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„Todesreigen“ – Andreas Gruber

21269500_1464555400277263_1822136724_nTitel: „Todesreigen“ (4. Teil der Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez Reihe)
Autor: Andreas Gruber
Erscheinungsdatum: 21. August 2017
Seitenanzahl: 576 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 978-3-442-48313-6
Klappentext:
„Nachdem eine Reihe von Kollegen auf brutale Art Selbstmord begangen haben, wird Sabine Nemez – Kommissarin und Ausbilderin beim BKA – misstrauisch. Vieles weist auf eine jahrzehntealte Verschwörung und deren von Rache getriebenes Opfer hin. Sabine bittet ihren ehemaligen Kollegen, den vom Dienst suspendierten Profiler Maarten S. Sneijder, um Hilfe. Doch der verweigert die Zusammenarbeit, mit der dringenden Warnung, die Finger von dem Fall zu lassen. Dann verschwindet Sabine spurlos, und Sneijder greift selbst ein. Womit er nicht nur einem hasserfĂŒllten Mörder in die Quere kommt, sondern auch seinen einstigen Freunden und Kollegen, die alles tun wĂŒrden, um die SĂŒnden ihrer Vergangenheit endgĂŒltig auzulöschen …“
(Quelle)

Hier kannst Du „Todesreigen“ kaufen.

Weitere meiner Rezensionen zu Gruber’s BĂŒchern:

„Todesfrist“

„Todesurteil“

„TodesmĂ€rchen“

 

Vielen herzlichen Dank an den Goldmann Verlag und die randomhouse Verlagsgruppe, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur VerfĂŒgung gestellt haben!
Ich habe mich sehr gefreut. 🙂

 

Cover und Klappentext

Da ich mittlerweile auch zu einem Cover-Fanatiker geworden bin, muss ich kurz meckern.
Das Cover sticht mit dem Kontrast vom schwarzen Hintergrund und den gelben Vögeln ziemlich aus der Reihe hervor und gliedert sich nicht so schön ein.
Schon bei Teil 3 empfand ich den geÀnderten Coverstil als störend in der Optik.

Außerdem kann ich mir die Auswahl der Covergestaltung auch nicht unbedingt erklĂ€ren, denn das Buch bietet keine Verbindung zum Vogel.

Der Titel war mir auch nicht sofort schlĂŒssig.
Der erste Teil des Titels passt hingegen sehr gut zur Reihe, den zweiten empfand ich eher als unpassend.
Abgesehen davon, dass mir das Wort „Reigen“ rein gar nichts sagte, kann ich nach einer Googlesuche nur vermuten, was es damit auf sich hat. Durch die eigene Interpretation kann man bestimmte BezĂŒge zu dem Inhalt herstellen.

Der Klappentext ist spannend geschrieben, verrÀt allerdings in Teilen bereits die erste HÀlfte des Buchs.

 

Figuren

Zu den Protagonisten, Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder, brauche ich eigentlich kaum mehr was sagen. Wer die ersten 3 Teile gelesen hat, wird die beiden bereits sehr gut selbst einschÀtzen können.

Ich persönlich bin nie zu 100% mit Nemez warm geworden, was sich jedoch pro Buch steigert.
In jedem Band lernt man mehr ĂŒber die beiden Figuren und sie sind sehr tiefsinnig und charakterstark dargestellt.

Sie sind einem einfach sympathisch, weil sie ihre Ecken und Kanten haben und eben nicht perfekt und klischeehaft sind.

Sneijder schon gar nicht. In diesem Buch hat er einen geringeren Part, dessen Grund man im dritten Band erfÀhrt.
Dennoch tritt er in bekannter alter ‚Manier‘ auf und ist der ĂŒbliche, beliebte Kotzbrocken.

Dieses Buch wimmelt gerade zu von alten Bekannten aus den vorherigen BĂ€nden.
Gruber greift einige auf, die man bereits gut kennengelernt hat und mit deren Namen man sofort etwas anfangen kann.
Ich bin ein großer Fan von rekurrenten Figuren, weshalb ich das Aufgreifen hier besonders gut fand!

Allerdings lernt man natĂŒrlich auch neue Charaktere kennen, die mir ebenfalls zunehmend sympathischer wurden. Man konnte im Laufe des Buches ihre HintergrĂŒnde verstehen und entwickelte eine Verbindung zu ihnen.

 

Schreibstil und Inhalt

Wie seit Anbeginn der Reihe ist der Schreibstil absolut flĂŒssig und angenehm zu lesen.

ZunĂ€chst war ich jedoch etwas verwirrt, da man bereits zu Anfang mit einer Vielzahl an Personen ĂŒberhĂ€uft wird. Einige kennt man, einige lernt man kennen.
Dieses Gewirr wird jedoch schnell deutlicher und verdichtet sich.

Gruber schreibt diesmal in verschiedenen Perspektiven. Wir begleiten Sabine bei ihrer Suche nach der Wahrheit, Tina bei ihren Ermittlungen, Sneijder bei seinen privaten Machenschaften, einem Mann, den wir neu kennenlernen, bei seinem Leben nach dem Knast und noch einiges mehr.
So erfĂ€hrt man einen riesigen Rundumblick ĂŒber das ganze Geschehen und erhĂ€lt vielerlei Einblicke.

Dieses Buch weist einen etwas anderen Stil als seine VorgÀnger auf.
Bisher hatten wir es mit einem starken und sturen Ermittler-Duo zu tun, das sich an die Fersen von Serienmördern heftet und deren Taten aufklÀrt.

Doch diesmal haben wir es mit einem etwas anderen Fall zu tun:

Sneijder taucht diesmal weniger auf, als bisher, einige bekannte namenhafte Polizisten sterben unter mysteriösen UmstÀnden und Nemez versucht zuerst auf eigene Kappe die Verbrechen aufzuklÀren.
Dabei stĂ¶ĂŸt sie auf ungeklĂ€rte Dinge in der Vergangenheit aller und begibt sich damit in Gefahr.

Andreas Gruber hat sich mit „Todesreigen“ in eine etwas andere Richtung verleiten lassen, die jedoch genauso gelungen und packend ist, wie Teil 1-3.

Der Spannungsbogen wird immer konstant oben gehalten, denn es kommen immer mehr Hinweise ans Licht, was das Kramen in der Vergangenheit noch interessanter macht.

Man merkt schnell, dass man auf ein ziemlich komplexes Konstrukt zwischen Figuren, Handlungen und der Zeit stoßen wird.
Es ist ein Auf und Ab von Vertuschungen, Intrigen und Verbrechen, die eine schussgeladene Portion Action ins Buch einbringen.

Vermutlich musste ich deswegen zwischendurch pausieren, um das Gelesene zu verarbeiten. Am Inhalt und Schreibstil lag es in keinem Fall.

Ich habe bereits einige Rezensionen zu diesem Buch gelesen und ich muss nochmals zugeben, dass Sneijder natĂŒrlich in diesem Buch weniger Anteil hat, als sonst.
Dennoch erscheint es mir nicht so, als hÀtte Gruber keine Ideen mehr gehabt oder als wÀre Sneijder einfach vergessen worden.
FĂŒr mich war es ein kluger und realistischer Schachzug, der basierend auf dem letzten Teil absolut Sinn ergibt.

Kleinere Teile der Auflösung hatte ich in der Theorie erahnt, das gesamte Ende und die darin zutage kommenden Personen, hatte ich allerdings nicht im Kopf.
Sicherlich hĂ€tte man dazu noch einige Hinweise mehr streuen und es etwas interessanter gestalten können, allerdings ist es fĂŒr mich trotzdem ein gelungenes Ende eines großartigen Buchs!

 

Fazit

Andreas Gruber konnte schon viele Menschen mit seiner „Todes-„Reihe begeistern und hat auch mich in seinen Bann gezogen!

WĂ€hrend mir Teil 1 gut gefiel, „Todesurteil“ fĂŒr mich jedoch etwas schwĂ€cher ausfiel und der dritte Teil ein absoluter Oberhammer war, bei dem vollstĂ€ndig jeder Nerv bei mir getroffen wurde, haben wir mit „Todesreigen“ einen weiteren genialen Thriller eines wunderbaren Autoren geliefert bekommen.

Ich durfte ein Buch lesen, welches mit durchgehend rasanter Handlung besticht und bis zur letzten Seite und darĂŒber hinaus spannend bleibt!
Ein Thriller, in dem auch ein gewisse Touch an Humor zu finden ist, der einen schmunzeln lÀsst.

Am Ende stellte ich bereits Vermutungen ĂŒber den Inhalt des nĂ€chsten Bandes an, der in der Danksagung des Autors bereits bestĂ€tigt wird und bei mir große Vorfreude geweckt hat.

Ich kann die BĂŒcher von Andreas Gruber nur jedem Thriller-Fan ans Herz legen, der Wert auf Spannung, Raffinesse und kantige Charaktere legt.

