist das Buch alles andere als ein „Psychothriller“! Wer sich darauf freut, wird auf jeden Fall enttäuscht.
Es ist nicht mehr, als ein zäher Krimi mit familiären Elementen.
Völlige Deplatzierung des Buches in ein Genre!

Das Ende hält zwar eine kleine Überraschung bereit, mit der man nicht gerechnet hätte, aber auf den letzten 3 Seiten tut dies, meiner Meinung nach, auch nichts mehr zum Buch bei.
Alles andere zum Ende hin war einfach nur lächerlich.
Ich hatte als Leser das Gefühl, dass Robotham hier gemerkt hat, dass die Spannung fehlte und nun alles auf ein hochexplosives Auslaufen der Geschichte setzte.
Für mich und meine Mitleser aus der Leserunde vollkommen übertrieben.

Von mir bekommt das Buch gut gemeinte 2/5 Sterne.
Trotzdem werde ich den nächsten Teil lesen und hoffe, dass dieser mehr überzeugen kann!

 

Hier könnt ihr die neue Ausgabe von „Adrenalin“ aus dem Goldmann Verlag kaufen:

http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Adrenalin/Michael-Robotham/Goldmann-TB/e381335.rhd

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Autor:

Hey Leute :) Ich bin Vanessa, 22 Jahre alt und lese leidenschaftlich gerne. Bevorzugt Psychothriller und Thriller! Hier auf meinem Block findet ihr Rezensionen zu meinen abgeschlossenen Büchern. Lasst euch meine Meinung nicht entgehen! :) Ich befinde mich hier noch in der Testphase, also seid nachsichtig mit mir. Ich probiere noch rum. Ich freue mich über jegliche Anmerkungen und Kritik, die mir hilft, meinen Blog besser und übersichtlicher zu gestalten! Schaut auch gerne mal auf meinem Bookstagram-Channel vorbei. Den Link findet ihr unten. :) Kommt mit mir auf eine Reise durch die Weiten meiner Bücherwelt :D

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