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Rezension: „Die Moortochter“ – Karen Dionne

20403469_1432848390114631_1054094162_n.jpgTitel: „Die Moortochter“    (Leseexemplar)
Autorin: Karen Dionne
Erscheinungsdatum: 24. Juli 2017
Seitenanzahl: 384 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Broschur 12,99€
Verlag: Goldmann
Klappentext:
Helena Pelletier lebt in Michigan auf der einsamen Upper Peninsula. Sie ist eine ausgezeichnete Fährtenleserin und Jägerin – Fähigkeiten, die sie als Kind von ihrem Vater gelernt hat, als sie in einer Blockhütte mitten im Moor lebten. Für Helena war ihr Vater immer ein Held – bis sie vor fünfzehn Jahren erfahren musste, dass er in Wahrheit ein gefährlicher Psychopath ist, der ihre Mutter entführt hatte. Helena hatte daraufhin für seine Festnahme gesorgt, und seit Jahren sitzt er nun im Hochsicherheitsgefängnis. Doch als Helena eines Tages in den Nachrichten hört, dass ein Gefangener von dort entkommen ist, weiß sie sofort, dass es ihr Vater ist und dass er sich im Moor versteckt. Nur Helena hat die Fähigkeiten, ihn aufzuspüren. Es wird eine brutale Jagd, denn er hat noch eine Rechnung mit ihr offen …

 

Zuerst einmal möchte ich mich bei der Mayerschen Buchhandlung im Ruhr-Park Bochum und seinem Team bedanken, die mir nach einer Blogger-Aktion dort offengestellt haben, dieses Leseexemplar aus ihrem Repertoir mitzunehmen!

 

Cover und Klappentext

Das Cover empfinde ich als durchaus ansprechend. Es bildet eine schöne Verbindung zum Titel und strahlt daher eine Einheitlichkeit aus, die Neugier erweckt.

Einen Klappentext im üblichen Sinne, auf der Rückseite des Buches, gibt es nicht. Diese ist lediglich geschmückt mit Belobigungen und Zitaten über das Buch.
Ich persönlich bin kein großer Fan einer solchen Darstellung von Büchern, da meine Erwartungen automatisch hochschellen. Ebenso halte ich von hochgelobten Aussagen eher weniger, da ich sie teilweise nicht glauben kann.

Da es sich bei dieser Ausgabe um ein broschiertes Buch handelt, kann man vorne und hinten Klappen an den Seiten lösen. Vorn ist nun eine Art Klappentext zu finden.
Dieser verspricht so einiges: von rasanter Spannung bis hin zu psychologischen Hintergründen soll laut diesem alles dabei sein.

Leider hört sich der Klappentext aufregender an, als das eigentliche Buch ist.

 

Figuren

Hauptsächlich begleiten wir Helena durch das Buch.
Laut Angaben befindet sie sich auf der Jagd nach ihrem Vater und sie tut alles, um ihn zu finden.

Wir erfahren sehr viele Dinge und erleben einige Situationen aus ihrer Vergangenheit, die sich im Moor abgespielt hat.
Sie war mir nicht unsympathisch, aber auch nicht gänzlich sympathisch. Ich konnte mich einfach kaum mit ihr identifizieren, geschweige denn mich in sie hineinversetzen.

Sie hat eine andere Sozialisation als die meisten von uns erlebt und benimmt sich dementsprechend. Auf mich wirkte sie fast durchgehend ziemlich maskulin, taff und abenteuerlustig.

Einige ihrer Handlungen, in der Vergangenheit, sowie der Zukunft, konnte ich weiß Gott nicht nachvollziehen.
Das mag wohl daran liegen, dass ich ihre heutige Erscheinung als etwas zu oberflächlich dargestellt empfinde.

Wir lernen ebenfalls ihre Eltern und ihre eigene Familie kennen.
Letztere tritt im Laufe des Buches eher am Rande in Erscheinung und spielt als Basis eine Rolle, kommt jedoch nicht großartig im Detail zur Sprache.
Gewisse Informationen erhalten wir allerdings zu Beginn des Buches.

Helena’s Eltern werden ebenso stark abgebildet, wie sie selbst, wenn auch der Fokus auf ihrem Vater liegt.
Es scheint eine klare Aufgabenverteilung zu geben und Rollenklischees werden deutlicher, je mehr man in die Geschichte eintaucht.