Von mir bekommt auch „Todesreigen“, wie sein VorgĂ€nger, 5/5 Sternchen! 🙂

 

 

 

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„Lauf, Jane, Lauf“ – Joy Fielding

21124294_1460073704058766_214987286_nTitel: „Lauf, Jane, Lauf“
Autorin: Joy Fielding
Erscheinungsdatum: 1. Juni 1992
Seitenanzahl: 448 Seiten
Genre: Roman
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 978-3-442-41333-1
Klapentext:
„An einem Nachmittag im FrĂŒhsommer ging Jane Whittaker zum Einkaufen und vergaß, wer sie war

So beginnt der Alptraum einer Frau, die sich plötzlich blutbefleckt, die Taschen voller Geld und ohne Erinnerungsvermögen auf den Straßen Bostons wiederfindet. Wer ist dieser Mann, den man ihr als ihren Ehemann vorstellt? Was sind das fĂŒr Medikamente, die ihr angeblich helfen sollen? Und warum fĂŒhlt sie sich als Gefangene im eigenen Haus? Verzweifelt kĂ€mpft Jane von nun an um ihr GedĂ€chtnis – es wird ein Kampf auf Leben und Tod 
“
(Quelle: Goldmann Verlag – randomhouse Website)

Hier könnt ihr „Lauf, Jane, Lauf“ kaufen.

 

Cover und Klappentext

Das Cover des Buchs ist relativ schlicht.
Ich hatte zunĂ€chst zweimal jeweils eine Ausgabe ĂŒber Gebrauchtwaren-Portale bestellt, bekam jedoch die alten Ausgaben, die mehr als gebraucht aussahen.

Daher kaufte ich mir das Buch schließlich neu in einer Buchhandlung und dieses aktuelle Cover spricht mich viel mehr an!
Der Name der Autorin sticht hervor, unter welchem in blutroter Schrift der Titel des Buchs verkĂŒndet wird.

Dieser ist mit der Gabel in Verbindung zu bringen, die auf mich zwar schön in Szene gesetzt, aber etwas deplatziert erscheint.
FĂŒr mich hat diese Gabel, im Gegensatz zum Blut, relativ wenig mit der Story an sich zu tun. Ebenso der Schmetterling daneben. Interpretationsspielraum ist also genug vorhanden.
Ich kann mich nicht erinnern, im Buch auf ZusammenhĂ€nge mit diesen beiden Abbildungen gestoßen zu sein.

Der Titel hingegen passt wirklich gut zu Handlung und wird auch innerhalb dieser verwendet.

Der Klappentext hat mich sofort angesprochen.
Wer mich kennt weiß, dass ich BĂŒcher, die von Protagonisten, die unter Amnesie leiden und unter schwierigen UmstĂ€nden versuchen wollen herauszufinden, wer sie sind und was vorher geschehen ist, unfassbar gerne lese!

Im Laufe des Buches musste ich allerdings feststellen, dass im ganz Groben bis knapp ĂŒber die HĂ€lfte nichts anderes passiert, als der Klappentext verrĂ€t.
Was gut war: Genauer studiert habe ich diesen erst nach dem Lesen, da ich mich vorher auch auf die vielen wirklich positiven Meinungen ĂŒber das Buch verlassen habe.

 

Figuren

HauptsĂ€chlich lernen wir, mehr oder weniger natĂŒrlich, Jane „kennen“.
Zu Beginn irrt sie eher als eine Art ‚Jane Doe‘ durch die Straßen, allerdings weiß man instinktiv, dass es sich um die, auf dem Klappentext aufgefĂŒhrte, Jane Whittaker handelt.

Man hat sofort Mitleid mit ihr und ich versetzte mich ebenso schnell in die Situation hinein.
Die Vorstellung, dass man sich selbst und sein Leben nicht mehr kennt und einfach alles vergessen hat, Àngstigte mich mal wieder.
Mal wieder stellte ich mir die Fragen, was ich in so einer Situation tun wĂŒrde, wie ich handeln wĂŒrde und wie man einen Ausweg finden kann.

Ich empfand Jane als eine sehr angenehme Protagonistin, die an den richtigen Stellen verzweifelte und an den ebenso passenden Stellen hart und mutig erschien.
Sie tat das, was sie dachte das nötig war, um aus ihrer Misere zu entfliehen.
Das machte sie fĂŒr mich sympathisch.

Allerdings konnte ich sie nicht durchgehend einschĂ€tzen, was ich im Punkt „Schreibstil und Inhalt“ genauer erlĂ€utere.

Außerdem lernen wir auch ihren Mann Michael kennen, ein hoch angesehenen Arzt, mit dem sie schon lange verheiratet zu sein scheint.
Zu Beginn verhielt er sich, wie der perfekte Ehemann, der bemĂŒht war, alles Erdenkliche fĂŒr seine Frau zu tun, um ihr zu helfen.

Aber auch ihn konnte ich im Laufe der Handlung irgendwann nicht mehr gÀnzlich einschÀtzen.

Die einzige, die ich durchgehend einschÀtzen konnte, war Paula, die HaushÀlterin.
Sie war mir nicht wirklich sympathisch und nervte teils sehr. Sie erschien mir viel zu streng und dirigierend zu sein.
Zum Ende hin entwickelte aber auch sie sich weiter. Das möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht weiter beleuchten.

Jane’s Freunde und Familie lernen wir nur sehr oberflĂ€chlich kennen.
Zwar werden die Freunde zum Ende hin etwas mehr beleuchtet, allerdings hĂ€tte ich mir hier mehr Tiefe gewĂŒnscht. Ebenso bei Jane’s Familie.

 

Schreibstil und Inhalt

Da dies mein erstes Buch von Fielding war, war ich dementsprechend gespannt, was mich erwarten wĂŒrde.
Was ich bekam, war ein gut lesbarer Schreibstil, der jedoch an manchen Stellen aufgrund von Rechtschreib- oder Tippfehlern und inkorrekten Übersetzungen, die es schwer machten den Sinn mancher SĂ€tze sofort zu erfassen, stockte.

Gott sei Dank bildet dies nur einen winzigen Teil des Schreibstils, wobei Fielding fĂŒr Fehler in der Übersetzung nun wirklich nichts kann.
Ebenso schiebe ich Tippfehler bzw. Rechtschreibfehler auf die alte Rechtschreibung oder besser gesagt das generelle Alter des Buchs, dessen Veröffentlichungstermin 25 Jahre zurĂŒckliegt.

Zu meckern habe ich allerdings an der kleinen Schrift und der Schriftart.
Gerade am Anfang habe ich wirklich damit zu kÀmpfen gehabt, da beides im Vergleich zum Buch, das ich davor gelesen habe, ziemlich winzig ist.
Eine SchriftgrĂ¶ĂŸer grĂ¶ĂŸer und eine Schriftart, die angenehmer zu lesen und weniger gestochen schwarz ist, wĂ€re absolut hilfreich gewesen.

Die Handlung des Buchs startet direkt mitten im Geschehen und man stellt sich direkt Fragen, wie:

Was ist geschehen?

Wieso trÀgt Jane bestimmte Dinge bei sich?

Wie kann es sein, dass sie sich so plötzlich an nichts mehr erinnert?

Gerade Letzteres erschien mir dann doch etwas sehr kĂŒnstlich konstruiert, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass jemand mitten im Gang und auf der Straße auf einmal vergisst, wer er ist, wie er lebt und was er gerade an diesem Ort tut.

Dennoch hatte ich seit Beginn ein bedrĂŒckendes GefĂŒhl, welches ich nicht beschreiben konnte.
Die AtmosphĂ€re war einfach beklemmend und hielt sich das gesamte Buch ĂŒber konstant aufrecht.

Die Spannung, die sich zunÀchst unterschwellig bemerkbar machte, wurde immer greifbarer und die Gedanken, die einem wÀhrend des Lesens im Kopf herumschwirrten, wurden mit zunehmender LÀnge immer lauter.

Im Laufe der Handlung hatte ich einige Verdachtsmomente, wie das Buch ausgehen konnte und hatte mit einigen Theorien sogar recht.
Das gesamte Ende allerdings kann man vorher einfach nicht erahnen.

Es hat mich kalt erwischt und mich erschaudern lassen, so geschockt war ich.
Ich hatte mit so etwas in keiner Weise gerechnet und wurde völlig ĂŒberrumpelt.
Der Punkt geht an Fielding!

Die Autorin hat es geschafft, eine Handlung, dessen Inhalte sich immer mehr aufbauen, bei denen der Leser live im Geschehen dabei ist und mit der Protagonistin gemeinsam herausfindet, was in der Vergangenheit passiert ist, zu erschaffen und hat mich damit in ihren Bann gezogen.

Ich war mir immer mal wieder nicht sicher, was die Charaktere der Figuren betrifft.

