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„Die Kinder“ – Wulf Dorn

21325753_1467832089949594_471959898_nTitel: „Die Kinder“
Autor: Wulf Dorn
Erscheinungsdatum: 4. September 2017
Seitenanzahl: 320 Seiten
Genre: Thriller
Preis: Paperback 16,99€
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-27094-7
Klappentext:
„Auf einer abgelegenen Bergstraße wird die völlig verstörte Laura Schrader aus den Trümmern eines Wagens geborgen. Im Kofferraum entdecken die Retter eine grausam entstellte Leiche. Als die Polizei den Psychologen Robert Winter hinzuzieht, wird dieser mit dem rätselhaftesten Fall seiner Karriere konfrontiert: Die Geschichte, die Laura Schrader ihm erzählt, klingt unglaublich. Doch irgendwo innerhalb dieses Wahnkonstrukts muss die Wahrheit verborgen sein. Je weiter Robert vordringt, desto mehr muss er erkennen, dass die Gefahr, vor der Laura Schrader warnt, weitaus erschreckender ist als jeder Wahn.“
(Quelle)

Hier kannst Du „Die Kinder“ kaufen.

Weitere meiner Rezensionen zu Dorn’s Büchern:

„Trigger“

„Kalte Stille“

„Dunkler Wahn“

„Mein böses Herz“

„Phobia“

 

Im Rahmen einer Blogger-Aktion mit der Mayersche Filiale in Bochum (Ruhr-Park) durfte ich mir zum Schluss ein Leseexemplar aus dem Bücherschrank aussuchen und habe mich für dieses entschieden.

Daher meinen herzlichen Dank an Mayersche und den Heyne Verlag! 🙂

 

Cover und Klappentext

Das Cover ist schlicht in kontrastreichen Farben (schwarz, rot und weiß) gehalten.
Man erkennt sofort die Kinder, die einem regelrecht ins Auge springen.
Viel auffälliger ist jedoch der Titel, der in großen, roten Buchstaben auf dem Cover prangt.

Ich muss gestehen, dass ich mich sehr auf das Buch gefreut habe, der Titel jedoch nicht dazu beigetragen hat, sondern lediglich die Tatsache, dass mir Dorn’s bisherige Bücher unglaublich gut gefallen haben.
Der Titel hat mich eher abgeschreckt, da ich nicht gerne Thriller lese, die in Zusammenhang mit Kindern stehen, da sie meist in Missbrauch oder gewalttätigen Handlungen enden, was hier allerdings nicht der Fall war!

Der Klappentext hingegen hat bei mir genau den richten Nerv getroffen!
Ich hoffte auf ein verwirrendes Spiel der menschlichen Gedanken/Seele gegen die Realität, zwischen welchen man selber herausfinden musste, was vor sich geht.
Dies hat sich jedoch leider ebenso wenig bestätigt.

 

Figuren

Zu Beginn des Buches lernen wir Patrick kennen. Man kann sich zwar in seine Situation hineinversetzen, mehr allerdings nicht. Wir erfahren kaum etwas über weitere Umstände seines Lebens und plötzlich ist er verschwunden.

Die Protagonisten des Buches stellen die Schwestern Laura und Su kennen, sowie Su’s Tochter Mia.

Laura empfand ich als toughe Frau, die weiß, was sie will, sich aber dennoch zwischenzeitlich von Dingen einschüchtern lässt.
Trotzdem war sie mir sympathisch und ich konnte mich in ihre Situation einfühlen.

Su hingegen wirkte auf mich schwach und teils gebrochen. Sie ist eine tolle Mutter, die versucht, alles für ihr Kind zu tun, um ihr ein gutes Leben zu ermöglichen.
Allerdings beeinflussen sie dabei gewisse Dinge aus der Vergangenheit, die sie aber menschlich und realitätsnah erscheinen lassen.

Mia war für mich ein typisches Kind: aufgeweckt, neugierig, agil und süß.
Irgendwann machte sie allerdings eine Entwicklung durch, die ich hier nicht näher beleuchten möchte, um nicht zu spoilern.

Ebenso lernen wir ‚fremde‘ Menschen in anderen Ländern kennen, bei denen es an dieser Stelle für mich allerdings schwierig ist, sie zu beschreiben.
Sie haben eine kleinere Rolle im gesamten Buch und tragen schlussendlich ihren Teil zum großen Ganzen bei.

Ich kann jedoch sagen, dass diese Menschen unter anderen Lebensumständen leben und sie völlig andere Einstellungen zu bestimmten Dingen haben, was wichtig für die Geschichte ist.

