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Rezension: „Das Paket“ – Sebastian Fitzek

14914670_1163284683737671_2022657402_nTitel: „Das Paket“
Autor: Sebastian Fitzek
Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2016
Seitenanzahl: 368 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: JubilĂ€umsedition 19,99€
Verlag: Droemer Knaur
Klappentext:
Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlĂ€sst sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fĂŒrchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den TĂ€ter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fĂŒhlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket fĂŒr ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt …

In Thrillerkreisen ist Sebastian Fitzek lÀngst kein unbeschriebendes Blatt mehr.
Jeder kennt ihn, die meisten lieben ihn.
FĂŒr mich ist er der Meister der (Psycho-)Thriller und nur wenige Autoren können ihm ansatzweise das Wasser reichen.
Es gibt Höhen und Tiefen im Schreibbusiness, aber Fitzek scheint das Wort „Tief“ nicht zu kennen.
Mit jedem seiner BĂŒcher liefert er einen Bestseller nach dem anderen und ich bin sicher, dass auch „Das Paket“ den bisherigen Erscheinungen in Nichts nachstehen wird.

Mit diesem Buch scheint er zu seiner alten Psycho-Manier zurĂŒckzukehren, fĂŒr die ihn viele vergöttern – ich eingeschlossen.
Jedes seiner BĂŒcher ist in jedem Fall ein brillantes Werk; jeder Leser hat verschiedene Vorlieben was die Handlungen angeht und so gefĂ€llt einem ein Buch mal mehr, mal weniger. Doch bei Fitzek gibt es kein Buch, von dem ich gĂ€nzlich enttĂ€uscht bin!

Er schafft es, sogar unpopulĂ€re, fĂŒr manche nicht wirklich attraktive, Themen aufzugreifen und daraus ein grandioses Buch zu machen!
Grandios ist auch die Aufmachung dieses Buches: Die JubilÀumsedition kommt in einem (wer glaubt`s?) Paket!
Ein absolut toller Gedanke und man merkt, dass hier kluge Köpfe am Werk sind und jedes Fitzek-Buch zu einem Erlebnis machen wollen.
Schon bei „Das Joshua-Profil“ war ich hellauf begeistert durch die „Buch im Buch“-Idee in Zusamenhang mit „Die Blutschule“.
Weiter so!

Die Protagonistin, Emma Stein, Psychiaterin, wird von einem Killer, den die Presse „der Friseur“ nennt vergewaltigt, jedoch am Leben gelassen.
Ihr Leben wird dadurch völligst aus den Fugen geworfen.

Ich danke Gott, dass ich die GefĂŒhle einer vergewaltigten Frau nicht nachvollziehen oder mich in sich hineinversetzen kann, denn ich denke sowas kann man nur, wenn man selbst etwas Ähnliches erlebt hat.

Jedoch muss ich gestehen, dass die Auswirkungen dieser Hotelnacht auf Emma mich anfangs etwas gestört haben. Sie erschienen mir zu ĂŒberzogen und nervtötend.
Manchmal wollte man sie schĂŒtteln, ihr sagen, was sie zu tun hat…
Allerdings mag ich mir nicht anmaßen zu behaupten, dass es in RealitĂ€t nicht so verlaufen könnte.

Was ich aber mit gutem Gewissen behaupten kann ist:
Fitzek hat einfach ein Talent dafĂŒr, seine Protagonisten sympathisch und menschlich darzustellen. Man fĂŒhlt mit ihnen, will ihnen helfen und versuchen herauszufinden, was wirklich geschehen ist.
Ebenso hat er wohl ein gott gegebenes Talent dafĂŒr, den letzten Satz eines Kapitels so zu formulieren, dass mein einfach weiterlesen muss, nach dem Motto „Ach, ein Kapitel noch.“. Ein wahrer pageturner.

Auch ich war im Laufe des Buches sehr verwirrt und war mir unsicher, was nun der Wirklichkeit entsprach und was Fiktion ist.
Ich glaube, genau deswegen habe ich bereits von einigen Leuten gehört, dass sie „Das Paket“ mit „Die Therapie“ verglichen haben.
NatĂŒrlich ein schöner Vergleich: vom ersten bis zum (aktuell) letzten Buch – 10 Jahre Fitzek.
Allerdings muss ich sagen, dass auch mir zwischenzeitlich danach war, als wĂ€re man auf den Spuren der „alten“ BĂŒcher, was mir persönlich sehr zusagt, denn ich liebe sie!
(Wobei ich wahrheitsgemĂ€ĂŸ erwĂ€hnen muss, dass „Die Therapie“ mir mehr zugesagt hat. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber dort gab es einfach noch mehr Psycho, noch mehr psychologische Fakten und Verwirrung des Lesers.)