Ist Jane verrĂŒckt und hat Wahnvorstellungen?

Verdreht Michael die Tatsachen und treibt ein abgekartertes Spiel?

Wurden Personen manipuliert, um jemand anderen zu manipulieren?

Erfreut sich Jane vielleicht doch bester Gesundheit und Michael ist der, um den wir uns Sorgen machen mĂŒssen?

Will ein Außenstehender möglicherweise die Ehe der beiden zerstören und sie gegeneinander aufbringen?

Ich wusste es nicht. StĂ€ndig warf ich meine EinschĂ€tzungen ĂŒber Board und stellte neue auf, die ich aber nach einigen Kapiteln wieder umschmeißen musste.

Ich wollte unbedingt wissen, wie sich alles auflöst, auch wenn die Teile, die ich bereits erahnt hatte, etwas unspektakulĂ€r daher kamen, da sie teilweise schon zum ĂŒblichen Repertoir im Thriller-Genre gehören.
Der zweite Teil der Auflösung hatte es allerdings, wie bereits beschrieben, in sich.
Und das obwohl es ein Thema aufgreift, dem ich eigentlich nicht wohl gesonnen bin.
Hier wurde er jedoch so integriert, dass es fĂŒr mich absolut akzeptabel war und es passend fĂŒr den Handlungsverlauf war.

 

Fazit

Obwohl das Buch als „Roman“ deklariert ist hat er ebenso viele ZĂŒge eines Psychothrillers, auch, wenn es im Mittelteil kleinere LĂ€ngen hat, die eher zu einem Roman passen.

Der Hintergrund und die Basis dieses Werkes sind allerdings eindeutig psychologischer Natur und nur damit zu erklĂ€ren, weshalb ich mich eher dafĂŒr aussprechen wĂŒrde, das hier eine falsche Einordnung in das Genre vorliegt.
Damit hatte ich allerdings schon gerechnet, da ich einige Rezensionen zu ihren BĂŒchern gelesen und ĂŒberflogen habe.

Durch mein eigenes, durchgehendes Gedanken-Hin-und-Her wurde ich stetig bei Laune gehalten, wie es sich fĂŒr ein ordentliches Buch gehört.

Mit der SchriftgrĂ¶ĂŸe und -art konnte ich mich jedoch das gesamte Buch ĂŒber nicht anfreunden und dass der Klappentext die komplette erste HĂ€lfte des Buchs verrĂ€t, auch, wenn diese schön ausgeschmĂŒckt ist und trotzdem das Interesse weiterhin weckt, empfinde ich als No-Go bei einer kurzen Inhaltszusammenfassung auf dem rĂŒckseitigen Einband.

Zwar lĂ€sst sich das Buch wirklich zĂŒgig lesen, es hatte aber in der Mitte ein paar kleinere LĂ€ngen, bei denen ich mir einfach mehr Action oder Initiative von Jane gewĂŒnscht hĂ€tte.

Dennoch möchte ich es sehr gerne als wirklich gutes Buch betiteln und vergebe 4,5/5 Sternchen!

Da ich Fieldings neues Werk „Solange du atmest“ und einige andere schon zu Hause habe, freue ich mich auf diese natĂŒrlich umso mehr! 🙂

 

 

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„Babydoll“ – Hollie Overton

21076576_1458372370895566_69062449_n.jpgTitel: „Babydoll“
Autorin: Hollie Overton
Erscheinungsdatum: 15. Mai 2017
Seitenanzahl: 352 Seiten
Genre: Roman
Preis: Paperback 15,00€
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 978-3-442-20520-2
Klappentext:
„Lily Risers neues Leben beginnt an einem kalten Winterabend: Nur mit einem dĂŒnnen Schlafanzug bekleidet tritt sie vor die TĂŒr, drĂŒckt ihre Tochter an sich – und rennt los. Weg von dem Haus im Wald, weg von dem Mann, der sie acht Jahre lang gefangen hielt. Dem Vater ihrer Tochter Sky, dem Mann, der an diesem Abend zum ersten Mal einen Fehler machte, als er vergaß, die TĂŒr zu verriegeln. Doch schnell wird klar, dass es fĂŒr Lily kein ZurĂŒck zur NormalitĂ€t gibt. Zu viel ist geschehen, zu tief sind die Wunden, die sie und ihre Familie durch die EntfĂŒhrung davongetragen haben. Schritt fĂŒr Schritt tasten sie sich in eine mögliche Zukunft, ohne zu ahnen, dass die dramatischste BewĂ€hrungsprobe noch vor ihnen liegt. Denn selbst im GefĂ€ngnis plant Lilys EntfĂŒhrer bereits, wie er sie, seine Babydoll, fĂŒr ihren Ungehorsam bestrafen wird …
(Quelle: Goldmann Verlag – randomhouse Website)

Hier könnt ihr „Babydoll“ kaufen. 

 

Mal wieder gibt es zu Beginn der eigentlichen Rezension ein dickes Dankeschön an den Goldmann Verlag und die Verlagsgruppe randomhouse, die mir dieses Rezensionsexemplar zur VerfĂŒgung gestellt haben! 🙂

 

Cover und Klappentext

Das Cover ist aussagekrÀftig, aber schlicht gehalten.
Es harmoniert gut mit dem Klappentext, sodass beides zusammen bereits vor dem Lesen eine absolut beklemmende und dĂŒstere AtmosphĂ€re erzeugt.

Der Titel hat mich jedoch zunĂ€chst etwas abgeschreckt, da ich dieses Wort als etwas pervers AnzĂŒgliches empfinde und es mit kurzen Berichten anderer Leser, bezogen auf Missbrauch an Kindern, in Verbindung gebracht habe.

Dennoch habe ich mich an dieses Buch gewagt, wozu auch die vielen sehr positiven Meinungen anderer Blogger und der allgemeinen Leserschaft gefĂŒhrt haben.

Und ich habe es nicht bereut, denn meine BefĂŒrchtungen haben sich nicht bewahrheitet!

 

Figuren

Als Protagonistin im Vordergrund lernen wir Lily kennen, die, wie der Klappentext bereits verrÀt, nach vielen Jahren mit ihrer Tochter aus der Gefangenschaft eines Mannes flieht.
Ich lernte sie als keineswegs gebrochene Frau, wie ich es vermutet hatte, kennen, sondern als starke, liebevolle Mutter und KĂ€mpfernatur!

An manchen Stellen, an denen ich einen Zusammenbruch erwartet habe, schlug sie sich unfassbar tapfer und baute sich eine Fassade auf, durch die man allerdings durchschauen kann.

Ihre Tochter Sky ist ebenfalls ein schlaues und tapferes MĂ€dchen, jedoch merkt man ihre die Verwirrung ĂŒber die Situation kann.
Sie ist authentisch dargestellt und ihr Verhalten ist ihrem Alter angemessen.

Des Weiteren lernen wir Lily’s Familie kennen.
Ihre Schwester Abby empfand ich jedoch zunehmend als störend und gebrochener, als Lily selbst. Allerdings hat sie innerhalb des Buches eine Entwicklung durchgemacht, weshalb sie mir zum Ende auch sympathisch wurde.
Lily’s Mutter Eve kann ich immer noch nicht ganz einschĂ€tzen, habe sie aber als einsame Frau erlebt, die nie ĂŒber den Verlust ihres Kindes hinweggekommen ist.
Ebenso kommt ein Mann in die Geschichte, der eine enge Beziehung zur ganzen Familie pflegt.

Genauer lernen wir natĂŒrlich auch Lily’s EntfĂŒhrer kennen, der fast seit Beginn des Buches feststeht, Namen und Gesicht hat.
Zu ihm konnte ich, verstÀndlicherweise, keinerlei Empathie aufbauen und er begegnete mir als arroganter, berechnender, intrigenhafter Mann, der denkt, er wÀre etwas besseres.

FĂŒr mich waren alle Figuren sehr gut, verstĂ€ndlich und angemessen dargestellt, sodass ich mich vor allem in die Positionen der Familie Riser perfekt einfĂŒhlen konnte!

 

Schreibstil und Inhalt

FĂŒr mich war es das erste Buch von Hollie Overton und sie hat mich mit ihrem Ă€ußerst flĂŒssigen und angenehm zu lesenden Schreibstil begeistert.
Man flog förmlich durch die Seiten und konnte viel an einem StĂŒck lesen.

Sie bedient sich an keinen besonders nennenswerten Stilmitteln, außer der Verwendung viererlei Perspektiven.
Aufgrunddessen hatte ich vor dem Lesen Angst, dass diese vier Perspektiven mir das Buch nicht gĂ€nzlich zugĂ€ngig machen, denn ich hatte schon öfter das Problem, dass verschiedene Figuren durch mehrere Perspektiven fĂŒr mich oberflĂ€chlich blieben und ich keine oder nur wenig Verbindung zu ihnen aufbauen konnte.

