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Rezension: „Das Paket“ – Sebastian Fitzek

14914670_1163284683737671_2022657402_nTitel: „Das Paket“
Autor: Sebastian Fitzek
Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2016
Seitenanzahl: 368 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Jubiläumsedition 19,99€
Verlag: Droemer Knaur
Klappentext:
Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt …

In Thrillerkreisen ist Sebastian Fitzek längst kein unbeschriebendes Blatt mehr.
Jeder kennt ihn, die meisten lieben ihn.
Für mich ist er der Meister der (Psycho-)Thriller und nur wenige Autoren können ihm ansatzweise das Wasser reichen.
Es gibt Höhen und Tiefen im Schreibbusiness, aber Fitzek scheint das Wort „Tief“ nicht zu kennen.
Mit jedem seiner Bücher liefert er einen Bestseller nach dem anderen und ich bin sicher, dass auch „Das Paket“ den bisherigen Erscheinungen in Nichts nachstehen wird.

Mit diesem Buch scheint er zu seiner alten Psycho-Manier zurückzukehren, für die ihn viele vergöttern – ich eingeschlossen.
Jedes seiner Bücher ist in jedem Fall ein brillantes Werk; jeder Leser hat verschiedene Vorlieben was die Handlungen angeht und so gefällt einem ein Buch mal mehr, mal weniger. Doch bei Fitzek gibt es kein Buch, von dem ich gänzlich enttäuscht bin!

Er schafft es, sogar unpopuläre, für manche nicht wirklich attraktive, Themen aufzugreifen und daraus ein grandioses Buch zu machen!
Grandios ist auch die Aufmachung dieses Buches: Die Jubiläumsedition kommt in einem (wer glaubt`s?) Paket!
Ein absolut toller Gedanke und man merkt, dass hier kluge Köpfe am Werk sind und jedes Fitzek-Buch zu einem Erlebnis machen wollen.
Schon bei „Das Joshua-Profil“ war ich hellauf begeistert durch die „Buch im Buch“-Idee in Zusamenhang mit „Die Blutschule“.
Weiter so!

Die Protagonistin, Emma Stein, Psychiaterin, wird von einem Killer, den die Presse „der Friseur“ nennt vergewaltigt, jedoch am Leben gelassen.
Ihr Leben wird dadurch völligst aus den Fugen geworfen.

Ich danke Gott, dass ich die Gefühle einer vergewaltigten Frau nicht nachvollziehen oder mich in sich hineinversetzen kann, denn ich denke sowas kann man nur, wenn man selbst etwas Ähnliches erlebt hat.

Jedoch muss ich gestehen, dass die Auswirkungen dieser Hotelnacht auf Emma mich anfangs etwas gestört haben. Sie erschienen mir zu überzogen und nervtötend.
Manchmal wollte man sie schütteln, ihr sagen, was sie zu tun hat…
Allerdings mag ich mir nicht anmaßen zu behaupten, dass es in Realität nicht so verlaufen könnte.

Was ich aber mit gutem Gewissen behaupten kann ist:
Fitzek hat einfach ein Talent dafür, seine Protagonisten sympathisch und menschlich darzustellen. Man fühlt mit ihnen, will ihnen helfen und versuchen herauszufinden, was wirklich geschehen ist.
Ebenso hat er wohl ein gott gegebenes Talent dafür, den letzten Satz eines Kapitels so zu formulieren, dass mein einfach weiterlesen muss, nach dem Motto „Ach, ein Kapitel noch.“. Ein wahrer pageturner.

Auch ich war im Laufe des Buches sehr verwirrt und war mir unsicher, was nun der Wirklichkeit entsprach und was Fiktion ist.
Ich glaube, genau deswegen habe ich bereits von einigen Leuten gehört, dass sie „Das Paket“ mit „Die Therapie“ verglichen haben.
Natürlich ein schöner Vergleich: vom ersten bis zum (aktuell) letzten Buch – 10 Jahre Fitzek.
Allerdings muss ich sagen, dass auch mir zwischenzeitlich danach war, als wäre man auf den Spuren der „alten“ Bücher, was mir persönlich sehr zusagt, denn ich liebe sie!
(Wobei ich wahrheitsgemäß erwähnen muss, dass „Die Therapie“ mir mehr zugesagt hat. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber dort gab es einfach noch mehr Psycho, noch mehr psychologische Fakten und Verwirrung des Lesers.)

