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„Das Porzellanmädchen“ – Max Bentow

20793230_1448772351855568_874575413_nTitel: „Das Porzellanmädchen“     (Rezensionsexemplar)
Autor: Max Bentow
Teil einer Reihe/Einzelband: Einzelband
Erscheinungsdatum: 17. Juli 2017
Seitenanzahl: 382 Seiten
Genre: Psychothriller
Preis: Paperback  15,00€
ISBN: 978-3-442-20511-0
Verlag: Goldmann Verlag
Klappentext:
Luna Moor ist eine gefeierte junge Autorin auf dem Gipfel ihres Erfolgs. Keine schreibt so packend und mitreißend wie sie über die Abgründe der menschlichen Seele, und ihre Bücher gehen unter die Haut. Niemand ahnt, dass Luna selbst als junges Mädchen in die Hände eines Wahnsinnigen fiel und ihm nur knapp entkam. Seither quält sie die Erinnerung an den Täter, und eines Tages fasst sie den kühnen Entschluss, an den Ort ihres Martyriums zurückzukehren. Sie will eintauchen in die bedrohliche Atmosphäre des einsam gelegenen Hauses, in dem sie einst gefangen war, und versuchen zu verstehen, was damals geschah. Gemeinsam mit Leon, dem Sohn einer Freundin, richtet sie sich ein in dem verlassenen Haus im Wald. Sehr schnell muss sie jedoch erkennen, dass sie in einen Albtraum geraten ist, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint. Aber ist Luna wirklich das unschuldige Opfer, das sie vorgibt zu sein?

Hier könnt ihr „Das Porzellanmädchen“ kaufen.

 

Vielen Dank an den Goldmann Verlag und randomhouse, dass sie mir ein Rezensionsexemplar dieses Buches zur Verfügung gestellt haben!

 

Cover und Klappentext

Das Cover ist sehr ansprechend und farblich schlicht gehalten. Die rote Schrift des Titels sticht gerade zu hervor und passt perfekt zu den roten Lippen und den Bluttropfen, die von der Schrift heruntertropfen.

Zum Titel und zum Inhalt passt das Cover wirklich gut. Die Risse im Gesicht lassen sich nach Lesen des Buches perfekt interpretieren, sodass sich alles schön zusammenfügt.

Der Klappentext ist etwas länger und beschreibt im Groben schon die Handlungsstränge des Buches.
Dennoch habe ich mich sofort angesprochen gefühlt und mein Interesse daran, das Buch zu lesen, war groß.

 

Figuren

Wie der Klappentext es schon verrät, handelt das Buch von der Protagonistin Luna, die sich im Thrillergeschäft als gefeierte Autorin bereits einen Namen gemacht hat, aber einige Schwierigkeiten in ihrer Vergangenheit hatte.

Auf mich wirkte sie schüchtern, zurückhaltend, scheu, introvertiert und ängstlich, was sich für mich anfänglich nicht richtig angefühlt hat. Ich hatte eine toughe, starke Frau erwartet, die sich „(…)[den] Dämonen ihrer Vergangenheit(…) [stellt].“ (Klappentext)

Im Laufe des Buches konnte man ihre Charakterzüge allerdings verstehen und man begann, sich in ihre Lage zu versetzen. Gänzlich in sie hineinversetzen konnte ich mich allerdings nicht.

Ich kann ebenso nicht sagen, ob sie mir sympathisch war. Als eine besonders freundliche Protagonistin kann ich sie nicht bezeichnen, da mir einfach die nötige Empathie fehlte.

Außerdem lernen wir Leon kennen. Er ist 15 Jahre alt und befindet sich zur Zeit der Handlung bei Luna.
Mir fiel auf, dass er oftmals nicht unbedingt wie ein 15 Jähriger spricht und sich verhält, was etwas merkwürdig war
Andererseits tut er nicht das, was ihm gesagt wird und begibt sich damit in Gefahr, was wieder für die Handlungen eines Teenagers spricht.

Als „merkwürdig“ würde ich auch die Beziehung zwischen Luna und Leon beschreiben. Häufig empfand ich die Verbindung der beiden etwas abstrus und einfach komisch.
Um es weiter zu beschreiben, müsste ich auf den Inhalt eingehen. Da ich allerdings nicht spoilern möchte, lasse ich euch einfach mal mit diesen Infos stehen.

 

Schreibstil und Inhalt

Das Buch beginnt mit 2 Zitaten von Stephen King und Friedrich Nietzsche,  die mir anfangs etwas deplatziert, nach Beenden des Buches aber treffend gewählt erschienen.