Overton hat diese fast-Misere allerdings glanzvoll gelöst und versteht es, trotz der Perspektiven von Lily, Abby, Rick und Eve die Charaktere der Figuren vollends auszuschöpfen und sie Ă€ußerst unterschiedlich darzustellen und zu erklĂ€ren.

Das Buch beginnt mit der Perspektive von Lily und beschreibt sehr ernst und emotional den Ausbruch aus der Gefangenschaft.
Man fiebert schon hier mit Lily und Sky mit und hat Angst vor dem, was sich ihnen vielleicht in den Weg stellen mag.
Hollie Overton schafft daher sogar schon auf den ersten Seiten einen gewissen GĂ€nsehaut-Faktor, womit ihr etwas gelingt, was nicht viele Autoren und Autorinnen auf den ersten Seiten schaffen.

Obwohl das Buch ziemlich offensichtlich ausgelegt ist und man ebenfalls von Beginn an den TĂ€ter, seine HintergrĂŒnde und persönliche Geschichte kennt, ist es durchgehend spannend, interessant und bĂŒĂŸt durch die oben genannten Punkte keinerlei an Brillanz ein.

Die Autorin schafft es, trotzdem ein wirklich gutes Buch anhand einer Tragödie und mit einigem Input an Familiendrama zu erzeugen und den Leser am Lesen zu halten.

 

Fazit

Mit „Babydoll“ hat Hollie Overton einen Roman geschaffen, der auch zu Recht nicht als Thriller oder Psychothriller bezeichnet wird, jedoch keinesfalls an Spannung oder EmotionalitĂ€t einbĂŒĂŸt.

Man hat beim Lesen ein durchgehend ungutes GefĂŒhl und wĂŒnscht sich fĂŒr Familie Riser und alle Mitglieder einzeln ein Happy-End.
Ich konnte mich sehr gut in die einzelnen Figuren hineinversetzen und ihre individuellen Gedanken nachvollziehen – bei manchen mehr, bei manchen weniger.

Allerdings hĂ€tte ich mir noch ein bisschen mehr GeheimniskrĂ€merei gewĂŒnscht, sodass man an manchen Stellen einen „Oh wow, damit hĂ€tte ich nicht gerechnet!“-Ausdruck im Gesicht gehabt hĂ€tte.

Dennoch habe ich „Babydoll“ sehr gerne gelesen und empfinde es als wirklichen guten Roman mit der genau richtigen Balance an Thrill, Drama, Tragödie und positiven Entwicklungen.

Deshalb bekommt Hollie Overton fĂŒr ihr BĂŒchlein 4,5/5 Sternchen von mir. 🙂

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„Die Anstalt“ – John Katzenbach

21039826_1458358594230277_1541318417_nTitel: „Die Anstalt“ (als Hörbuch gehört)
Autor: John Katzenbach
Sprecher: Simon JÀger und Thomas Danneberg
Erscheinungsdatum: 1. Mai 2006 (Taschenbuch) / 25. April 2006 (Hörbuch)
LÀnge des Hörbuchs: 19 Stunden und 50 Minuten
Seitenanzahl des Buchs: 752 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Taschenbuch 12,99€ / Hörbuch (im Audible-Abo) 9,95€
Verlag: Droemer Knaur / Audible GmbH
Klappentext:
„Das Böse. Das Grauen. Die Klinik.
Vor zwanzig Jahren, als junger Mann, ist Francis Petrel gegen seinen Willen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Mehrere Jahre hat er dort zugebracht – bis die Anstalt nach einer Mordserie geschlossen wurde. Noch immer hört Francis Stimmen, nimmt Medikamente. Die Erinnerung an die traumatischen Geschehnisse von damals Ă€ngstigt ihn, und er beginnt aufzuschreiben, was er erlebt hat – mit Bleistift, auf den WĂ€nden seiner Wohnung. Wer war der mysteriöse »Engel des Todes«, der damals sein Unwesen trieb? Gibt es ihn ĂŒberhaupt? Oder existiert er nur in Francis’ Schreckensphantasien?“
(Quelle: Droemer Knaur)

Hier könnt ihr „Die Anstalt“ kaufen.

 

ZunĂ€chst erst nochmal der Hinweis, dass ich dieses Buch als Hörbuch gehört habe und ich mich ausschließlich darauf beziehen werde und kann.

Und ein herzliches Danke an die liebe Ashley (<- dort findet ihr ihren Blog), die mir freundlicherweise ihr Bild zur VerfĂŒgung gestellt hat, da ich gerade im Urlaub bin und mein Buch zu Hause liegt.
Allerdings wollte ich unbedingt sofort eine Rezension dazu posten, weswegen sie mir ausgeholfen hat. 🙂

 

Cover und Klappentext

Das Cover ist sehr schlicht und dunkel gehalten, weshalb die Hand in den Vordergrund tritt und eine unheimliche AtmosphÀre herauf beschwört.
Man fragt sich, was es damit auf sich hat, jedoch scheint es nur ein stilistisches Mittel zum Zweck zu sein.

Ebenso wirkt das Cover auf mich etwas ‚altbacken‘, denn das Buch hat nun schon seine 11 Jahre erreicht.
Im Buchhandel wĂŒrde es mich nicht unbedingt sofort ansprechen, sieht neben anderen BĂŒchern des Autors allerdings passend aus, da sie im gleichen Stil gehalten sind.

Der Klappentext ließ mich aufhorchen: Eine Psychiatrie-Geschichte!
Wer mich kennt weiß, dass ich gerne psychologisch fundierte Psychothriller lese, bei denne man als Leser in die Irre gefĂŒhrt wird und in denen eine dĂŒstere, verwirrende AtmosphĂ€re herrscht.
Genau das habe ich mir von diesem Buch erhofft!

Leider konnte es dem nicht gerecht werden.

 

Figuren

Der Protagonist des Buches, Francis Petrel, ist 21 Jahre alt, als er in die Anstalt eingeliefert wird.
Wir erfahren viele Dinge aus Vergangenheit und Gegenwart ĂŒber ihn, da die Geschichte in 2 unterschiedlich temporĂ€ren HandlungsstrĂ€ngen spielt.

Er wirkte auf mich etwas zurĂŒckhaltend, unsicher und kindlich, was natĂŒrlich auch seinem Alter und der ungewohnten Umgebung zu schulden ist.
Im Laufe des Hörbuches wird er allerdings tougher, schlagfertiger und wagt sich einiges, was gut zur Geltung kommt.

Dazu hat sein Freund, der ehemalige Feuerwehrmann Peter, einiges beizutragen.
Sie lernen sich in der Anstalt kennen und werden schnell zu VerbĂŒndeten.
Auch ĂŒber seine Vergangenheit erfĂ€hrt man einiges, jedoch konnte ich ihn nie zu 100 Prozent einschĂ€tzen.

Er war Francis immer ein guter Freund, wirkte aber trotzdem teils verschlossen auf mich. Es schien so, als hÀtte er bereits mit dem Leben abgeschlossen, weswegen er zu Beginn auch eher als ruhig von mir charakterisiert wurde.
Aber natĂŒrlich verĂ€ndert sich auch dieser Charakter innerhalb der Story.

Weiterhin lernen wir einige Pfleger und Ärzte der Anstalt kennen.
Einige bleiben lĂ€nger, einige kĂŒrzer. Die wichtigsten unter ihnen nehmen irgendwann Gestalt an, bleiben jedoch, was Privates oder Ähnliches betrifft, ziemlich oberflĂ€chlich ausgelegt.
Die Namen zweier Ärzte dort waren allerdings so Ă€hnlich, dass ich sie stĂ€ndig verwechselte.

Apropros Namen…
In der Anstalt ist es Gang und Gebe, nicht seinen richtigen Namen zu verwenden, sondern ein Pseudonym, mit dem man identifiziert wird.
So waren Francis und Peter, „Seabird“ und „Peter the Fireman“, ein Plegerin beispielsweise „Short Blonde“ und Insassen hatten Namen, wie „Lanky“ oder andere, inne.
Anfangs fand ich es ziemlich interessant und konnte mir gut vorstellen, dass man in so einer Anstalt sich dadurch etwas IndivualitÀt oder auch AnonymitÀt erhofft, am Ende hat es mich allerdings nur noch genervt.
Personen ohne ‚richtige‘ Namen sind fĂŒr mich einfach gesichtslose.

 

Sprecher, Schreibstil und Inhalt

Die Sprecher des Hörbuches sind Simon JÀger und Thomas Danneberg.
Ich persönlich kannte Simon JĂ€ger vom Hörbuch zu „Helix“ von Marc Elsberg und empfinde ihn als tollen Synchronsprecher. Vielen wird er auch durch die HörbĂŒcher zu Sebastian Fitzek’s Werken ein Begriff sein.
Thomas Danneberg steht ihm allerdings in Nichts nach!