Das Flair dieses Buches wird auch, ganz Fitzek-untypisch finde ich, durch einige blutige und metzlerische (sofern es das Wort gibt) Szenen bereichert.
An einigen Stellen habe ich es als etwas zu viel empfunden, da ich eher auf psychologischen Terror setze, als auf mörderischen.

Dennoch muss ich zugeben, dass bei mir etwas passiert ist, was zuletzt bei „Der Seelenbrecher“ der Fall war: Nach dem Lesen musste ich hinter jede Tür und unter das Bett schauen, ob sich dort jemand versteckt. Jedes noch so kleine Knacken auf dem Dachboden hat mich zusammenzucken lassen.
Wie damals, wo ich Angst hatte, dass „Der Seelenbrecher“ in meine Wohnung eingedrungen ist, hatte ich diesmal Panik vor dem „Friseur“ oder generell demnjenigen, der das ganze Chaos im Buch zu verantworten hat.

Zum Schreibstil, der Atmosphäre und dem ganzen Drum und Dran muss ich wohl kaum noch etwas sagen.
Fitzek schreibt einfach wunderbar, sodass man seine Bücher buchstäblich „in einem weglesen“ kann. Man mag gar nicht aufhören, weil man wissen möchte, wie es weitergeht; mit der Story, den Figuren, der Spannung.

Das Ende ist absolut unvorhersehbar für mich gewesen und zeigt wieder, dass Sebastian Fitzek es beherrscht, den Leser an der Nase herumzuführen.
Zu meiner Freude und Überraschung gibt es sogar ein Wiedersehen mit einer altbekannten Figur.
Ich selbst bin ein sehr großer Fan von rekurrenten Figuren.
(Wer das ebenfalls ist, dem kann ich die Bücher von Wulf Dorn nur wärmstens empfehlen! Meiner Meinung nach der einzige Autor, der Fitzek ähnelt.)

„Das Paket“ ist ein tolles Jubiläumsbuch und führt zurück zum psychologischen Fitzek, von dem wir, wie ich hoffe, in nächster Zeit wieder mehr sehen wollen und werden!

Von mir bekommt das Buch 4,5/5 Sternchen und eine unbedingte Kaufempfehlung! Und das nicht nur, für jeden Fitzek Fan (Solche werden es sowieso bereits im Regal stehen oder auf dem Nachttisch liegen haben.). 🙂

 

Hier könnt ihr „Das Paket“ kaufen:

http://www.droemer-knaur.de/buch/7767713/das-paket

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Rezension: „Das Ufer“ – Richard Laymon

14875119_1162372067162266_1867043147_nTitel: „Das Ufer“ (Rezensionsexemplar)
Autor: Richard Laymon
Erscheinungsdatum: 12. September 2016
Seitenanzahl: 592 Seiten
Genre: (Horror-) Roman
Preis: Taschenbuch 9.99€
Verlag: Heyne Hardcore
Klappentext:
Der dunkle See … Das einsame Haus am Ufer … Zwei junge Menschen, die dort eine Liebesnacht verbringen wollen … Doch einer von ihnen wird den nächsten Morgen nicht mehr erleben … 18 Jahre später wird die Kleinstadt Tiburon von einem Serienkiller heimgesucht. Angst und Wahnsinn greifen um sich, und das Haus am Ufer wird wieder zum Ort unvorstellbaren Grauens!

Ich bekam „Das Ufer“ freundlicherweise vom Hayne Hardcore Verlag durch das bloggerportal von randomhouse als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
Ich war wirklich neugierig, denn schon oft wurde mir von Richard Laymon und seinem absolut großartigen Talent im Bereich des Horrorgenres berichtet.
Daher hatte ich relativ hohe Erwartungen an das Buch.