Es ist in 4 Teile aufgeteilt, wobei die ersten beiden Sinn ergeben, die beiden letzte sich mir jedoch eher nicht als sinnig erklärt haben.
Teil 2-4 hätte man gut zusammenfassen können.

Bentow verwendet hier das, für mich, spannende Stilmittel des „Buch im Buch“.
Wir begleiten die Geschichte, die Luna Moor in ihrem neusten Thriller aufschreibt ebenfalls.
Die verschiedenen Handlungsstränge sind visuell, durch unterschiedliche Schriftart und -größe, gut voneinander zu trennen, wobei mir auffiel, dass ich die Geschichte, die Luna über eine Frau namens Maria schreibt, stockender lesen konnte.

Die Teile über Luna waren schön, angenehm und flüssig zu lesen. Der Schreibstil ist toll gehalten, sodass man zügig voran kommt und das Buch schnell durchgelesen hat.

Das Buch bietet einen rasanten Einstieg in die Story und zeigt eine direkte Verbindung zu der Geschichte, da man diese direkt mit dem Klappentext in Verbindung setzt.

Die Kapitel sind schön kurz gehalten und enden öfter mit einem gerade ansteigenden Spannungsbogen, sodass man einfach weiterlesen muss und möchte.
Das gesamte Buch über herrscht eine unterschwellige Spannung und eine beklemmende Atmosphäre, die gerade auf den letzten 100 Seiten ihren Höhepunkt erreicht und auch lange hält.

Dennoch empfand ich die Geschichte teilweise als etwas oberflächlich und zu künstlich konstruiert, wobei ich keine genauen Gründe dafür nennen kann.
An einigen Stellen hätte ich mir mehr Tiefe und Liebe zum Detail gewünscht. Gerade in den Teilen, in denen es um die psychologische Basis der Story und um Informationen bezüglich der Ausprägung und Bewältigung dieser ging, hatte ich mir mehr sprachliche und inhaltliche Raffinesse, aber auch eine höhere Quantität dieser Aspekte gewünscht.

Bentow bedient sich allerdings nicht nur an geschickten Stilmitteln, mit denen er mich überzeugen konnte, wie beim „Buch im Buch“.
Bereits zu Anfang war ich skeptisch, wie die Wahl der Puppen auf mich wirken würde, denn die Umsetzung des Grauens ist hier von größter Wichtigkeit, um einen gewissen Gruselfaktor bei mir zu erzeugen.

Leider hat dies nicht gänzlich funktioniert. Der Gruselfaktor blieb aus und das Klischee setzte ein.
Eine düstere, mysteriösere Aura hätte hier perfekt gepasst, konnte aber nicht gut erzeugt werden.

Das Ende war ziemlich fulminant, die Auflösung jedoch vorhersehbar.
Es wurde einiges an Action geboten, was die Offensichtlichkeit des Täters etwas wett macht.
(Allerdings muss ich sagen, dass ich den Täter vorher eigentlich nie richtig vermute…)

 

Fazit

Ich muss ehrlich gestehen, dass es mir wirklich schwer fällt, dieses Buch zu bewerten.

Auf der einen Seite gibt es einige Punkte, die für mich persönlich mehr ausgearbeitet hätten sein müssen, um das Grauen gelungen in Szene zu setzen.
Ich denke, dadurch hätten die Story und auch die Figuren auf mich nicht so künstlich gewirkt.

Andererseits hat mich das Buch durchweg mit einem konstanten Interesse unterhalten.
Es ließ sich toll lesen und spielte ein wenig mit der Handlung und den eigenen Gedanken dazu.

Vom Gefühl her, würde es für mich gerade so für eine 4-Sterne-Rezension reichen, was aber aufgrund der oben genannten Kritikpunkte nicht zu vertreten wäre.
Daher vergebe ich 3,5 Sternchen und überlasse die übliche Interpretation jedem selbst. 🙂

 

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Autor:

Hey Leute :) Ich bin Vanessa, 22 Jahre alt und lese leidenschaftlich gerne. Bevorzugt Psychothriller und Thriller! Hier auf meinem Block findet ihr Rezensionen zu meinen abgeschlossenen Büchern. Lasst euch meine Meinung nicht entgehen! :) Ich befinde mich hier noch in der Testphase, also seid nachsichtig mit mir. Ich probiere noch rum. Ich freue mich über jegliche Anmerkungen und Kritik, die mir hilft, meinen Blog besser und übersichtlicher zu gestalten! Schaut auch gerne mal auf meinem Bookstagram-Channel vorbei. Den Link findet ihr unten. :) Kommt mit mir auf eine Reise durch die Weiten meiner Bücherwelt :D

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