Beide habe ich als wirklich gute Sprecher empfunden und man konnte beide Zeitintervalle (Vergangenheit: JĂ€ger / Gegenwart: Danneberg) sehr gut auseinander halten und verfolgen.

Besonders gelungen waren fĂŒr mich die fließenden ÜbergĂ€nge beider Sprecher.
Francis beginnt ziemlich am Anfang des Hörbuches, seine Geschichte aus der Anstalt (Vergangenheit), an die WÀnde seiner Wohnung zu schreiben, die er in der Gegenwart bezogen hat.
Sobald er zu Schreiben beginnt, beginnt Danneberg die SĂ€tze, welche langsam in die Sprecherrolle von JĂ€ger ĂŒbergehen. Danneberg wird also leiser und wird schließlich ausgeblendet, wĂ€hrend JĂ€ger in der Vordergrund rĂŒckt.
Eine perfekte Lösung fĂŒr den Wechsel von Gegenwart in die Geschichte von frĂŒher.

Die Story an sich war anfÀnglich ziemlich interessant.
Die AtmosphĂ€re war irgendwie befremdlich, man stellte sich als Hörer die Frage, wem man trauen kann und wie Francis nur mit der Situation umgehen wird, welche Geschichte er erzĂ€hlen wird…

Jedoch bleibt das gewisse Etwas und eine rasante Spannung, mit unvorhersehbaren Wendungen und wirren HandlungsstrĂ€ngen, die den Hörer verwirren und nervlich auf eine Zerreißprobe stellen, aus.

Von fast 20 Stunden Hörbuch, kann ich schĂ€tzungsweise 2 bis macimal 3 Stunden als ‚actionsreich‘ bezeichnen, was schon sehr großzĂŒgig ist.
Wirklich Action, wie man sie sich wĂŒnschen wĂŒrde, kam kaum auf.

Auch die Morde wurden zunehmend emotionslos beschrieben und von den einzelnen Charakteren der Ärzte aufgenommen, als wĂ€ren sie nichts von Bedeutung.
Lediglich Francis und anderen Insassen merkte man ihre BestĂŒrzung darĂŒber an.

GrundsÀtzliche hÀtte die Story einiges an Potential, was aber nicht genutzt wurde.
Es gab viel Gerede um den obligatorischen heißen Brei, den man sich hĂ€tte sparen und das Buch/Hörbuch auf die HĂ€lfte hĂ€tte kĂŒrzen können.

Durch die LÀnge des Buchs und Hörbuchs geht das Wesentliche und die Basis des Inhaltes einfach verloren.
Viele unnötige RanderzÀhlungen hÀtte man streichen können, womit wenigstens ein bisschen Rasanz hÀtte erzeugt werden können.

Katzenbach setzt aber scheinbar auf kriechende, langweilige da langwierige ErzÀhlungen, die es dem Hörer wirklich schwer machen, der Handlung zu folgen und die einzelnen wichtigen Bausteine zusammenzusetzen.

Der Inhalt und die ErzÀhlungen an sich sind ebenfalls eher niedrig gehalten und sind weder neu, noch originell oder besonders interessant.

Ich muss gestehen, dass ich nach vielen Stunden gefĂŒhlten Nichts auch nur noch mit einem Ohr zugehört habe und nur noch wollte, dass es endlich zu Ende ist.
Das Ende habe ich dementsprechend kaum noch verfolgt.
Die letzten Minuten des Hörbuchs waren ein netter Abschluss, der schlussendlich mit den allersten Worten und SĂ€tzen des Hörbuchs abschließt, was auch erklĂ€rt wird.

 

Fazit

Da ich die beiden Sprecher wirklich gut fand und sie es ertrÀglich gemacht haben, das Hörbuch zu Ende zu hören, kann ich nicht nur 1 Stern verteilen.

Allerdings kommt das Hörbuch mit gÀhnender Langeweile und einer ebenfalls nicht sonderlich originellen Geschichte daher.

Ein Psychothriller ist es vermutlich nur aufgrund des Handlungsortes und der Stimmen, die Francis hört, denn ansonsten kann ich aus meiner Sichtweise heraus keine anderen GrĂŒnde dafĂŒr nennen.

Dieses Hörbuch war mein erstes von Katzenbach und von einem so angesehenen und eigentlich berĂŒhmten Autor, hatte ich wirklich mehr erwartet.
Bis auf Weiteres wird es daher vermutlich auch mein Letztes gewesen sein.

Daher bekommt das Buch 2/5 Sternchen von mir.

 

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„In ewiger Schuld“ – Harlan Coben

21013568_1455129627886507_1230227065_nTitel: „In ewiger Schuld“
Autor: Harlan Coben
Erscheinungsdatum: 21. August 2017
Seitenanzahl: 416 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Paperback 14,99€
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 978-3-442-20519-6
Klappentext:
Maya – Pilotin und nach einem umstrittenen Einsatz aus dem MilitĂ€r entlassen – blickt fassungslos auf die Filmaufnahmen ihrer Nanny-Cam: Dort spielt ihre kleine Tochter seelenruhig mit Mayas Ehemann Joe. Doch Joe wurde zwei Wochen zuvor brutal ermordet – und Maya hat trĂ€nenblind an seinem Grab gestanden. Kann Maya ihren Augen trauen? Wer wĂŒrde sie so grausam tĂ€uschen? Und was geschah wirklich in der Nacht, in der Joe ermordet wurde? Um Antworten auf all ihre Fragen zu finden, muss Maya sich den dĂŒsteren Geheimnissen nicht nur ihrer eigenen Geschichte stellen. Sie muss auch tief in die Vergangenheit von Joes reicher Familie eintauchen. Doch dort ist sie plötzlich nicht mehr willkommen …

Hier könnt ihr „In ewiger Schuld“ kaufen.

Meine weiteren Rezensionen zu Harlan Coben’s BĂŒchern:

„Ich finde dich“

 

Wieder einmal möchte ich zu Beginn meiner Besprechung ein herzliches Dankeschön an den Goldmann Verlag und randomhouse richten, die mir ein Exemplar des Buches vor Veröffentlichung zugesandt haben!

 

Cover und Klappentext

Das Cover hat mich sofort fasziniert!
Es ist vom Stil her anders gehalten, als Cobens ĂŒbrige BĂŒcher, reiht sich dennoch schön in das Muster ein.
WĂ€re ich nicht so ein Fan von Harlan Coben und seinen BĂŒchern, wĂ€re es vermutlich ein typischer Coverkauf geworden, was bei mir eigentlich so gut wie nie vorkommt, da ich eher auf den Titel und den Klappentext bedacht bin.

Der Titel passt hervorragend zum Inhalt und spiegelt ihn im Nachhinein betrachtet gut wider.

Ebenso wie das Cover hat mich auch der Klappentext nach dem ersten Wort in seinen Bann gezogen.
Schön fand ich hier, dass es diesmal eine weibliche Figur zu geben scheint und nicht, wie in den meisten seiner BĂŒcher, eine mĂ€nnliche.

Kurzum: das gesamte Äußere macht absolut neugierig und man möchte das Buch schnell lesen, um es mit diesem brillanten Cover ins Regal zu stellen!

 

Figuren

Wie bereits erwÀhnt und aus dem Klappentext sichtbar, erleben wir diesmal die Geschichte an der Seite einer Protagonistin namens Maya.

Durch ihre Karriere in der Army wirkt sie zeitweise schroff, vorlaut und, ich möchte nicht sagen kĂŒhl, aber abgehĂ€rteter, als es vermutlich normale Menschen sind.
All dies ist aber in einer irgendwie sympathischen HĂŒlle verpackt, weswegen man sich gerne mit ihr auf Spurensuche begibt.

Ihre Vergangenheit beim MilitÀr wird ebenfalls beleuchtet und gibt dem Leser einen interessanten Einblick in das Leben als Soldatin und ins Leben danach.

Weiterhin lernen wir die Familie ihres Mannes Joe kennen.
ZunĂ€chst erwecken sie den Anschein einer wohlhabenden, engagierten und liebevollen Familie, aber je mehr die Handlung fortschreitet, desto klarer werden ihre CharakterzĂŒge.
Jeder von ihnen hat bestimmte ‚Macken‘ und keiner wirkt mehr vollends freundlich.

Dies stellte fĂŒr mich allerdings in keiner Weise ein Problem dar, da es perfekt in die Handlung passte und sie sehr realitĂ€tsgetreu dargestellt sind.

 

Schreibstil und Inhalt

Was soll ich an dieser Stelle zum Schreibstil sagen?

Wie immer schreibt Coben absolut flĂŒssig, angenehm und leicht nachzuvollziehen, sodass man wahrlich durch die Seiten fliegt.
Demnach habe ich das Buch innerhalb eines Tages beendet, wofĂŒr natĂŒrlich auch der Inhalt spricht.