Das Flair dieses Buches wird auch, ganz Fitzek-untypisch finde ich, durch einige blutige und metzlerische (sofern es das Wort gibt) Szenen bereichert.
An einigen Stellen habe ich es als etwas zu viel empfunden, da ich eher auf psychologischen Terror setze, als auf mörderischen.

Dennoch muss ich zugeben, dass bei mir etwas passiert ist, was zuletzt bei „Der Seelenbrecher“ der Fall war: Nach dem Lesen musste ich hinter jede TĂŒr und unter das Bett schauen, ob sich dort jemand versteckt. Jedes noch so kleine Knacken auf dem Dachboden hat mich zusammenzucken lassen.
Wie damals, wo ich Angst hatte, dass „Der Seelenbrecher“ in meine Wohnung eingedrungen ist, hatte ich diesmal Panik vor dem „Friseur“ oder generell demnjenigen, der das ganze Chaos im Buch zu verantworten hat.

Zum Schreibstil, der AtmosphÀre und dem ganzen Drum und Dran muss ich wohl kaum noch etwas sagen.
Fitzek schreibt einfach wunderbar, sodass man seine BĂŒcher buchstĂ€blich „in einem weglesen“ kann. Man mag gar nicht aufhören, weil man wissen möchte, wie es weitergeht; mit der Story, den Figuren, der Spannung.

Das Ende ist absolut unvorhersehbar fĂŒr mich gewesen und zeigt wieder, dass Sebastian Fitzek es beherrscht, den Leser an der Nase herumzufĂŒhren.
Zu meiner Freude und Überraschung gibt es sogar ein Wiedersehen mit einer altbekannten Figur.
Ich selbst bin ein sehr großer Fan von rekurrenten Figuren.
(Wer das ebenfalls ist, dem kann ich die BĂŒcher von Wulf Dorn nur wĂ€rmstens empfehlen! Meiner Meinung nach der einzige Autor, der Fitzek Ă€hnelt.)

„Das Paket“ ist ein tolles JubilĂ€umsbuch und fĂŒhrt zurĂŒck zum psychologischen Fitzek, von dem wir, wie ich hoffe, in nĂ€chster Zeit wieder mehr sehen wollen und werden!

Von mir bekommt das Buch 4,5/5 Sternchen und eine unbedingte Kaufempfehlung! Und das nicht nur, fĂŒr jeden Fitzek Fan (Solche werden es sowieso bereits im Regal stehen oder auf dem Nachttisch liegen haben.). 🙂

 

Hier könnt ihr „Das Paket“ kaufen:

http://www.droemer-knaur.de/buch/7767713/das-paket

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Rezension: „Das Ufer“ – Richard Laymon

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Autor: Richard Laymon
Erscheinungsdatum: 12. September 2016
Seitenanzahl: 592 Seiten
Genre: (Horror-) Roman
Preis: Taschenbuch 9.99€
Verlag: Heyne Hardcore
Klappentext:
Der dunkle See 
 Das einsame Haus am Ufer 
 Zwei junge Menschen, die dort eine Liebesnacht verbringen wollen 
 Doch einer von ihnen wird den nÀchsten Morgen nicht mehr erleben 
 18 Jahre spÀter wird die Kleinstadt Tiburon von einem Serienkiller heimgesucht. Angst und Wahnsinn greifen um sich, und das Haus am Ufer wird wieder zum Ort unvorstellbaren Grauens!

Ich bekam „Das Ufer“ freundlicherweise vom Hayne Hardcore Verlag durch das bloggerportal von randomhouse als Rezensionsexemplar zur VerfĂŒgung gestellt.
Ich war wirklich neugierig, denn schon oft wurde mir von Richard Laymon und seinem absolut großartigen Talent im Bereich des Horrorgenres berichtet.
Daher hatte ich relativ hohe Erwartungen an das Buch.

Leider wurden diese absolut niedergeschmettert.