Leider wurden diese absolut niedergeschmettert.

Allein der Prolog gestaltet sich als sehr blutig und lieblos hingeschrieben.
Diese Eigenschaften halten sich as ganze Buch über sehr aufdringlich, was mich zunehmend gestört hat.
Aber von vorn:

Der Klappentext versprach Spannung, Horror, Geheimniskrämerei, Angst und Grausamkeit. Meiner Meinung nach eine absolut überzogene Einschätzung des Buches, die es in keinem Maße erfüllen konnte.

Die Handlung an sich ist eher langweilig und stellt in der ersten Hälfte des Buches eher eine New Adult Love Story mit pornografischen Elementen in Höchstform dar, als einen Horrorstreifen.
Dazu die sehr vulgäre Sprache und seltsame Charaktere und voilá: Das Grauen entsteht.
Allerdings in Form eines absolut fürchterlichen Buches.

Die Figuren im Buch empfand ich als sehr komisch, ambivalent und oberflächlich dargestellt. Die persönlichen Eigenschaften bezüglich des Muts oder anderen Charaktermerkmalen wechselten innerhalb der Handlung mehrmals, sodass es unsagbar unauthentisch erscheint.

Der weitere Inhalt des Buches zieht sich wie Kaugummi und ist mehr als nur trashig erzählt. Es ist blutrünstig, bestialisch und animalisch, was man als Leser zu Gesicht bekommt.
Natürlich war mir bewusst, dass es bei Laymon eher blutig und vulgär, als psychologisch fundiert vorgeht, allerdings hatte ich weniger mit einem absolut untalentierten Autor gerechnet.
(Hierzu muss ich sagen, dass Herr Laymon bekanntlicherweise leider nicht mehr unter den Lebenden weilt. Ich mag vermuten, dass sein Schreibtalent eher in der Originalsprache zu erkennen ist. Außerdem ist mir zu Ohren gekommen, dass seine Tochter die jetzt erscheinenden Werke überarbeitet hat, trotzdem die „Originalwerke“ erschienen sind. Dessen bin ich mir allerdings nicht sicher, weshalb ich hier von einer äußerst ungelenken Übersetzung und Überarbeitung ausgehe.)

Mir fiel ebenfalls auf, dass es gewaltige Handlungssprünge gibt, die den Leser zunehmend verwirren. Es gibt keinerlei kurze Einträge oder Überschriften zu den wechselnden Zeiten, Orten oder der generellen Verwirrung durch Realitätsinhalte oder Fantasievorstellungen.
Innerhalb von Kapiteln springen die Perspektiven hin und her, sodass man kaum weiß, wer gerade zum Leser spricht.
Aufgrund dessen konnte ich mich zu keiner Zeit in die Figuren und ihre Gedanken hineinversetzen. Außerdem fehlten mir jegliche Gefühlsbeschreibungen und tiefgründige Fakten in der Story.

Wenn es Fakten gab, die in die Geschichte reingeworfen wurden, wurden sie gewalttätig und teilweise absolut frauenverachtend dargestellt.
Generell war das gesamte Buch unschlüssig, erst zum Ende zusammenhängend und die Hälfte hätte man getrost weglassen können.

Achtung! Spoiler!

Besagtes Ende ist einfach nur lächerlich.
Das ganze Werk über werden blutige Szenen auf den Leser eingedroschen und am Ende leben alle glücklich und zufrieden. Friede, Freude, Eierkuchen?
Für mich absolut surreal und maßlos übertrieben, wenn man sich die Vorgeschichte anschaut, sofern man es so nennen kann.

Spoiler Ende!

Ich habe für dieses Buch mehr als 3 Wochen gebraucht und musste mich regelrecht durchquälen.
Mir wurde „Das Spiel“ von Laymon als absolut gutes Buch empfohlen. Aufgrund dieses Buches hier bin ich natürlich nicht gut gestimmt ein weiteres Buch von ihm zu lesen, werde mich aber möglicherweise irgendwann nochmal darauf einlassen.

