Veröffentlicht in psychothriller

Ein Interview mit Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek gilt seit seinem grandiosen Debüt vor 10 Jahren („Die Therapie“) als Meister des Psychothriller. Auch mich begeisterte er immer wieder mit neuen Ideen, Geheimnisse, Schockern und einfach atemberaubend gut geschriebenen Werken. 

Einiges kennen wir schon aus unzähligen anderen Interviews und wir wissen: Herr Fitzek ist nicht nur ein fantastischer Autor, sondern auch ein äußert sympathischer und humorvoller Mensch mit einem großen Herz für Fans. 

Ich hatte die Ehre, ihm einige meiner Fragen stellen zu dürfen, die mir auf der Seele brennen, aber auch solche, die für mich bisher unbeantwortet blieben. 

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an Sebastian Fitzek, der diesen kleinen Traum hat wahr werden lassen!

Das Interview:


 

Frage: 

Vor Kurzem kam Ihr neuer Thriller „Das Paket“ auf den Markt. Wie lange schreiben Sie für gewöhnlich an einem neuen Buch?

Antwort:

Im Schnitt ein Jahr.

 

Frage:

Fällt es Ihnen dabei leichter den Anfang oder das Ende zu schreiben?

Antwort: 

Der Anfang ist in der Regel komplizierter, da hier das Fundament des gesamten Buches gelegt wird.

 

Frage:

Vervollständigen Sie den Satz: „Zum Schreiben brauche ich…“

Antwort: 

Ruhe, Kaffee und Schokolade.

 

Frage:

Wer auf Ihrer Lesereise zum Jubiläum „10 Jahre Fitzek“ anwesend war, weiß, dass die Idee der Nachricht auf dem beschlagenen Spiegel durch eine Freundin in den Vordergrund trat. 

Welche Idee für ein Buch, die Sie aus dem Alltag genommen haben, empfanden Sie als besonders gruselig?

Antwort:

Neben jener zitierten einen Albtraum, den ich einmal hatte und bei dem mir auf einmal klar wurde, dass ich auf einer Straße übers Wasser fuhr, die jäh endet und ich, weil ich nicht bremsen kann, ins Meer stürzen werde. Verarbeitet in „Die Therapie“. 


Frage:

Ich bin ein großer Fan Ihrer Bücher „Der Seelenbrecher“, „Die Therapie“ oder auch „Passagier 23“. 

Wie recherchiert man für solche Lektüren, deren Handlungsorte eher nicht alltäglich erscheinen?

Antwort:

Neben Büchern und dem Internet ist es am wichtigsten, sich mit Experten zu besprechen. Ich habe Passagier 23 zum Beispiel einem Kapitän zu lesen gegeben – und habe natürlich selbst Kreuzfahrten gemacht. 

 

Frage:

Teilweise erging es mir bei „Das Paket“ so, dass ich abends das Licht anschalten musste, weil mich das Gefühl beschlich, der „Friseur“ könnte irgendwo umherschleichen.

Wir wissen alle, Sie kommen nicht mit weniger Worten aus und wer könnte Sie da besser verstehen, als ich? Versuchen Sie trotzdem mal, „Das Paket“ in drei Worten zu beschreiben.

Antwort:

Paranoid, klaustrophobisch, haarig.


Frage:

Und nochmal: Beschreiben Sie Ihre Bücher in einem Satz.

 

Antwort:

Nichts ist wie es scheint.

 

Frage:

Sie sind nun schon 10 Jahre lang im Business und Ihre Bücher werden niemals langweilig. 

Welches Ihrer Bücher ist Ihr persönlicher Favorit und warum?

Antwort:

Das ist wie die Frage nach meinem Lieblingskind (ich habe drei!). Die ehrliche Antwort: Das ist tagesformabhängig und unterscheidet sich je nach Stimmung.

 

Frage:

In all den Jahren der Autorentätigkeit ist Ihre Fangemeinde stetig gewachsen und dabei sind auch die sozialen Medien nicht ganz unbeteiligt.

Auch ich habe in einer Gruppe eine Leserunde zu „Das Paket“ und ein zugehöriges Gewinnspiel ins Leben gerufen und lerne durchgehend tolle neue Menschen kennen.

Was ist Ihre Meinung zu solchen Events und den sozialen Netzwerken?