 

Schreibstil und Inhalt

Im ersten, eher kurzen Kapitel, erfahren wir alle nötigen Grundinformationen, um den weiteren Handlungen der Geschichte zu folgen.
Kurz und knapp präsentiert.

In weiteren Kapiteln, jedoch nicht in ausschließlich jedem, bekommt man zu Beginn einen kurzen Text in kursiver Schrift zu Lesen. Dabei handelt es sich um das Märchen „Die Tochter des Moorkönigs“ von Hans Christian Andersen.
Diesen Teil empfand ich als besonders schön und klug in Szene gesetzt, denn es passt perfekt zur Storyline der Geschichte!

Der Schreibstil der Autorin erwies sich zunehmend als flüssig und angenehm zu lesen. Die Wortwahl variiert zwischen relativ einfach hinzu zu individuelleren Ausdrücken, die auf die Indianerkultur zurückgreifen.

Allgemein erfahren wir viel über die Indianer und man bekommt das Gefühl eher einen altindianischen Survival-Ratgeber zu lesen.
Wie bereits erwähnt, besteht der Inhalt des Buches zu 3/4 oder mehr aus Helenas Vergangenheit, die bestückt ist mit Jagen, Töten, Überleben.
So wie man es von einem „Wie überlebe ich in der Wildnis?“-Lexikon erwarten würde, erhält man als Leser tiefere Einblicke in das „wilde Leben“ ihrer Familie und ihrer Überlebensstrategien.

Vielerlei Dinge sind sehr detailgenau ausschraffiert, wie beispielsweise Tötungen oder das Häuten von Tieren und die Verarbeitung zu Handschuhen.

Dabei fiel mir auf, dass der Tod im allgemeinen eher als etwas Nebensächliches geahndet wird. Wo ich teilweise angeekelt und schockiert über gewisse Brutalitäten über die Seiten flog, war es für die Figuren das Normalste auf der Welt.
Das Leben im Moor beziehungsweise „in freier Wildbahn“ wurde daher, für mich persönlich, ziemlich gut dargestellt.

Dennoch muss ich gestehen, dass der Klappentext mich etwas in die Irre geführt hat.
Ich habe einen psychologisch ausgeklügelten Thriller mit packenden Spannungselementen erwartet, in dem uns die von ihrem Leben in der Wildnis geprägte Protagonistin mit auf eine gefährliche Jagd nimmt.

Letzteres bekommt man zwar geboten, aber, im Vergleich zum Rest des Textes, quantitativ minderwertig dafür, dass der Klappentext darauf zu weisen scheint.

Einen „psychologisch ausgeklügelten Thriller mit packenden Spannungselementen“ suchte ich jedoch vergebens…
Natürlich ist ein gewisser psychologischer Hintergrund zwischen den Zeilen zu erkennen, jedoch hätte ich mir gewünscht, dass mehr darauf und auf die Auswirkungen für die heutige Zeit eingegangen wird.

Man erfährt natürlich, wie die Protagonistin sich neu einleben und mit der Zivilisation klar kommen musste, jedoch fehlte mir für einen ausgeschriebenen „Psychothriller“ der „Psycho“-Aspekt.
(Auch wenn das jetzt nach hohen Ansprüchen klingt.)

Ich persönlich würde das Buch auch nicht als Thriller, sondern vielmehr als Spannungsroman bezeichnen. Es gibt auf jeden Fall Aspekte eines Thrillers in der Story, jedoch überwiegt für mich mehr das Interessante, was man über ihr altes Leben erfährt.

Leser sollten daher keinen rasanten Spannungsaufbau erwarten, sondern eher mit einer seichten, unterschwelligen Spannung rechnen und sich auf viele Lesestunden in den tiefen der Upper Peninsula (im Moor) einstellen.

Mir fällt es wirklich schwer, dieses Buch einzuschätzen.
Denn auf der einen Seite ließ es sich sehr gut und zügig lesen und gewisser Maßen war ich auch interessiert dabei.
Andererseits habe ich aufgrund der Genre-Ausschreibung und des Klappentextes einfach etwas anderes erwartet, wie ich oben hoffentlich deutlich genug erläutert habe.

Ich habe erst mit dem Gedanken gespielt, das Buch mit 2,5 Sternchen zu bewerten, was allerdings dem tollen Schreibstil und der Eingliederung des Märchens nicht gerecht werden würde.

Daher habe ich mich dafür entschieden, diesem Büchlein durchschnittliche 3/5 Sternchen zu geben, aber dennoch auf die oben genannten negativen Punkte hinzuweisen.