Allein der Prolog gestaltet sich als sehr blutig und lieblos hingeschrieben.
Diese Eigenschaften halten sich as ganze Buch ĂŒber sehr aufdringlich, was mich zunehmend gestört hat.
Aber von vorn:

Der Klappentext versprach Spannung, Horror, GeheimniskrĂ€merei, Angst und Grausamkeit. Meiner Meinung nach eine absolut ĂŒberzogene EinschĂ€tzung des Buches, die es in keinem Maße erfĂŒllen konnte.

Die Handlung an sich ist eher langweilig und stellt in der ersten HÀlfte des Buches eher eine New Adult Love Story mit pornografischen Elementen in Höchstform dar, als einen Horrorstreifen.
Dazu die sehr vulgÀre Sprache und seltsame Charaktere und voilå: Das Grauen entsteht.
Allerdings in Form eines absolut fĂŒrchterlichen Buches.

Die Figuren im Buch empfand ich als sehr komisch, ambivalent und oberflĂ€chlich dargestellt. Die persönlichen Eigenschaften bezĂŒglich des Muts oder anderen Charaktermerkmalen wechselten innerhalb der Handlung mehrmals, sodass es unsagbar unauthentisch erscheint.

Der weitere Inhalt des Buches zieht sich wie Kaugummi und ist mehr als nur trashig erzĂ€hlt. Es ist blutrĂŒnstig, bestialisch und animalisch, was man als Leser zu Gesicht bekommt.
NatĂŒrlich war mir bewusst, dass es bei Laymon eher blutig und vulgĂ€r, als psychologisch fundiert vorgeht, allerdings hatte ich weniger mit einem absolut untalentierten Autor gerechnet.
(Hierzu muss ich sagen, dass Herr Laymon bekanntlicherweise leider nicht mehr unter den Lebenden weilt. Ich mag vermuten, dass sein Schreibtalent eher in der Originalsprache zu erkennen ist. Außerdem ist mir zu Ohren gekommen, dass seine Tochter die jetzt erscheinenden Werke ĂŒberarbeitet hat, trotzdem die „Originalwerke“ erschienen sind. Dessen bin ich mir allerdings nicht sicher, weshalb ich hier von einer Ă€ußerst ungelenken Übersetzung und Überarbeitung ausgehe.)

Mir fiel ebenfalls auf, dass es gewaltige HandlungssprĂŒnge gibt, die den Leser zunehmend verwirren. Es gibt keinerlei kurze EintrĂ€ge oder Überschriften zu den wechselnden Zeiten, Orten oder der generellen Verwirrung durch RealitĂ€tsinhalte oder Fantasievorstellungen.
Innerhalb von Kapiteln springen die Perspektiven hin und her, sodass man kaum weiß, wer gerade zum Leser spricht.
Aufgrund dessen konnte ich mich zu keiner Zeit in die Figuren und ihre Gedanken hineinversetzen. Außerdem fehlten mir jegliche GefĂŒhlsbeschreibungen und tiefgrĂŒndige Fakten in der Story.

Wenn es Fakten gab, die in die Geschichte reingeworfen wurden, wurden sie gewalttÀtig und teilweise absolut frauenverachtend dargestellt.
Generell war das gesamte Buch unschlĂŒssig, erst zum Ende zusammenhĂ€ngend und die HĂ€lfte hĂ€tte man getrost weglassen können.

Achtung! Spoiler!

Besagtes Ende ist einfach nur lÀcherlich.
Das ganze Werk ĂŒber werden blutige Szenen auf den Leser eingedroschen und am Ende leben alle glĂŒcklich und zufrieden. Friede, Freude, Eierkuchen?
FĂŒr mich absolut surreal und maßlos ĂŒbertrieben, wenn man sich die Vorgeschichte anschaut, sofern man es so nennen kann.

Spoiler Ende!

Ich habe fĂŒr dieses Buch mehr als 3 Wochen gebraucht und musste mich regelrecht durchquĂ€len.
Mir wurde „Das Spiel“ von Laymon als absolut gutes Buch empfohlen. Aufgrund dieses Buches hier bin ich natĂŒrlich nicht gut gestimmt ein weiteres Buch von ihm zu lesen, werde mich aber möglicherweise irgendwann nochmal darauf einlassen.

FĂŒr mich ist dieses hier ein grausames Buch mit keinerlei Tiefgang, zusammenhĂ€ngender Story und schon gar nicht mit Spannung höchstem Maße.

Von mir bekommt das Buch noch gut meinte 1/5 Punkten.