Antwort:

Lesen ist (wie Schreiben übrigens auch) im Grunde eine sehr einsame Tätigkeit. Soziale Netzwerke stellen eine tolle Gemeinschaft her, und es ist wunderbar, dass es so etwas gibt.

 

Frage:

Durch Ihre mediale Präsenz in solchen Netzwerken und auch aufgrund Ihrer bekannten Mail-Adresse, bekommen Sie regelmäßig tausende von E-Mail.

Welche davon würden Sie als die „verrückteste“ beschreiben oder die, die Ihnen immer im Gedächtnis bleiben wird?

Antwort: 

Die verrückteste Nachricht war wohl ein echter Brief mit einem 10-Euro Schein und dem anonymen Vermerk „Sie wissen schon, wofür.“

Ich weiß es bis heute nicht.

 

Frage:

Bekanntlichermaßen muten Sie Ihren Protagonisten in Ihren Büchern gerne mal einiges zu.

Welches Schicksal hat Sie dabei am ehesten betroffen gemacht? Oder welcher Charakter ist Ihnen am meisten ans Herz gewachsen?

Antwort:

Oskar in Noah ist mir sehr ans Herz gewachsen. Aber er ist nur einer von vielen Figuren.

 

Frage:

Gibt es unter Ihren Protagonisten eine Figur, bei der Sie sagen würden, sie ist Ihnen am ähnlichsten? Wenn ja, inwiefern stellt sich das dar?

Antwort: 

Nein, ich unterscheide mich von allen. Aber in jeder Figur steckt dennoch auch etwas von mir.

 

Frage:

Auf der Frankfurter Buchmesser deuteten Sie an, dass wir alle, die Leser, sowie Sie selbst, eigentlich Psychopathen seien, da wir Psychothriller schreiben und/oder lesen.

Sehen Sie das wirklich so?

Antwort: 

Ich sagte eher das Gegenteil: Wir nutzen Thriller als Ventile, über die ein Psychopath nicht verfügt. Wir sollten uns also eher Gedanken machen über Menschen, die so etwas nicht lesen.;)

 

Frage:

Sie sind nicht nur auf diversen Buchmessen präsent, sondern auch auf Lesungen. Und das zwischenzeitlich nicht allein. 

Sie haben ein Leseevent zusammen mit Arno Strobel und Wulf Dorn moderiert, welche ich ebenfalls für begnadete Autoren halte und ich hoffe, so eine Kooperation selbst mal live miterleben zu dürfen!

Wären Sie einer Kooperation mit Strobel oder Dorn, wie mit Michael Tsokos, grundsätzlich eher zugewandt oder abgeneigt?

Antwort: 

Ich gehe immer von der Idee aus; das heißt, wenn uns eine gute Geschichte zusammenführt, dann kann ich mir alles vorstellen.


Frage:

Bei Wulf Dorn’s Psychothriller Debut „Trigger“ ist ein Kommentar Ihrerseits abgedruckt. 

„Dorn weiß, wie man den Leser an die schweißnasse Hand nimmt und ihn zu den Abgründen der menschlichen Seele führt.“

Diese Aussage kann ich zu 100% unterstützen.

Was war für Sie das Besondere an diesem Buch gewesen?

Antwort:

Dass man das Buch nicht nur passiv las sondern das Gefühl hatte, aktiv dabei zu sein.


Frage:

Welchen Tipp können Sie Lesern geben, damit sie sich bei diesem Gruselfaktor, ohne unter das Bett schauen zu müssen, schlafen legen können?

Antwort:

Ich würde IMMER unter das Bett schauen. Mehrfach!

 

 

Frage:

Dorn versteht es, rekurrente Figuren und Orte einzusetzen, was ich sehr schätze.

Dies ist, vor allem bei Ihren älteren Werken, ebenso der Fall.

Werden wir in naher Zukunft, nach langem Warten, mal wieder auf alte Bekannte treffen?

Antwort: 

Im Paket treffen wir ja bereits auf alte Bekannte, in meinen nächsten Werken auch.

 

Frage:

Ihre Bücher bestehen vorwiegend aus einer persönlichen Geschichte des Protagonisten und zeigen weniger die Merkmale einer „typischen Ermittlerstory“ auf.

Sind Sie grundsätzlich abgeneigt, so eine Handlung zu verfassen?

Antwort:

Mich interessiert mehr die Frage, wie ein ganz normaler Mensch mit Gewalt umgeht. Bei mir stehen deshalb auch häufig Opfer im Mittelpunkt, die von unserer Medienwelt oftmals vergessen werden. Ermittler, die darauf trainiert sind, mit Gewalt umzugehen, interessieren mich erst in zweiter Linie.