 

 

Hier könnt ihr „Die Moortochter“ kaufen:

https://www.randomhouse.de/Paperback/Die-Moortochter/Karen-Dionne/Goldmann/e513309.rhd

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Rezension: „Kalte Erinnerung“ – Patricia Walter

20182745_1426274074105396_1177352020_nTitel: „Kalte Erinnerungen“
Autor: Patricia Walter
Erscheinungsdatum: 3. Februar 2017
Seitenanzahl: 288 Seiten
Genre: (Psycho-)Thriller
Preis: Taschenbuch 5,99€
Verlag: Weltbild
Klappentext:
Nur wenn sie sich erinnert, wird sie überleben.
Ein eisiger Wintermorgen: Zoe schreckt aus einem Albtraum auf, am ganzen Körper mit Verletzungen übersät und ohne Erinnerung an die vergangenen beiden Tage. Ihr Mann David ist spurlos verschwunden. Kurz darauf wird sie von einer verzerrten Stimme am Telefon bedroht, die die Wahrheit über gestern Nacht wissen will. Geschockt legt Zoe auf – doch der unheimlichen Forderung des Anrufers kann sie nicht entkommen. Und die Wirklichkeit ist grausamer, als sie sich jemals hätte vorstellen können …

 

Zuerst möchte ich mich herzlichst bei der Autorin, Patricia Walter, bedanken, die mir großzügigerweise ein Exemplar dieses Buches zugeschickt hat!
Vielen Dank dafür und auch für die nette Widmung zu Beginn. 🙂

 

Cover und Klappentext:

Das Cover des Buches ist eisig, aber ansprechend und erinnert zunächst eher an einen Roman, da jegliche Eingliederung in ein Genre auf diesem fehlt.
Liest man sich den Klappentext durch, wird dieser erste Eindruck natürlich widerlegt.

Mich sprach der Inhalt sofort an, da ich ein großer Fan von Amnesie bei den Protagonisten vieler Bücher bin. Ich mag es mit ihnen gemeinsam herauszufinden, was geschehen ist.

Wem kann man vertrauen?

Wer spielt nur ein böses Spiel?

Kann ich meinen eigenen Erinnerungen vertrauen?

Auch in diesem Buch dreht es sich um diese Aspekte.
Im Nachhinein betrachtet verspricht der Klappentext allerdings mehr Psycho und Dramaturgie, als es im Inhalt tatsächlich wiederzufinden ist.

 

Figuren:

Man lernt Protagonistin Zoe mit jedem Kapitel näher kennen. Ebenso verzweifelt man auch mit ihr und möchte unbedingt wissen, was geschehen ist.

Ich empfand sie als sympathisch, konnte aber nicht zu 100 % eine Beziehung zu ihr aufbauen, was eventuell an der Länge des Buches liegt.

Daher lernt man die anderen Nebenfiguren des Buches vermutlich auch nur stichprobenartig kennen. Ich konnte keinen von ihnen wirklich einschätzen, was jedoch die Spannung oben hielt.
Ich konnte nicht sagen, wem Zoe vertrauen könnte und wer sie hintergeht. Ich war beim Lesen ebenso hilflos, wie sie und musste mit dem arbeiten, was ich geboten bekam.

 

Schreibstil und Inhalt:

Allgemein fiel mir bereits zu Anfang auf, dass das Buch eine sehr angenehme Schriftart und -größe hat, sodass es angenehm zu lesen ist. Hierzu trägt natürlich der Schreibstil bei, der schön flüssig ist.

Das Buch beschränkt sich im wahrsten Sinne des Wortes auf die wichtigsten Fakten und kommt fast ohne große Umschweife aus.
Gerade zu Beginn hatte ich größere Probleme damit, dass vieles für mich unzureichend ausgeschmückt und man direkt in das Getümmel geworfen wurde.

Hier hätte ich mir etwas mehr Liebe zum Detail gewünscht, um zunächst mal ins Buch, in die Figuren und die Umgebung hineinzufinden.

Dieser Stil zieht sich das gesamte Buch durch und erscheint mir teilweise als wirklich angebracht, teilweise aber auch als zu abgekürzt.
An bestimmten Stellen hätten Aspekte einfach mehr ausschraffiert werden können, um den Leser in das Buch zu ziehen.