 

Hier könnt ihr „Das Ufer“ kaufen:

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Ufer/Richard-Laymon/Heyne-Hardcore/e422071.rhd

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Rezension: „Mein Tod ist Dein“ – Debbie Howells

14643058_1143919042340902_557385465_nTitel: „Mein Tod ist Dein“
Autorin: Debbie Howells
Erscheinungsdatum: 15. Februar 2016
Seitenanzahl: 378 Seiten (Taschenbuch)
Genre: Psychothriller
Preis: eBook 7,99€
Verlag: Goldmann
Klappentext:
Ein idyllisches Dorf auf dem englischen Land: Als die 18-jĂ€hrige Rosie Anderson verschwindet, will zunĂ€chst niemand an ein Verbrechen glauben. Bis das MĂ€dchen erstochen aufgefunden wird. Allerdings ist der Fall Ă€ußerst rĂ€tselhaft, denn wer sollte ein Motiv gehabt haben? Die Ermittlungen geraten schnell ins Stocken, alle Spuren verlaufen im Sand. Kate, eine Nachbarin der Familie, hat selbst eine Tochter in Rosies Alter und bezweifelt als Einzige, dass der Mord die Tat eines Fremden war. Sie versucht, den HintergrĂŒnden auf die Spur zu kommen. Als sie anonyme Drohungen erhĂ€lt, wird klar, dass jemand die Wahrheit um jeden Preis vertuschen will …

Vor diesem Buch war mir die Autorin, Debbie Howells, gĂ€nzlich unbekannt. Ich entdeckt dieses Buch zufĂ€llig im Internet und kaufte es mir als eBook fĂŒr den kindle.

Das Buch ist in wechselnden Perspektiven geschrieben. Mal aus der Ich-Perspektive, der Sicht der Protagonistin Kate, mal aus der Ich-Perspektive des Opfers, Rosie, und zum Ende hin gibt es ebenfalls ein paar sehr kurze Kapitel ĂŒber Delphine, Rosies Schwester.
Diese Aufteilung macht Sinn und gestaltet sich als durchaus spannend, da durch die RĂŒckblenden von Rosie mehr Licht auf die reale Familie hinter der Fassade geworfen wird.
Man erfĂ€hrt Dinge, die niemand weiß und die man selbst als Leser nicht erwartet hĂ€tte.

Die Protagonistin Kate erscheint als sehr sympathisch, mitfĂŒhlend, empathisch und generell freundlich und höflich. Sie fĂŒhrt ein glĂŒckliches Leben mit Mann und Tochter und ihren Pferden, durch die sie eine Beziehung zu Rosie aufbaute.
Dennoch empfand ich sie teilweise als naiv und ihr Leben als zu behĂŒtet.
Dieses behĂŒtete Leben lĂ€sst sie sehr schnell einknicken und das Verschwinden von Rosie beeinflusst sie mehr, als sie meiner Meinung nach sollte.

Das Buch beginnt relativ schnell damit, Kate in Verbindung mit Rosies Mutter zu setzen, indem die Mutter, Jo, Kate anruft und auf Hinweise bezĂŒglich der verschwundenen Tochter hofft.
Daraus entwickelt sich eine seltsame Beziehung, die an vielen Stellen als merkwĂŒrdig zu bezeichnen wĂ€re. Denn eigentlich kennen sich beide Frauen kaum, was sich das gesamte Buch ĂŒber Ă€hnlich verhĂ€lt, scheinen aber abhĂ€ngig voneinander zu sein.
Auf der einen Seite als helfende Komponente, auf der anderen als hilfsbedĂŒrftige.

Der allgemeine Schreibstil der Autorin, sowie die KapitellÀnge und -einteilung sind wirklich schön und angenehm zu lesen, sodass man das Buch schnell durch bekommt.

Die Spannung wird konstant gehalten, vor allem durch Rosies Hinter-die-Kulissen-Blick.
Leider empfand ich ebendiese Spannung als etwas zurĂŒckhaltend, aber dennoch schockierend. Es wurde vieles offenbart, was nicht auf den ersten Blick erkennbar ist und auch von den anderen handelnden Figuren im Buch nicht angenommen wird.

Gerade zum Ende hin nimmt die Spannung aber wieder einen Schwung aufwÀrts.
Durch das gesamte Buch hinweg weiß man als Leser ebenfalls nicht, wer nun der TĂ€ter ist und wie das Verbrechen vor sich gegangen ist. Bis zum Ende hin bleibt dies wirklich ein RĂ€tsel.