 

Frage:

Aus persönlichem Interesse aus dem Blick einer Erzieherin: 

Wie begegnen Ihnen die ErzieherInnen und/oder LehrerInnen Ihrer Kinder? 

Wird Ihnen in manchen Gesprächen Ihr Beruf, beziehungsweise Ihr Hang zu Psychothrillern, zum „Verhängnis“?

Antwort:

Im Gegenteil. Die Erzieherinnen meiner Kinder lesen zum Teil sehr viel härtere Literatur als ich sie schreibe.

 

Frage:

Ich persönlich halte Sie für einen humorvollen Menschen, der gerne auch mal über sich selbst lachen kann. Das zeigen Sie immer wieder deutlich auf Lesungen oder Lesereisen.

Daher eine lustige Frage am Rande:

Finden Sie, dass Sie eher einem ‚Erdotter‘ oder einem Frettchen ähneln?

Antwort: 

Erdotter. Allein der Name ist so schön!

 

Frage:

Würden Sie manchmal gerne mehr Komik in Ihre Bücher einbauen oder haben Sie ein generelles Interesse am Schreiben von Komödien?

Antwort:

Ich lande irgendwie immer beim Psychothriller, aber hin und wieder gelingt es mir, eine komische Figur zu erschaffen, so wie Ender in Abgeschnitten oder Toffi in „Das Joshua-Profil“.

 

Frage:

Rein hypothetisch, welches Schicksal wäre Ihnen lieber:

Ihr Gedächtnis verloren zu haben, wie zum Beispiel Caspar oder Noah beziehungsweise beabsichtigt einen Gedächtnisverlust herbeizuführen, wie Marc Lucas?

Oder verfolgt zu werden, wie Max Rhode?

Antwort:

 Ich werde lieber verfolgt. Da kann ich im Zweifel aktiv handeln. Das Gedächtnis zu verlieren bedeutet den Verlust der eigenen Identität, die man nicht aus eigener Kraft wiedergewinnen kann.

 

Frage:

Welche Frage wurde Ihnen bisher noch nie in einem Interview gestellt?

Beantwortete Sie sie.

Antwort:

Wie fühlt es sich an auf Platz 1 auf der New York Times Bestsellerliste? (Weil ich da noch nie stand.)

Antwort: Sehr gut, denke ich;)
Welche Frage(n) würden Sie gerne ausnahmsweise mal an Ihre Leser richten und warum?

Antwort:

Auch hier habe ich keine spezielle. Wenn, dann stelle ich sie auf meinen Lesungen.

 

Frage: 

Und bevor wir nun zur allerletzten Frage kommen: 

Wann erscheint Ihr neues Buch „Passagier 44“? 

Antwort:

 Haha, ja, das wird wohl noch eine Weile dauern.

 

Frage:

Zu guter Letzt hoffe ich, dass Sie einen spannenden, mitreißenden Psychothriller-Tipp für Ihre Leser parat haben.

Welches Buch hat Sie bisher absolut begeistert? Welchen Autor können Sie wahren Psychothriller-Fans bedenkenlos weiterempfehlen?

Antwort:

 Michael Robotham; eigentliche alle Thriller von ihm.





Habt ihr noch andere Fragen an Herrn Fitzek oder kam euch nun eine in den Sinn? Dann schreibt mir und vielleicht gibt es dann einen zweiten Teil 🙂

Advertisements

Autor:

Hey Leute :) Ich bin Vanessa, 22 Jahre alt und lese leidenschaftlich gerne. Bevorzugt Psychothriller und Thriller! Hier auf meinem Block findet ihr Rezensionen zu meinen abgeschlossenen Büchern. Lasst euch meine Meinung nicht entgehen! :) Ich befinde mich hier noch in der Testphase, also seid nachsichtig mit mir. Ich probiere noch rum. Ich freue mich über jegliche Anmerkungen und Kritik, die mir hilft, meinen Blog besser und übersichtlicher zu gestalten! Schaut auch gerne mal auf meinem Bookstagram-Channel vorbei. Den Link findet ihr unten. :) Kommt mit mir auf eine Reise durch die Weiten meiner Bücherwelt :D

Hinterlasst mir doch einen Kommentar und sagt mir eure Meinung :)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s