Da Coben meist nach dem immer Ă€hnlichen Muster schreibt, erkennt man als Fan an der Strukturierung des Buches kaum Unterschiede zu seinen anderen BĂŒchern.
Manche mögen das als No-Go empfinden, ich jedoch mag es sehr gerne, da Coben trotzdem jedes Mal mit Überraschungen und unerwarteten Wendungen begeistert.

Auch hier gibt es einige Wendungen in der Story, die man so nicht zwingend erwartet.
Man hat natĂŒrlich zwischenzeitlich verschiedene Theorien ĂŒber den Weiterverlauf, tappt aber meistens im Dunkeln.

Das Buch wartet mit einer konstant aktiven Spannungskurve auf, sodass mir zu keiner Zeit langweilig wurde und man immer wissen wollte, wie es weitergeht.
Ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen!

Ehrlich gesagt, weiß ich schon nicht mehr, was ich sagen soll, außer:

Dieses Buch ist definitiv eines meiner bisherigen Jahreshighlights!

Harlan Coben hat sich schon mit Hilfe von Detlef Bierstedt, der die HörbĂŒcher spricht, in mein Herz gebahnt, doch nun stelle ich fest, dass sich die BĂŒcher genauso toll lesen lassen, wie die HörbĂŒcher zu hören sind.

 

Fazit

An dieser Stelle gibt es von mir natĂŒrlich eine ganz klare Lese- und Kaufempfehlung!

FĂŒr Coben Fans und alle, die es noch werden wollen, ein Muss.

Das Buch hat mich auf jegliche Art und Weise begeistert und kann von mir nur weiterempfohlen werden.

DafĂŒr bekommt das BĂŒchlein ganze 5/5 Sterne! 🙂

Ich bin schon ganz gespannt auf das nĂ€chste Buch und warte geduldig mit großer Vorfreude auf neue spannende Lesestunden.

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„Das PorzellanmĂ€dchen“ – Max Bentow

20793230_1448772351855568_874575413_nTitel: „Das PorzellanmĂ€dchen“     (Rezensionsexemplar)
Autor: Max Bentow
Teil einer Reihe/Einzelband: Einzelband
Erscheinungsdatum: 17. Juli 2017
Seitenanzahl: 382 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Paperback  15,00€
ISBN: 978-3-442-20511-0
Verlag: Goldmann Verlag
Klappentext:
Luna Moor ist eine gefeierte junge Autorin auf dem Gipfel ihres Erfolgs. Keine schreibt so packend und mitreißend wie sie ĂŒber die AbgrĂŒnde der menschlichen Seele, und ihre BĂŒcher gehen unter die Haut. Niemand ahnt, dass Luna selbst als junges MĂ€dchen in die HĂ€nde eines Wahnsinnigen fiel und ihm nur knapp entkam. Seither quĂ€lt sie die Erinnerung an den TĂ€ter, und eines Tages fasst sie den kĂŒhnen Entschluss, an den Ort ihres Martyriums zurĂŒckzukehren. Sie will eintauchen in die bedrohliche AtmosphĂ€re des einsam gelegenen Hauses, in dem sie einst gefangen war, und versuchen zu verstehen, was damals geschah. Gemeinsam mit Leon, dem Sohn einer Freundin, richtet sie sich ein in dem verlassenen Haus im Wald. Sehr schnell muss sie jedoch erkennen, dass sie in einen Albtraum geraten ist, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint. Aber ist Luna wirklich das unschuldige Opfer, das sie vorgibt zu sein?

Hier könnt ihr „Das PorzellanmĂ€dchen“ kaufen.

 

Vielen Dank an den Goldmann Verlag und randomhouse, dass sie mir ein Rezensionsexemplar dieses Buches zur VerfĂŒgung gestellt haben!

 

Cover und Klappentext

Das Cover ist sehr ansprechend und farblich schlicht gehalten. Die rote Schrift des Titels sticht gerade zu hervor und passt perfekt zu den roten Lippen und den Bluttropfen, die von der Schrift heruntertropfen.

Zum Titel und zum Inhalt passt das Cover wirklich gut. Die Risse im Gesicht lassen sich nach Lesen des Buches perfekt interpretieren, sodass sich alles schön zusammenfĂŒgt.

Der Klappentext ist etwas lÀnger und beschreibt im Groben schon die HandlungsstrÀnge des Buches.
Dennoch habe ich mich sofort angesprochen gefĂŒhlt und mein Interesse daran, das Buch zu lesen, war groß.

 

Figuren

Wie der Klappentext es schon verrÀt, handelt das Buch von der Protagonistin Luna, die sich im ThrillergeschÀft als gefeierte Autorin bereits einen Namen gemacht hat, aber einige Schwierigkeiten in ihrer Vergangenheit hatte.

Auf mich wirkte sie schĂŒchtern, zurĂŒckhaltend, scheu, introvertiert und Ă€ngstlich, was sich fĂŒr mich anfĂ€nglich nicht richtig angefĂŒhlt hat. Ich hatte eine toughe, starke Frau erwartet, die sich „(…)[den] DĂ€monen ihrer Vergangenheit(…) [stellt].“ (Klappentext)

Im Laufe des Buches konnte man ihre CharakterzĂŒge allerdings verstehen und man begann, sich in ihre Lage zu versetzen. GĂ€nzlich in sie hineinversetzen konnte ich mich allerdings nicht.

Ich kann ebenso nicht sagen, ob sie mir sympathisch war. Als eine besonders freundliche Protagonistin kann ich sie nicht bezeichnen, da mir einfach die nötige Empathie fehlte.

Außerdem lernen wir Leon kennen. Er ist 15 Jahre alt und befindet sich zur Zeit der Handlung bei Luna.
Mir fiel auf, dass er oftmals nicht unbedingt wie ein 15 JĂ€hriger spricht und sich verhĂ€lt, was etwas merkwĂŒrdig war
Andererseits tut er nicht das, was ihm gesagt wird und begibt sich damit in Gefahr, was wieder fĂŒr die Handlungen eines Teenagers spricht.

Als „merkwĂŒrdig“ wĂŒrde ich auch die Beziehung zwischen Luna und Leon beschreiben. HĂ€ufig empfand ich die Verbindung der beiden etwas abstrus und einfach komisch.
Um es weiter zu beschreiben, mĂŒsste ich auf den Inhalt eingehen. Da ich allerdings nicht spoilern möchte, lasse ich euch einfach mal mit diesen Infos stehen.

 

Schreibstil und Inhalt

Das Buch beginnt mit 2 Zitaten von Stephen King und Friedrich Nietzsche,  die mir anfangs etwas deplatziert, nach Beenden des Buches aber treffend gewĂ€hlt erschienen.

Es ist in 4 Teile aufgeteilt, wobei die ersten beiden Sinn ergeben, die beiden letzte sich mir jedoch eher nicht als sinnig erklÀrt haben.
Teil 2-4 hÀtte man gut zusammenfassen können.

Bentow verwendet hier das, fĂŒr mich, spannende Stilmittel des „Buch im Buch“.
Wir begleiten die Geschichte, die Luna Moor in ihrem neusten Thriller aufschreibt ebenfalls.
Die verschiedenen HandlungsstrĂ€nge sind visuell, durch unterschiedliche Schriftart und -grĂ¶ĂŸe, gut voneinander zu trennen, wobei mir auffiel, dass ich die Geschichte, die Luna ĂŒber eine Frau namens Maria schreibt, stockender lesen konnte.

Die Teile ĂŒber Luna waren schön, angenehm und flĂŒssig zu lesen. Der Schreibstil ist toll gehalten, sodass man zĂŒgig voran kommt und das Buch schnell durchgelesen hat.

Das Buch bietet einen rasanten Einstieg in die Story und zeigt eine direkte Verbindung zu der Geschichte, da man diese direkt mit dem Klappentext in Verbindung setzt.

Die Kapitel sind schön kurz gehalten und enden öfter mit einem gerade ansteigenden Spannungsbogen, sodass man einfach weiterlesen muss und möchte.
Das gesamte Buch ĂŒber herrscht eine unterschwellige Spannung und eine beklemmende AtmosphĂ€re, die gerade auf den letzten 100 Seiten ihren Höhepunkt erreicht und auch lange hĂ€lt.

Dennoch empfand ich die Geschichte teilweise als etwas oberflĂ€chlich und zu kĂŒnstlich konstruiert, wobei ich keine genauen GrĂŒnde dafĂŒr nennen kann.
An einigen Stellen hĂ€tte ich mir mehr Tiefe und Liebe zum Detail gewĂŒnscht. Gerade in den Teilen, in denen es um die psychologische Basis der Story und um Informationen bezĂŒglich der AusprĂ€gung und BewĂ€ltigung dieser ging, hatte ich mir mehr sprachliche und inhaltliche Raffinesse, aber auch eine höhere QuantitĂ€t dieser Aspekte gewĂŒnscht.