Für mich ist dieses hier ein grausames Buch mit keinerlei Tiefgang, zusammenhängender Story und schon gar nicht mit Spannung höchstem Maße.

Von mir bekommt das Buch noch gut meinte 1/5 Punkten.

 

Hier könnt ihr „Das Ufer“ kaufen:

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Ufer/Richard-Laymon/Heyne-Hardcore/e422071.rhd

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Rezension: „Mein Tod ist Dein“ – Debbie Howells

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Autorin: Debbie Howells
Erscheinungsdatum: 15. Februar 2016
Seitenanzahl: 378 Seiten (Taschenbuch)
Genre: Psychothriller
Preis: eBook 7,99€
Verlag: Goldmann
Klappentext:
Ein idyllisches Dorf auf dem englischen Land: Als die 18-jährige Rosie Anderson verschwindet, will zunächst niemand an ein Verbrechen glauben. Bis das Mädchen erstochen aufgefunden wird. Allerdings ist der Fall äußerst rätselhaft, denn wer sollte ein Motiv gehabt haben? Die Ermittlungen geraten schnell ins Stocken, alle Spuren verlaufen im Sand. Kate, eine Nachbarin der Familie, hat selbst eine Tochter in Rosies Alter und bezweifelt als Einzige, dass der Mord die Tat eines Fremden war. Sie versucht, den Hintergründen auf die Spur zu kommen. Als sie anonyme Drohungen erhält, wird klar, dass jemand die Wahrheit um jeden Preis vertuschen will …

Vor diesem Buch war mir die Autorin, Debbie Howells, gänzlich unbekannt. Ich entdeckt dieses Buch zufällig im Internet und kaufte es mir als eBook für den kindle.

Das Buch ist in wechselnden Perspektiven geschrieben. Mal aus der Ich-Perspektive, der Sicht der Protagonistin Kate, mal aus der Ich-Perspektive des Opfers, Rosie, und zum Ende hin gibt es ebenfalls ein paar sehr kurze Kapitel über Delphine, Rosies Schwester.
Diese Aufteilung macht Sinn und gestaltet sich als durchaus spannend, da durch die Rückblenden von Rosie mehr Licht auf die reale Familie hinter der Fassade geworfen wird.
Man erfährt Dinge, die niemand weiß und die man selbst als Leser nicht erwartet hätte.

Die Protagonistin Kate erscheint als sehr sympathisch, mitfühlend, empathisch und generell freundlich und höflich. Sie führt ein glückliches Leben mit Mann und Tochter und ihren Pferden, durch die sie eine Beziehung zu Rosie aufbaute.
Dennoch empfand ich sie teilweise als naiv und ihr Leben als zu behütet.
Dieses behütete Leben lässt sie sehr schnell einknicken und das Verschwinden von Rosie beeinflusst sie mehr, als sie meiner Meinung nach sollte.

Das Buch beginnt relativ schnell damit, Kate in Verbindung mit Rosies Mutter zu setzen, indem die Mutter, Jo, Kate anruft und auf Hinweise bezüglich der verschwundenen Tochter hofft.
Daraus entwickelt sich eine seltsame Beziehung, die an vielen Stellen als merkwürdig zu bezeichnen wäre. Denn eigentlich kennen sich beide Frauen kaum, was sich das gesamte Buch über ähnlich verhält, scheinen aber abhängig voneinander zu sein.
Auf der einen Seite als helfende Komponente, auf der anderen als hilfsbedürftige.

Der allgemeine Schreibstil der Autorin, sowie die Kapitellänge und -einteilung sind wirklich schön und angenehm zu lesen, sodass man das Buch schnell durch bekommt.

Die Spannung wird konstant gehalten, vor allem durch Rosies Hinter-die-Kulissen-Blick.
Leider empfand ich ebendiese Spannung als etwas zurückhaltend, aber dennoch schockierend. Es wurde vieles offenbart, was nicht auf den ersten Blick erkennbar ist und auch von den anderen handelnden Figuren im Buch nicht angenommen wird.