 

Schreibstil und Inhalt

Der Schreibstil war, wie immer, ziemlich flüssig zu lesen, dennoch musste ich zwischendurch Pausen machen, da meine Motivation aufgrund der Handlung immer weiter schwand.

Das Buch ist in mehrere Handlungsstränge eingeteilt.
Ich empfand die Kapitel als zu lang, da sie nur durch kleinere Absätze getrennt waren, die für mich als Leser allerdings als Abtrennung kaum wahrnehmbar waren.
Oft war ich verwirrt, was die Figuren, sowie die Zeit und den Ort angeht, da alles plötzlich wechselt.

Teilweise waren die Kapitel mit den Orten gekennzeichnet, teilweise aber auch nicht.

Ich konnte herausfiltern, dass es quasi Oberkapitel gab, die mit den römischen Zahlen von I bis VIII gekennzeichnet waren und jeweils 3 Überschriften trugen.
Diese Oberkapitel teilten sich dann nochmal in besagte kleine Absätze ein.

Für mich hätte sich das Format des Buches und dementsprechend auch die verschiedenen Handlungen als viel übersichtlicher gestaltet, wenn einfach pro Überschrift 1 Kapitel mit deutlich hervorstehenden Daten abgedruckt worden wären.

Es gibt Kapitel, die in Kambodscha spielen, in der Ukraine, im Irak und in Arizona.
Dort lernt man als Leser besagte Menschen kennen und muss sich mit Dingen beschäftigen, die einem im normalen Leben nicht unter kommen.

Viele davon sind abstoßend, aber leider realitätsnah.
Einige Situationen, wie zum Beispiel eine Exekution eines Teenagers, werden sehr detailreich, und in diesem Falle blutig, beschrieben.
Dorn beweist hier zwar ein Gespür fürs Detail und erzeugt damit, dass man sich als Leser perfekt in diese Situationen hineinversetzen und die Personen verstehen kann, hat bei mir allerdings absolut nicht damit punkten können.

Für mich war Dorn bisher ein Meister der psychologisch basierten Thriller.
Thriller, bei denen man miträtseln und sich in die Seele der einzelnen Personen einfinden muss.
Thriller, bei denen der Leser in die Gedankenwelt der handelnden Charaktere Einzug findet und versteht.
Thriller, bei denen man nicht mehr zwischen Wahn und Realität unterscheiden kann, weil man selber zu verwirrt ist.

Als ich verstand, dass Laura auf dem Polizeirevier die Geschichte, die man liest, als ihre Vergangenheit darlegt und die Geschehnisse aus der Gegenwart schildert, hatte ich kurz Hoffnung, dass sich tatsächlich etwas einstellt, was den ausgezeichneten ‚Wahn‘, der aus dem Klappentext hervorgeht, einbringt.

Aber Dorn hat mich mit der Geschichte und dem Ganzen Buch maßlos enttäuscht.
Hätte ich nicht gewusst, dass ich einen Dorn vor mir habe, hätte ich auf ein Buch alá Stephen King getippt.

Es finden sich einige übersinnliche Elemente in diesem Buch und viele Aspekte, die ich einfach nicht nachvollziehen kann, da sie mir unrealistisch und einfach zu esoterisch konstruiert erscheinen.

(Versteht mich nicht falsch: Momentan fange ich sogar an, Kings Bücher zu mögen, beschränke mich aber hauptsächlich auf jene, die kaum bis gar keine solcher Elemente aufweisen, da ich es einfach nicht mag.
Lese ich einen King oder generell ein Buch, bei dem ich von vornherein weiß, dass solche Elemente vorkommen könnten, kann ich mich darauf einstellen.
Hier hat es mich einfach überrascht und es ist in einen Zusammenhang gesetzt, den ich einfach sinnlos finde.)

Gerade die Auflösung kann ich einfach nur als sinnentfremdet beschreiben, auch wenn man, mit etwas Fantasie, die Intention dahinter vielleicht erkennen mag.

Für mich war Dorns Intention, das Leid, die Gewalt und die Ungerechtigkeit in anderen Teilen der Weltbevölkerung aufzudecken und auf Verschmutzungen der Erde hinzuweisen, auf dessen Basis der Klimawandel und andere Katastrophen basieren.

ACHTUNG SPOILER

Natürlich ist dies eine anzuerkennende Intention des Ganzen und kann durchaus in Thrillern, Romanen, Dokumentationen, Aufklärungsbüchern etc. geschildert werden, aber sie in Zusammenhang mit Kindern zu setzen, die auf mysteriöse Weise übersinnlich angehaucht und somit miteinander verbunden sind, um ihre Eltern und alle Erwachsenen zu töten, damit sie ihre eigene, tolle Welt aufbauen können, die ja so viel besser ist, als die bisherige, ist für mich einfach nur Quatsch und zieht die eigentliche Bedeutung des Buches ins Lächerliche.