Bentow bedient sich allerdings nicht nur an geschickten Stilmitteln, mit denen er mich ĂŒberzeugen konnte, wie beim „Buch im Buch“.
Bereits zu Anfang war ich skeptisch, wie die Wahl der Puppen auf mich wirken wĂŒrde, denn die Umsetzung des Grauens ist hier von grĂ¶ĂŸter Wichtigkeit, um einen gewissen Gruselfaktor bei mir zu erzeugen.

Leider hat dies nicht gÀnzlich funktioniert. Der Gruselfaktor blieb aus und das Klischee setzte ein.
Eine dĂŒstere, mysteriösere Aura hĂ€tte hier perfekt gepasst, konnte aber nicht gut erzeugt werden.

Das Ende war ziemlich fulminant, die Auflösung jedoch vorhersehbar.
Es wurde einiges an Action geboten, was die Offensichtlichkeit des TĂ€ters etwas wett macht.
(Allerdings muss ich sagen, dass ich den TĂ€ter vorher eigentlich nie richtig vermute…)

 

Fazit

Ich muss ehrlich gestehen, dass es mir wirklich schwer fÀllt, dieses Buch zu bewerten.

Auf der einen Seite gibt es einige Punkte, die fĂŒr mich persönlich mehr ausgearbeitet hĂ€tten sein mĂŒssen, um das Grauen gelungen in Szene zu setzen.
Ich denke, dadurch hĂ€tten die Story und auch die Figuren auf mich nicht so kĂŒnstlich gewirkt.

Andererseits hat mich das Buch durchweg mit einem konstanten Interesse unterhalten.
Es ließ sich toll lesen und spielte ein wenig mit der Handlung und den eigenen Gedanken dazu.

Vom GefĂŒhl her, wĂŒrde es fĂŒr mich gerade so fĂŒr eine 4-Sterne-Rezension reichen, was aber aufgrund der oben genannten Kritikpunkte nicht zu vertreten wĂ€re.
Daher vergebe ich 3,5 Sternchen und ĂŒberlasse die ĂŒbliche Interpretation jedem selbst. 🙂

 

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„Ich will brav sein“ – Clara Weiss

20731061_1446230675443069_1770154834_nTitel: „Ich will brav sein“    (Rezensionsexemplar)
Autorin: Clara Weiss
Erscheinungsdatum: 19. Juni 2017
Seitenanzahl: 411 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Taschenbuch 9,99€
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 978-3-442-48604-5
Klappentext:

GlĂŒhende Hitze ĂŒber den DĂ€chern der Stadt. Eine Tat, die das Blut in den Adern gefrieren lĂ€sst. Und eine junge Frau, die unentrinnbar ins Verderben gerissen wird.

Im Dachgeschoss eines alten MĂŒnchener Mietshauses hat Juli endlich ein Zimmer gefunden. Ihre Mitbewohnerin Greta, eine charismatische rothaarige Schauspielerin, ist der Studentin auf Anhieb sympathisch. Bis Juli auf dem Dachboden eine Leiche mit einem BĂŒschel roter Haare im Mund entdeckt und an der TĂŒr die verstörende Botschaft eines Kindes.
Hat Greta etwas damit zu tun? Je mehr Juli ĂŒber die Schauspielerin herausfindet, desto undurchsichtiger erscheint sie. Was an ihr ist echt, wer ist sie wirklich?
Und wĂ€hrend allmĂ€hlich die Sommerhitze durch die Mauern des Hauses kriecht, raubt eine schleichende Gewissheit Juli die Luft zum Atmen…

 

Hier könnt ihr „Ich will brav sein“ kaufen! 🙂

 

Vielen herzlichen Dank an den Goldmann Verlag und die Verlagsgruppe randomhouse, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur VerfĂŒgung gestellt haben.

Außerdem habe ich dieses Buch in einer Leserunde mit Marina gelesen. Danke auch an dich!
Hier findet ihr ihren Blog. 🙂

 

Cover und Klappentext

Das Cover empfinde ich als sehr ansprechend! Es machte mich neugierig und ließ mich auf Spannung hoffen, die man erst hinter verschlossenen TĂŒren findet.

Zu Beginn des Buches gibt es ein Klappcover, dessen Buch eine dĂŒstere AtmosphĂ€re des Dachbodens, der im Klappentext erwĂ€hnt wird, verspricht.
Eine wirklich tolle Darstellung, die zusammen mit dem Klappentext meine Neugier nur noch weiter wachsen ließ!

Sogar der Titel liefert tiefere Verbindungen zum Inhalt des Buches, was ich sehr gut gelungen finde.

Wem kann Juli trauen?
Diese Frage stellt man sich bereits zu Anfang, da natĂŒrlich Probleme, Ängste und Sorgen aufgrund des Covers und des Klappentextes vorprogrammiert sind.

 

Figuren

Als Protagonistin lernen wir Julietta kennen, die von allen jedoch nur Juli genannt wird.
Sie kommt nach Berlin um die Vergangenheit ihrer Mutter nachzuvollziehen und ist auf der Suche nach etwas ganz Bestimmtem.

Ich empfand sie als sympathisch, aber teilweise etwas zurĂŒckhaltend, da sie nicht immer ihre ehrliche Meinung offen und direkt gesagt hat.
Ich habe mit ihr gefĂŒhlt und konnte mich in sie hineinversetzen.

Ihre Mitbewohnerin Greta war mir zunĂ€chst ebenfalls sympathisch, sie entwickelte sich im Laufe des Buches allerdings zu einer riesigen Zicke und eröffnete dem Leser gewisse Neurosen und StarallĂŒren.

Außerdem lernen wir Greta’s und Juli’s Freunde, Gregor und Hannes, kennen, die aber beide eher kleinere Parts in dem Buch einnehmen, dennoch wichtig fĂŒr den Handlungsverlauf sind.

 

Schreibstil und Inhalt

Zu Beginn ist zu sagen, dass das Buch in 5 Teile aufgeteilt ist, die jeweils mit einem kurzen Gedicht beginnen, welches bereits am Anfang des Buches eine wirklich beklemmende und dĂŒstere AtmosphĂ€re heraufbeschwört.
ZusĂ€tzlich dienen kurze Kapitel nach diesen Gedichten, die scheinbar in der Vergangenheit spielen und die Geschichte eines MĂ€dchens und seiner Mutter erzĂ€hlt, zum Erhalt der regelrecht einsamen und trĂŒbseligen Stimmung.
Diese Teile sind kursiv gedruckt, sodass man sie perfekt vom Rest der Handlung unterscheiden kann.

Durch das Buch hinweg sind vielerlei Hinweise enthalten, denen Juli allerdings nicht weiter nachgeht.
Sie werden in die Handlung eingebracht, aber fĂŒr lange Zeit nicht weiter aufgegriffen, weshalb sie zunĂ€chst willkĂŒrlich und fragwĂŒrdig erscheinen.

Dem Lesefluss tat dies, aufgrund des schönen und angenehm zu lesenden Schreibstils, keinen Abbruch. Als Leser kann man das Buch flĂŒssig lesen.

Einige Dinge, wie zum Beispiel das permanente ErwĂ€hnen der beißenden Hitze in Berlin, empfand ich allerdings irgendwann als sehr störend.
Es wurde, meiner Meinung nach, einfach viel zu oft und viel zu detailreich erwÀhnt. Hier hÀtte man die Buchstaben lieber in andere Teile des Buches investieren und die Hitze-Beschreibungen auf ein Nötiges minimieren können.

NatĂŒrlich spielen sie im Gesamten betrachtet eine Rolle, dennoch denke ich, dass weniger manchmal mehr ist.

Weiss setzt auf unterschwellige und im ersten Teil eher subtile, konstante Spannung, weshalb man hier nicht mit rasanten Handlungsdetails rechnen kann.
Ab der HÀlfte des Buches verdichten sich jedoch gewisse Aspekte, sodass die Spannungskurve an sich immer weiter ansteigt, bis sie schlussendlich ihren Höhepunkt erreicht und alles Mysteriöse, was bisher unterklÀrbar schien, aufgelöst und erklÀrt wird.

Jeder noch so kleine Hinweis, den wir innerhalb des Buches entdeckt haben, wurde in einen einzigen Strang integriert, der in gewisser Weise realistisch und nicht kĂŒnstlich konstruiert erschien.

Wir erhalten psychologische Einblicke in die menschliche Seele und unbewusste Abwehrmechanismen des Körpers und Gehirns, welche ich persönlich grundsÀtzlich interessant und wirklich spannend finde.
Diese Aspekte wurden in einfacher Sprache erklĂ€rt, sodass jeder sie verstehen und fĂŒr sich selbst interpretieren konnte.

 

Fazit

Clara Weiss hat mich mit diesem Werk auf jeden Fall auf ihre Seite gezogen.
Ich bin ein Fan ihres Stils und auch der Aufmachung des Buches.