Die Autorin bedient sich typischer „Thriller-Klischees“, wie den spannenden Satz am Ende jedes Kapitels, um zum Weiterlesen zu motivieren.
Viele finden dieses Stilmittel amateurhaft, bei mir bewirkt es jedoch genau das:
Entwicklung von Neugier und dem typischen „Ein Kapitel geht noch“ Gedanken.
Daher empfinde ich persönlich dies als gelungenes Mittel, sofern es gut eingesetzt wird.

Es gibt einfache Erzählstränge und Strukturen, sodass es dem Leser nicht schwer fällt zu folgen.
Ich persönlich hätte mir allerdings etwas mehr sprachliche Raffinesse gewünscht, sodass das Lesen und „Zusammenpuzzlen von Ereignissen“ eine kleine Herausforderung darstellt.
Einiges war leider zu durchschaubar ausgearbeitet und bei mir stellte sich bei der ersten Erwähnung die Vermutung ein, dass bestimmte Teilaspekte noch wichtig werden können.

Gerade die am Ende zusammengeführten Stränge, die die Auflösung präsentierten, empfand ich als sehr einfach konstruiert.
Aufgrund des Klappentextes habe ich mehr Tiefe und psychologische Hintergründe erwartet.

Einige Handlungen beziehungsweise Dinge innerhalb der Handlung empfand ich zunächst als etwas drastisch dargestellt, jedoch stellte sich bei mir zunehmend Verständnis für die Lage der Protagonistin und ihre daher rührenden Taten und Gedanken ein.
Einen ganz bestimmten Aspekt des Buches, bezüglich Zoe’s Gesundheit, kann ich bis heute nicht ganz nachvollziehen, da ich selbst betroffen bin und dementsprechend recherchiert und Gespräche mit Ärzten geführt habe.

Teile vom Ende habe ich bereits vorher leicht und indirekt vermutet, jedoch nicht in diesem Ausmaß.
Es waren Andeutungen und kleinere Hinweise im Buch versteckt, aber die gesamte Auflösung gelang mir erst durch die Autorin.

Alles in allem wurde ich aber gut unterhalten und empfinde das Buch als einen guten Einstieg in die literarische Welt des Thriller!

Von mir bekommt das Buch 4/5 Sternchen und ich bin gespannt auf das nächste Buch der Autorin und auf ihre Fortschritte im Autorendasein! 🙂

 

 

Hier könnt ihr „Kalte Erinnerungen“ kaufen:

https://www.weltbild.de/artikel/buch/kalte-erinnerung_22172187-1#information

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Rezension: „Das Haus in Cold Hill“ – Peter James

20182689_1425230954209708_170913692_nTitel: „Das Haus in Cold Hill“    (Rezensionsexemplar)
Autor: Peter James
Erscheinungsdatum: 27. April 2017
Seitenanzahl: 368 Seiten
Genre: Roman / Gruselbuch
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Fischer Taschenbuch
Inhalt:
Für Ollie und Caro Harcourt und ihre Tochter Jade ist es ein wirkliches Abenteuer: Ihr neues Zuhause ist ein riesiger, verfallener alter Kasten. Genau das Richtige, um es von Grund auf zu sanieren, eine veritable Geldanlage. Doch die Harcourts sind nicht die einzigen Bewohner. Ungewöhnliche Dinge gehen hier vor sich, eine gespenstische Frau in Grau wandelt durch die Flure. Als die verängstigten Harcourts schließlich die dunkle Geschichte von Cold Hill erfahren, ahnen sie, dass ihr Leben auf dem Spiel stehen könnte.

 

Zunächst möchte ich mich beim Fischer-Verlag für das Rezensionsexemplar des Buches bedanken!

Für mich war „Das Haus in Cold Hill“ mein erstes Buch von Peter James, weshalb ich relativ unvoreingenommen an die Geschichte herangegangen bin.

 

Cover und Klappentext:

Das Cover ist in Anbetracht der Geschichte wirklich gut gewählt!
Es zeigt das Haus, um das es sich in dem Buch dreht. Es gibt ein beleuchtetes Fenster, welches mich neugierig gemacht hat.
Bereits diese Abbildung weckte bei mir Interesse und ich wollte wissen, worum es geht.

Der Klappentext fasst alles Wichtige grundlegend zusammen, verrät aber nicht zu viel.
Es bleibt mysteriös und geheimnisvoll.

Durch beide Elemente vermutete ich bereits, dass es sich um ein wahres „Gruselbuch“ handelt und war gespannt.