SPOILER ENDE

Zum Ende hin hatte ich noch die Hoffnung, dass durch einen bestimmten Aspekt, den ein Polizist herausgefunden hat, alles, was mich bisher gestört hat, in einen sinnvollen und realistischen Zusammenhang gesetzt werden kann.
Leider wurde ich auch dort enttäuscht und es stellte sich für mich persönlich wieder das ermüdende Geplänkel ein.

Schlussendlich möchte ich ebenfalls noch anmerken, dass ich bezüglich dem Ende von „Phobia“ auf eine Weiterführung mit diesen Personen gehofft hatte, da Dorn gerne mal rekurrente Figuren für seine weiteren Bücher verwendet.
Aber auch hier wurde ich im Regen stehen gelassen.

Das Ende dieses Buches ist ebenfalls mit einigen Fragen behaftet, die sich scheinbar nicht klären lassen.
Charaktere vom Anfang sind einfach nicht mehr vorgekommen und bestimmte Sinnelemente hätten deutlicher gemacht werden müssen.

 

Fazit

Wulf Dorn ist zeitweilens einer meiner Lieblingsautoren geworden und hat sich mit seinen vorherigen Büchern, aber vor allem mit seinem Psychothriller „Trigger“, in mein Herz geschrieben.

Dementsprechend ungeduldig wartete ich auf sein neustes Werk und war absolut aufgeregt, als ich es bereits Monate vor dem Erscheinungstermin als Leseexemplar lesen durfte!

Ich stellte mich ein auf Hochspannung, psychologische Raffinesse, rasante und spannende Handlungsstränge zum Mitfiebern und vieles mehr, was ich bisher von Dorn kennenlernen durfte.

Mit „Die Kinder“ hat er einen Thriller zu Papier gebracht, von dem ich maßlos enttäuscht wurde und den ich ungerne als ein Werk von Dorn anerkennen möchte.

Dorn hat versucht, auf aktuelle Missstände aufmerksam zu machen und sie in einen spannenden Unterhaltungsroman einzubinden und hat sich dafür an für ihn neuen Elementen versucht, die mir absolut nicht zugesagt haben.

Das war einfach nichts.

Zusätzlich muss ich anmerken, dass ich 16,99€ viele zu teuer für ein 320 Seiten langes Buch finde. (Das fließt allerdings nicht in meine Wertung mit ein.) 

Leider kann ich diesem Buch nur 2/5 Sternchen geben, worüber ich sehr traurig bin.

Ich hoffe, dass sein nächstes Werk wieder mehr Referenzen zu seinen üblichen Stärken aufbaut!

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Autor:

Hey Leute :) Ich bin Vanessa, 22 Jahre alt und lese leidenschaftlich gerne. Bevorzugt Psychothriller und Thriller! Hier auf meinem Block findet ihr Rezensionen zu meinen abgeschlossenen Büchern. Lasst euch meine Meinung nicht entgehen! :) Ich befinde mich hier noch in der Testphase, also seid nachsichtig mit mir. Ich probiere noch rum. Ich freue mich über jegliche Anmerkungen und Kritik, die mir hilft, meinen Blog besser und übersichtlicher zu gestalten! Schaut auch gerne mal auf meinem Bookstagram-Channel vorbei. Den Link findet ihr unten. :) Kommt mit mir auf eine Reise durch die Weiten meiner Bücherwelt :D

4 Kommentare zu „„Die Kinder“ – Wulf Dorn

  1. Liebe Nessi,

    oh wie schade, dass du dermaßen enttäuscht wurdest. Deine Rezension hat mir gut gefallen, da du dein Missempfinden deutlich begründest. Ich kenne noch keinen Thriller von Dorn und dennoch reizt mich dieses Buch, obwohl es wirklich viele differenzierte Rezensionen zu ihm gibt.

    Ein bisschen lässt mich deine Rezension auf Abstand gehen. Ich werde wohl noch ein paar mehr Rezensionen dazu lesen und dann entscheiden.

    Viele liebe Grüße

    Anja von Nisnis Bücherliebe

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Anja,

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar 🙂

      Dorns andere Bücher fand ich allesamt klasse, wobei „Trigger“ mein Liebling war!
      Absolut lesenswert.

      Ich denke aber schon, dass es vielen bestimmt gefallen wird, nur ich mag Übersinnliches einfach nicht wirklich.

      Solltest du das Buch doch lesen, bin ich sehr auf deine Meinung gespannt!

      Viele liebe Grüße 🙂

      Gefällt mir

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