Das Buch und sein Inhalt an sich konnten mich wirklich begeistern und zum Mitfiebern und MitrĂ€tseln anhalten, weshalb ich gerne 4,5/5 Sterne fĂŒr dieses SchĂ€tzchen vergebe!

Ich freue mich auf mehr von Clara Weiss! 🙂

 

 

 

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Rezension: „The Girl Before“ – JP Delaney

20668785_1445450288854441_2116369932_nTitel: „The Girl Before – Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot“      (Rezensionsexemplar)
Autor: JP Delaney
Erscheinungsdatum: 25. April 2017
Seitenanzahl: 398 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Broschiert 13,00€
Verlag: Penguin Verlag
Klappentext:
Manchmal habe ich das GefĂŒhl, dass ich nicht allein bin. Manchmal glaube ich, dass dieses Haus mich beobachtet. Etwas muss hier geschehen sein. Etwas Schreckliches.

Nach einem Schicksalsschlag braucht Jane dringend einen Neuanfang. Daher ĂŒberlegt sie nicht lange, als sie die Möglichkeit bekommt, in ein hochmodernes Haus in einem schicken Londoner Viertel einzuziehen. Sie kann ihr GlĂŒck kaum fassen, als sie dann auch noch den charismatischen Besitzer und Architekten des Hauses kennenlernt. Er scheint sich zu ihr hingezogen zu fĂŒhlen. Doch bald erfĂ€hrt Jane, dass ihre Vormieterin im Haus verstarb – und ihr erschreckend Ă€hnlich sah. Als sie versucht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, erlebt sie unwissentlich das Gleiche wie die Frau vor ihr: Sie lebt und liebt wie sie. Sie vertraut den gleichen Menschen. Und sie nĂ€hert sich der gleichen Gefahr.

 

Zuerst möchte ich mich bei Penguin und randomhouse bedanken, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar dieses Buches zur VerfĂŒgung gestellt haben.

 

Cover und Klappentext

Das Cover an sich empfinde ich als schlicht, aber dennoch auf irgendeine unbestimmte Weise ansprechend. Eventuell eben weil es schlicht ist.
Die rote Schrift mit dem Haupttitel sticht hervor und der Subtitel lÀsst den Leser neugierig werden.

Auf dem Cover sehen wir eine Frau, die ein Haus betritt, das auch hier schon ziemlich steril aussieht.

Der eigentliche Klappentext auf der RĂŒckseite des Buches ist kurz und bĂŒndig gehalten, indem er lediglich aus dem ersten Abschnitt des oben aufgefĂŒhrten Inhalts besteht.
Er lÀsst schon Interpretationen zu und stellt sich erste Fragen.
Der lÀngere Teil ist vorne im eingeklappten Cover zu finden.

 

Figuren

In den ersten Kapitel lernen wir Emma und Simon kennen. Ein junges Paar, das eine neue Wohnung sucht, wobei sie bestimmte AnsprĂŒche hat.
Sie wirkt sehr ĂŒbervorsichtig und nicht kompromissbereit, sowie etwas zickig.
Simon dagegen scheint einfach alles tun zu wollen, um Emma glĂŒcklich zu machen und steckt eventuell auch seine eigenen WĂŒnsche zurĂŒck.

SpÀter lernen wir Jane kennen. Auch sie ist auf der Suche nach einer neuen Wohnung und hat eine schwierige Vergangenheit, die sie belastet.

Beide Frauen lernt man als Leser sehr gut kennen.
ZunĂ€chst wirken beide sehr Ă€hnlich, wobei sie auch Ă€ußerlich so beschrieben werden, dennoch entwickeln sich im Laufe des Buches immer mehr individuelle charakteristische Eigenschaften, die die beiden Frauen fĂŒr mich als sehr wohl unterschiedlich darstellten.

Dabei erschien mir Jane schlussendlich sympathischer als Emma, wobei das Bild von ihr, welches ich mir durch das Buch hinweg von ihr aufgebaut habe, aufgrund von einer Sache am Ende, leicht ins Wanken gerÀt.

Wir lernen ebenso Edward Monkford, den Vermieter und Architekten des Hauses nÀher kennen. Sympathisch erschien er mir allerdings, aufgrund offensichtlicher Dinge, die einem beim Lesen unter die Augen treten, nicht wirklich.

 

Schreibstil und Inhalt

Wie bereits erwÀhnt, lernen wir Emma und Jane kennen, die jeweils aus der Ich-Perspektive erzÀhlen.
Zu Beginn lesen wir ein paar Kapitel etwas ĂŒber Emma, bevor es sich mit Jane’s abwechselt.

Jedes Kapitel beginnt mit „Damals: Emma“ oder „Heute: Jane“ und dient sehr gut der Orientierung.

Bei den Kapiteln ĂŒber Emma fiel mir sofort auf, dass hier gĂ€nzlich auf AnfĂŒhrungszeichen zur Verdeutlichung der wörtlichen Rede verzichtet wird.
Ich könnte mir vorstellen, dass dies dadurch einer NacherzÀhlung gleichen und damit Parallelen zu Jane darstellen soll, dennoch empfand ich dies, gerade zu Beginn, als wirklich anstrengend.
Es störte den Lesefluss und teilweise musste ich SÀtze öfter lesen, um den Sinn und die sprechende Person herauszufiltern.

Allgemein empfand ich den Schreibstil von Delaney jedoch als sehr angenehm und flĂŒssig, sodass ich viele Seiten am StĂŒck lesen konnte.
Delaney verwendet eine durchschnittliche Sprache und wirft nicht mit Fachbegriffen um sich, weshalb der Inhalt und die Handlung gut zu verstehen sind.

FĂŒr mich persönlich strahlte das Buch von vornherein eine bedrohliche und beklemmende AtmosphĂ€re aus.
Allein der Gedanke, in einem dermaßen sterilen, kĂŒhlen und einfach ‚unwohnlichen‘ Ort zu wohnen, war mir nicht geheuer.

Um sich als Mieter dieses Hauses bezeichnen zu dĂŒrfen, mĂŒssen Bewerber vorher einige HĂŒrden durchlaufen, die ich hier jedoch aufgrund von Spoilern nicht weiter erlĂ€utern möchte.
Allerdings erschienen mir diese ebenso seltsam und eigenartig, wie der Vermieter selbst.

Es gibt viele Fragen, die möglichen Mietern gestellt werden, die relativ schnell auch an den Leser herangetragen werden.
Bald finden wir zu Beginn vieler Kapitel eine Frage mit möglichen Entscheidungen und KĂ€stchen fĂŒr die Kreuze.

Dies fand ich besonders spannend, denn hier denkt man als Leser ĂŒber sich selbst und die eigene Einstellung zu bestimmten Dingen nach.
Man steht teilweise vor schwierigen moralischen Dilemmata und findet vermutlich noch so einiges ĂŒber das eigene Ich heraus, sofern man die Fragen ehrlich fĂŒr sich selbst beantwortet.

Ebenso setzt man sich im Laufe des Buches damit auseinander, inwieweit eine gewisse Überwachung und moderne Technologie noch angenehm ist und ab wann es unangenehm, unnötig oder auch beĂ€ngstigend erscheint.

Die grundsÀtzliche Spannung baut sich langsam auf und nimmt ab der HÀlfte der Handlung Fahrt auf.
Man beginnt zu grĂŒbeln und zu rĂ€tseln und versucht ein mögliches Ende des Buches zu konstruieren, was mir allerdings nicht gelungen ist, da ich vieles einfach nicht einschĂ€tzen konnte.

Es entsteht ein psychologischer Handlungsbogen, mit kleinen sexuellen Elementen, die jedoch in direkter Verbindung zum ersten Aspekt stehen und fĂŒr mich daher völlig in Ordnung waren.
FĂŒr mich persönlich entstand irgendwann der Eindruck, es handele sich um eine, auf dem zu analysierenden Charatker basierend, seichte Mischung aus „Fifty Shades of Grey“ und „Saving Grace“ von B.A. Paris.

Mich hat das Buch auf eine seltsame Art und Weise in seinen Bann gezogen und ich war interessiert daran herauszufinden, welche HandlungsstrÀnge das Buch nimmt, wie sich die Charaktere und deren Beziehung zueinander entwickeln.

Das Ende an sich war gut, jedoch hÀtte es etwas lÀnger und detailreicher erzÀhlt werden können.
Außerdem hatte ich einen gewissen Teil der Auflösung so im GefĂŒhl, wie es geschehen ist. Dies tut dem Ganzen aber keinen Abbruch.

FĂŒr mich war es ein gutes, spannendes Buch, welches mit 4,5/5 Sternchen belohnt wird. 🙂

 

Hier könnt ihr „The Girl Before“ kaufen:

https://www.randomhouse.de/Paperback/The-Girl-Before-Sie-war-wie-du-Und-jetzt-ist-sie-tot-/JP-Delaney/Penguin/e502770.rhd