Gerade zum Ende hin nimmt die Spannung aber wieder einen Schwung aufwärts.
Durch das gesamte Buch hinweg weiß man als Leser ebenfalls nicht, wer nun der Täter ist und wie das Verbrechen vor sich gegangen ist. Bis zum Ende hin bleibt dies wirklich ein Rätsel.

Bis dahin erfährt man allerdings auch aus Kates Perspektive viel über Jo, die ebenfalls eine Protagonistin des Buches darstellt.
Sie wirkt anfangs sehr gebrochen, niedergeschlagen und zerstört, aber genauso unnahbar, künstlich und kühl.
Diese verschiedenen Stimmungslagen tauchen im Verlauf des Buches immer wieder auf und werden geklärt. Sie kommen gerade am Ende nochmal verstärkt zum Einsatz.

Generell fand ich, dass das Buch teilweise „vor sich hinplätschert“ und alles etwas weniger spannungsintensiv und herunterrasselnd erzählt wird.

Das Ende kommt, wie gesagt, überraschend und wird gut dargestellt, erklärt und fortgeführt.

Für mich ein solides, nettes Buch für zwischendurch, nachdem man durchaus noch schlafen kann.
Ob es ein „richtiger“ Psychothriller ist…darüber lässt sich streiten. Für ein solches Genre wies es für mich zu wenig psychologischen Psycho anhand von psychischen Krankheiten etc auf und war zu „ungruselig“ für meine Verhältnisse.
Dieses Buch handelt eher von psychischer und physischer Gewalt und Unterdrückung, was natürlich ebenfalls unter diese Kategorie fällt. Teilweise empfand ich es als wirklich erschreckend, da es vielen Menschen auf dieser Welt genauso ergeht…
Ich denke, hier sollte jeder selbst entscheiden, inwieweit man seine Grenzen zwischen den Genres absteckt. 🙂

Von mir bekommt das Büchlein allerdings 3,5/5 Sternchen. 🙂

 

Hier könnt ihr „Mein Tod ist Dein“ kaufen:

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Mein-Tod-ist-dein/Debbie-Howells/Goldmann-TB/e476455.rhd

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Rezension: „Das tote Herz“ – Rainer Würth

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Autor: Rainer Würth
Erscheinungsdatum: 15. August 2016
Seitenanzahl: 320 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Goldmann
Klappentext:
Nach einem lebensgefährlichen Zusammenbruch erhält der erfolgreiche Architekt Nicolas Kober ein Spenderherz. Was er nicht weiß: Das Herz gehörte dem sogenannten „Fotografen“, einem Frauenserienmörder. Schon bald bemerkt Kober eine irritierende Veränderung an sich, hat sonderbare Träume und Phantasien. Hat er nicht nur das Herz des Fotografen geerbt, sondern auch dessen grausame Neigungen? Dann lernt Kober Solveig Jacobsen kennen, das letzte Opfer des Fotografen, das schwer verletzt überlebt hat. Und er fühlt sich sofort stark zu ihr hingezogen …

„Das tote Herz“ ist mein erstes Buch von Rainer Würth und wurde mir vom Goldmann Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Nochmal herzlichen Dank dafür!

Der Klappentext verspricht einiges und macht wirklich Lust auf mehr.
Jedoch beginnt das Buch für meine Verhältnisse wirklich seltsam.
Der Prolog ist in einzelne, sehr kurze (2-3 Zeilen) Abschnitte unterteilt, die kursiv geschrieben sind. Es wird nur von „er“ und „sie“ gesprochen und sehr bizarre, wirre Dinge werden beschrieben.

Das weitere Buch ist in 3 Abschnitte eingeteilt: „ICH“, „ER“ und „SIE“. Die Teilüberschriften machen in diesem Buch wirklich Sinn, obwohl ich bekanntermaßen kein Freund von Unterteilungen bin.
Im ersten Teil, „ICH“, wird die Handlung aus der Perspektive des Protagonisten Nikolas Kober beschrieben, jedoch wechselt sich diese mit dem allgemeinen Erzählen über einen Polizisten, Ronald Bruckner, und einen Psychologen, Peter Stein, ab.
Diese Abwechslung ist zwar sinnig, hätte aber anders umgesetzt werden können. Nach jeweils einer Seite zu wechseln, hat mich beim lesen wirklich sehr gestört!