Bis dahin erfĂ€hrt man allerdings auch aus Kates Perspektive viel ĂŒber Jo, die ebenfalls eine Protagonistin des Buches darstellt.
Sie wirkt anfangs sehr gebrochen, niedergeschlagen und zerstört, aber genauso unnahbar, kĂŒnstlich und kĂŒhl.
Diese verschiedenen Stimmungslagen tauchen im Verlauf des Buches immer wieder auf und werden geklÀrt. Sie kommen gerade am Ende nochmal verstÀrkt zum Einsatz.

Generell fand ich, dass das Buch teilweise „vor sich hinplĂ€tschert“ und alles etwas weniger spannungsintensiv und herunterrasselnd erzĂ€hlt wird.

Das Ende kommt, wie gesagt, ĂŒberraschend und wird gut dargestellt, erklĂ€rt und fortgefĂŒhrt.

FĂŒr mich ein solides, nettes Buch fĂŒr zwischendurch, nachdem man durchaus noch schlafen kann.
Ob es ein „richtiger“ Psychothriller ist…darĂŒber lĂ€sst sich streiten. FĂŒr ein solches Genre wies es fĂŒr mich zu wenig psychologischen Psycho anhand von psychischen Krankheiten etc auf und war zu „ungruselig“ fĂŒr meine VerhĂ€ltnisse.
Dieses Buch handelt eher von psychischer und physischer Gewalt und UnterdrĂŒckung, was natĂŒrlich ebenfalls unter diese Kategorie fĂ€llt. Teilweise empfand ich es als wirklich erschreckend, da es vielen Menschen auf dieser Welt genauso ergeht…
Ich denke, hier sollte jeder selbst entscheiden, inwieweit man seine Grenzen zwischen den Genres absteckt. 🙂

Von mir bekommt das BĂŒchlein allerdings 3,5/5 Sternchen. 🙂

 

Hier könnt ihr „Mein Tod ist Dein“ kaufen:

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Mein-Tod-ist-dein/Debbie-Howells/Goldmann-TB/e476455.rhd

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Rezension: „Das tote Herz“ – Rainer WĂŒrth

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Autor: Rainer WĂŒrth
Erscheinungsdatum: 15. August 2016
Seitenanzahl: 320 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Goldmann
Klappentext:
Nach einem lebensgefĂ€hrlichen Zusammenbruch erhĂ€lt der erfolgreiche Architekt Nicolas Kober ein Spenderherz. Was er nicht weiß: Das Herz gehörte dem sogenannten „Fotografen“, einem Frauenserienmörder. Schon bald bemerkt Kober eine irritierende VerĂ€nderung an sich, hat sonderbare TrĂ€ume und Phantasien. Hat er nicht nur das Herz des Fotografen geerbt, sondern auch dessen grausame Neigungen? Dann lernt Kober Solveig Jacobsen kennen, das letzte Opfer des Fotografen, das schwer verletzt ĂŒberlebt hat. Und er fĂŒhlt sich sofort stark zu ihr hingezogen …

„Das tote Herz“ ist mein erstes Buch von Rainer WĂŒrth und wurde mir vom Goldmann Verlag als Rezensionsexemplar zur VerfĂŒgung gestellt. Nochmal herzlichen Dank dafĂŒr!

Der Klappentext verspricht einiges und macht wirklich Lust auf mehr.
Jedoch beginnt das Buch fĂŒr meine VerhĂ€ltnisse wirklich seltsam.
Der Prolog ist in einzelne, sehr kurze (2-3 Zeilen) Abschnitte unterteilt, die kursiv geschrieben sind. Es wird nur von „er“ und „sie“ gesprochen und sehr bizarre, wirre Dinge werden beschrieben.

Das weitere Buch ist in 3 Abschnitte eingeteilt: „ICH“, „ER“ und „SIE“. Die TeilĂŒberschriften machen in diesem Buch wirklich Sinn, obwohl ich bekanntermaßen kein Freund von Unterteilungen bin.
Im ersten Teil, „ICH“, wird die Handlung aus der Perspektive des Protagonisten Nikolas Kober beschrieben, jedoch wechselt sich diese mit dem allgemeinen ErzĂ€hlen ĂŒber einen Polizisten, Ronald Bruckner, und einen Psychologen, Peter Stein, ab.
Diese Abwechslung ist zwar sinnig, hÀtte aber anders umgesetzt werden können. Nach jeweils einer Seite zu wechseln, hat mich beim lesen wirklich sehr gestört!