 

Figuren:

Das Buch beginnt mit einem Einblick in den Einzug einer anderen Familie und den darauf folgenden Begebenheiten.
Diese sind, dafür, dass man sich erst im ersten Kapitel des Buches befindet, wirklich düster und rasant dargestellt, welches meine Neugier allerdings nur noch weiter entfachte.

Besagte Familie erschien mir zu Beginn eher befremdlich, was aber nicht weiter schlimm war.

Familie Harcourt, um die diese Geschichte sich auch dreht, war mir von vornherein sehr sympathisch.
Sie stellten sich als normale Menschen mit einem Traum heraus, den sie verfolgten.
Es gab ein bisschen von allem: harmonische Familienidylle, Skepsis, realistische Ängste, Probleme der Tochter und auch kleinere Streitigkeiten.

Bis etwa zur Hälfte des Buches erschienen mir die Eltern, Ollie und Caro, etwas zu perfekt.
So kam es rüber, als seien die beiden erst seit kurzem verheiratet und wären noch in der Honeymoon-Phase, welches sich mir nach über einem Jahrzehnt an Ehejahren nicht ganz erschloss.
Dies änderte sich jedoch in der zweiten Hälfte und wurde etwas glaubwürdiger.

Der Handlung angepasst haben sich auch die Figuren verändert. Und nicht immerzu ins Positive, was ich aufgrund der derzeitigen Ereignisse aber gut verstehen und mich daher total in die Situation und die Personen hineinversetzen konnte.
Mehr möchte ich hierzu nun allerdings nicht mehr verraten. 😉

 

Schreibstil und Inhalt:

Die eindeutige Eingliederung in ein Genre fiel mir nicht leicht, weshalb ich das Buch allumfassend als „Jugendgruselroman“ beschreiben würde.

Zu Beginn jedes Kapitels war als Überschrift der Tag angegeben, an dem sich die Handlung dieses abspielte. So manches Mal half es mir bei der Rückverfolgung und Zusammensetzung einzelner Dinge und visualisierte toll die Entwicklung der Story.
Zwischenzeitlich war ich wirklich verwirrt von einigen Dingen und deren zeitlicher Abfolge. Anhand der Jahreszahlen und Datumsangaben konnte ich dies gut einordnen.

Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und angenehm zu lesen und man stockt dabei keineswegs.
Die Wortwahl passt für mich allerdings eher in ein Jugendbuch, da sie teils sehr einfach gehalten ist.

Andererseits weist sie aber auch speziellere und schwerer verständliche Aspekte auf, wie zum Beispiel ein Gespräch über Energien verstorbener Personen, das Körpergedächtnis oder Ähnliches.
Dies wurde mit einigen Metaphern, Vergleichen oder auch Beispielen belegt, sodass ich hier intensiver lesen musste, um es gänzlich zu verstehen und auf die Grundhandlung zu beziehen, welches dann aber ohne Problem funktionierte.

Gerade diese Teilaspekte empfand ich als wirklich interessant zu lesen!

Wirklich toll und überraschend empfand ich auch einzelne illustrierte Abbildungen, die an zwei Stellen der Geschichte auftauchten.
Es gab der Handlung einen neuen Schwung und die bildliche Darstellung im eigenen Kopf wurde angeregt.

Neben allen positiven Belobigungen, muss es natürlich auch etwas Negatives geben…
An einigen Stellen hätte ich mir eine detailliertere Ausführung des Bildes gewünscht.
Dabei wäre eine etwas gruseligere Beschreibung schön gewesen, um den gewünschten Gruselfaktor auf ein höheres Level zu heben.

Dabei empfinde ich es als wichtig zu sagen, dass es sich hier natürlich keinesfalls um einen Horrorgruselroman dreht, nach dessen Lesen man sich kaum noch traut aufzustehen oder die Augen zu schließen.
Einige Dinge stellten sich mir als ehrlich gruselig dar, sofern man sich in die Lage hineinversetzte und es sich visuell in der eigenen Fantasie zusammenreimte.

Daher würde ich behaupten, dass dieses Buch eine perfekte Vorlage für einen wirklich gruseligen Film bieten würde!

Das Ende war etas chaotisch und verwirrend.
Hier hätten es ein paar mehr Seiten und eine (mehr auf dem Silbertablett servierte) Erklärung einfacher und deutlicher gemacht.

Alles in allem wurde ich aber gut unterhalten und möchte daher dem Buch
4/5 Sternchen geben.

 

 

Hier könnt ihr „Das Haus in Cold Hill“ kaufen:

http://www.fischerverlage.de/buch/das_haus_in_cold_hill/9783596297740