Ansonsten ist das Buch relativ angenehm und zügig zu lesen, zudem auch die kurzen Kapitel beitragen.
Die Sätze erscheinen allerdings häufig abgehackt. So werden anstatt ein Haupt- und ein Nebensatz, 2 einzelne Hauptsätze verwendet, die das Ganze seltsam und unvollständig erscheinen lassen.

Leider muss ich sagen, dass ich so einiges an dem Buch als wirklich seltsam empfand.

Zunächst ist das Buch sehr vorhersehbar. Es kommt nichts anderes vor, als das, was der Klappentext beschreibt. Er könnte ebenso als perfekte Kurzzusammenfassung dienen.
Sowas ist in meinen Augen ein absolutes No-Go! Denn es fehlt hier absolut an Spannung, an psychologischem Hintergrund und geheimnisvollen Aspekten in der Story!

Gestört hat mich ebenfalls die Darstellung jeglicher Figuren in der Geschichte.
Ausnahmslos alle Charaktere wirkten auf mich künstlich und unrealistisch.
Dazu trug vor allem auch das fehlende Detaillier, sowie nicht existierende weitere Ausführungen über bestimmte Punkte bei. Außerdem wurde die Verbindung des Psychologen und des Opfers unlogischerweise als einseitig zu dem anderen hingezogen dargestellt, was für mich von einer Unprofessionalität des Psychologen herrührt.
Dass er stetig als Peter Stein aufgeführt wurde und nach Einführung der Figur nicht nur als „Peter“ oder „Herr Stein“ gerufen wurde, störte mich ebenfalls, denn bei seinem Kollegen war es der Fall.

Protagonist Nikolas Kober äußert ebenfalls gegenüber Stein, dass seine Träume nichts sexuelles bedeuten würden. Gleichzeitig wird diese Aussage allerdings von dermaßen vielen, immer mit den gleichen Worten beschriebenen, aber ausführlich gestalteten Aspekten hinsichtlich der sexuellen Punkte außer Kraft gesetzt, dass man als Leser sich entweder veräppelt vorkommt, oder sich ekelt.
Bei mir war beides der Fall.
Daher konnte ich mich zu keinem Zeitpunkt in irgendeine Person in dieser Geschichte hineinversetzen.

Die Hintergrundidee zu dem Buch ist gut überlegt und hätte funktionieren können, würde es nicht kontinuierlich an der Umsetzung scheitern.
Man hört öfter, dass Spenderorgan-Empfänger gewisse Vorlieben verspüren, die eventuell auf den Spender hindeuten, jedoch ist es in diesem Buch viel zu überzogen dargestellt und führt schon fast ins Science-Fiction oder Fantasy Genre, aber Psycho ist es definitiv nicht!
Daher hat das Buch, meiner Meinung nach, den Titel „Psychothriller“ ebenso überhaupt nicht verdient!

ACHTUNG! SPOILER!

Das Ende setzt dem Ganzen Graus nur noch die Krone auf:
Der Protagonist, Nikolas Kober, stößt das Herz ab. Hier hatte ich Hoffnung, dass die letzten Seiten sich noch zum Positiven wenden, aber weit gefehlt…
Das Herz kann gerettet werden und von nun an weiß Kober nicht mal mehr, wer er ist, wer seine Frau ist.

SPOILER ENDE!

Ein absolut unrealistisches, an den Haaren herbei gezogenes Ende, das weder psychologisch, noch medizinisch zu begründen ist!
Allgemein eine sehr oberflächliche, vorhersehbare und unausgeglichene Story mit keinerlei spannendem Hintergrund.

Von mir bekommt das Buch lediglich 1/5 Sternen. Das war leider nichts. 😦

 

Hier könnt ihr „Das tote Herz“ kaufen:

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-tote-Herz/Rainer-Wuerth/Goldmann-TB/e453977.rhd