Ansonsten ist das Buch relativ angenehm und zĂŒgig zu lesen, zudem auch die kurzen Kapitel beitragen.
Die SÀtze erscheinen allerdings hÀufig abgehackt. So werden anstatt ein Haupt- und ein Nebensatz, 2 einzelne HauptsÀtze verwendet, die das Ganze seltsam und unvollstÀndig erscheinen lassen.

Leider muss ich sagen, dass ich so einiges an dem Buch als wirklich seltsam empfand.

ZunÀchst ist das Buch sehr vorhersehbar. Es kommt nichts anderes vor, als das, was der Klappentext beschreibt. Er könnte ebenso als perfekte Kurzzusammenfassung dienen.
Sowas ist in meinen Augen ein absolutes No-Go! Denn es fehlt hier absolut an Spannung, an psychologischem Hintergrund und geheimnisvollen Aspekten in der Story!

Gestört hat mich ebenfalls die Darstellung jeglicher Figuren in der Geschichte.
Ausnahmslos alle Charaktere wirkten auf mich kĂŒnstlich und unrealistisch.
Dazu trug vor allem auch das fehlende Detaillier, sowie nicht existierende weitere AusfĂŒhrungen ĂŒber bestimmte Punkte bei. Außerdem wurde die Verbindung des Psychologen und des Opfers unlogischerweise als einseitig zu dem anderen hingezogen dargestellt, was fĂŒr mich von einer UnprofessionalitĂ€t des Psychologen herrĂŒhrt.
Dass er stetig als Peter Stein aufgefĂŒhrt wurde und nach EinfĂŒhrung der Figur nicht nur als „Peter“ oder „Herr Stein“ gerufen wurde, störte mich ebenfalls, denn bei seinem Kollegen war es der Fall.

Protagonist Nikolas Kober Ă€ußert ebenfalls gegenĂŒber Stein, dass seine TrĂ€ume nichts sexuelles bedeuten wĂŒrden. Gleichzeitig wird diese Aussage allerdings von dermaßen vielen, immer mit den gleichen Worten beschriebenen, aber ausfĂŒhrlich gestalteten Aspekten hinsichtlich der sexuellen Punkte außer Kraft gesetzt, dass man als Leser sich entweder verĂ€ppelt vorkommt, oder sich ekelt.
Bei mir war beides der Fall.
Daher konnte ich mich zu keinem Zeitpunkt in irgendeine Person in dieser Geschichte hineinversetzen.

Die Hintergrundidee zu dem Buch ist gut ĂŒberlegt und hĂ€tte funktionieren können, wĂŒrde es nicht kontinuierlich an der Umsetzung scheitern.
Man hört öfter, dass Spenderorgan-EmpfĂ€nger gewisse Vorlieben verspĂŒren, die eventuell auf den Spender hindeuten, jedoch ist es in diesem Buch viel zu ĂŒberzogen dargestellt und fĂŒhrt schon fast ins Science-Fiction oder Fantasy Genre, aber Psycho ist es definitiv nicht!
Daher hat das Buch, meiner Meinung nach, den Titel „Psychothriller“ ebenso ĂŒberhaupt nicht verdient!

ACHTUNG! SPOILER!

Das Ende setzt dem Ganzen Graus nur noch die Krone auf:
Der Protagonist, Nikolas Kober, stĂ¶ĂŸt das Herz ab. Hier hatte ich Hoffnung, dass die letzten Seiten sich noch zum Positiven wenden, aber weit gefehlt…
Das Herz kann gerettet werden und von nun an weiß Kober nicht mal mehr, wer er ist, wer seine Frau ist.

SPOILER ENDE!

Ein absolut unrealistisches, an den Haaren herbei gezogenes Ende, das weder psychologisch, noch medizinisch zu begrĂŒnden ist!
Allgemein eine sehr oberflÀchliche, vorhersehbare und unausgeglichene Story mit keinerlei spannendem Hintergrund.

Von mir bekommt das Buch lediglich 1/5 Sternen. Das war leider nichts. 😩

 

Hier könnt ihr „Das tote Herz“ kaufen:

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-tote-Herz/Rainer-Wuerth/Goldmann-TB/e453977.rhd